Schweinfurt

Sanierung des Theaters Schweinfurt: Ist Angst vor Kostenexplosion gerechtfertigt?

Die Sanierung des 1966 eröffneten Theaters in Schweinfurt hat noch gar nicht begonnen, da sorgt sich die FDP, dass die geplanten 42 Millionen Euro nicht reichen könnten. Was sie fordert.
Im Frühjahr 2022 soll die Sanierung des Schweinfurter Theaters beginnen. Die FDP will im Stadtrat nun wissen, wie eine Kostensteigerung wie in Würzburg verhindert werden kann.
Foto: Josef Lamber | Im Frühjahr 2022 soll die Sanierung des Schweinfurter Theaters beginnen. Die FDP will im Stadtrat nun wissen, wie eine Kostensteigerung wie in Würzburg verhindert werden kann.

Das Theater der Stadt Schweinfurt ist derzeit geschlossen und bleibt es auch noch einige Jahre. Der Grund: die anstehende Sanierung für 42 Millionen Euro. Diese wird seit Jahren geplant und soll im nächsten Jahr beginnen. Doch reicht die Kostenschätzung? FDP-Stadtrat Georg Wiederer hat da Zweifel und schickte einen entsprechenden Fragenkatalog an den Oberbürgermeister.

Der Anlass war eine Meldung, dass die Sanierung des Mainfrankentheaters in Würzburg, die derzeit läuft, nicht wie geplant 71,6 Millionen Euro, sondern wohl bis zu 96,5 Millionen Euro kosten könnte. Die Mehrkosten haben vielfältige Gründe, unter anderem wohl Fehler bei der Planung. Den Großteil der Mehrkosten muss Würzburg selbst schultern. Mit der Sanierung und Erweiterung des Mainfranken Theaters war im August 2018 begonnen worden. Ab 2024 soll es als Staatstheater zur Profilierung des Kulturstandortes Würzburg beitragen.

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Die Situation in der Domstadt ist mit der in Schweinfurt überhaupt nicht vergleichbar, vor allem deshalb, weil in der Wälzlagerstadt noch keine Baufirma im Theater einen Hammer schwang oder einen Bohrer anschmiss. Der Start der Sanierung ist für nächstes Jahr geplant, im Herbst erfolgt die europaweite Ausschreibung. Fertig sein soll die Sanierung zur Spielzeit 2024/25.

Die Gewerbesteuer fließt aufgrund der Corona-Pandemie nicht mehr so wie früher

Nachdem im Februar dieses Jahres entschieden wurde, auch wegen Brandschutz-Themen das Theater nach dem Ende des Corona-Lockdowns nicht wieder zu öffnen, nutzten die Mitarbeiter die Zeit und räumten das Gebäude schon. Unter anderem sind bereits die Sitze im Zuschauerraum ausgebaut.

Die Sorgen von Georg Wiederer sind in der finanziellen Lage der Stadt begründet. Im Jahr 2020 war Schweinfurt von allen kreisfreien Städten Bayerns am stärksten von der Corona-Pandemie betroffen, da die Gewerbesteuer-Zahlung massiv einbrach. Nur ein kommunaler Rettungsfonds von Bund und Freistaat rettete die Bilanz. Aufgrund der Finanzen gab es für das Jahr 2021 einen Sparhaushalt mit Kürzungen der freiwilligen Leistungen von 20 Prozent, striktem Kostenmanagement und der Überprüfung aller Großprojekte.

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Der Stadtrat hat sich gleichwohl einstimmig für die Sanierung des Theaters ausgesprochen, da das finanzielle Risiko aufgrund der Machbarkeitsstudie und des Planungsstandes von Seiten der Finanz- und der Bauverwaltung als gering angesehen wird. Bei momentan geschätzten 42,7 Millionen Euro Baukosten für die Sanierung unter anderem der maroden Haustechnik, der Bühnentechnik, des Kupferdaches und des Brandschutzes geht die Stadt von 75 Prozent Förderung der so genannten zuwendungsfähigen Kosten aus. Das wären 31,6 Millionen Euro vom Freistaat. Außerdem gibt der Bezirk Unterfranken eine Million Euro dazu.

Stadt muss 10,1 Millionen Euro aufbringen

Für diese Förderung hatte sich unter anderem der Schweinfurter CSU-Bezirksrat Stefan Funk stark gemacht. Die Stadt müsste für die Sanierung des Theaters nach derzeitigen Berechnungen 10,1 Millionen Euro aus dem eigenen Haushalt aufbringen.

Wie man verhindert, dass es nicht mehr wird, will Georg Wiederer nun detailliert wissen. So fragt er unter anderem an, ob die Stadtverwaltung sich mit den Kollegen in Würzburg austausche, "um aus den dortigen Fehlern zu lernen und sicherzustellen, dass eine ähnliche Entwicklung nicht auch in Schweinfurt auftritt." Außerdem möchte der FDP-Stadtrat wissen, welche Konsequenzen es für den städtischen Haushalt hätte, müsste man eine ähnliche Kostenexplosion wie in Würzburg verkraften.

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