Schweinfurt (la) Bis Mitte November und damit rechtzeitig zum Weihnachtsmarkt sollen die Gerüste am Rathaus verschwunden sein. Die 22 Sandsteinfiguren auf dem West- und dem Ostgiebel sind bereits saniert und wieder standfest. Nur in einem Fall musste eine Figur – der Herold ganz oben auf dem Westgiebel – abmontiert und in die Werkstatt des Steinmetzes nach Untersteinbach gebracht werden. Im Mai drohte der Herold in die Tiefe zu stürzen. In allen anderen Fällen hielten die im Gesimse verankerten Vierkantdorne und erlaubten eine Sanierung an Ort und Stelle. Neu vergoldet wurden bei dieser Gelegenheit auch gleich die Voluten. Die Putzflächen bekamen einen neuen Anstrich. Bis etwa 1860 hatten Kriegerfiguren die Renaissancegiebel des 1570 bis 1572 nach Plänen von Nikolaus Hofmann (Halle) gebauten Rathauses geziert. Nach dann einhundert Jahren ohne figürlichen Schmuck der Stufengiebel wurden nach dem Rathausbrand im April 1959 zehn unterfränkische Bildhauer mit der Anfertigung der neuen Figuren beauftragt. Die Kosten von 72 000 Mark wurden mit Spenden aus der Bevölkerung beglichen. Die etwa 300 Kilogramm schweren Figuren sind aus grünem Sandstein aus Obersteinbach/Ebrach, 130 Zentimeter hoch und stehen jeweils auf einem 60 Zentimeter hohen Sandsteinsockel. Die Kunstwerke stehen für Berufe und Wissenschaften und für Gerechtigkeit, Weisheit, Stärke und Mäßigung.
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