Schweinfurt

Schweinfurt auf dem Weg zur Bildungsregion

“Bildung darf keine Grenzen kennen“, mit diesen Worten eröffnete Gabriele Jakob ihren Rückblick auf den Antrag der CSU-Kreistagsfraktion vom 5. April 2017. Fraktionsvorsitzender Friedel Heckenlauer bat darin um die Teilnahme an der Initiative „Bildungsregion Bayern“, die das Kultusministerium im Juni 2012 ausgeschrieben hatte. Diesem Vorschlag hat der Kreistag nun einstimmig zugestimmt.

Bildungsangebote vernetzen

Ein Bildungsnetz für die Region Schweinfurt, in dem jedes Kind seinen eigenen Weg gehen kann, aber auch keines durch die Maschen fällt - das ist das Ziel des Landkreises. Mit einem maßgeschneiderten Bildungsangebot sollen in Zukunft junge Menschen in der Region gefördert werden. Das erhoffte Resultat: Qualifizierte Nachwuchskräfte für die regionale Wirtschaft.

Um ein solches Bildungsnetz aufbauen zu können, müssen verschiedene Bereiche optimiert werden. Zum einen sollen Übergänge intensiver begleitet werden. Sei es vom Kindergarten in die Grundschule, von dort auf die weiterführenden Schulen, zwischen den Schularten oder in die Berufsausbildung oder Hochschule. Auch nach einer Ausbildung sollen junge Menschen auf dem Weg in den Job unterstützt werden.

Zum anderen sollen so viele Kooperationen wie möglich ins Leben gerufen werden. Ob die Schulen untereinander zusammenarbeiten oder mit der Wirtschaft, Wissenschaft oder Erwachsenenbildung, für die Schüler soll jede nur erdenkliche Chance eröffnet werden. Unterstützen könnte man dieses Konzept mit einer Internetplattform, auf der sich alle Partner austauschen können. Zum Bereich Kooperation zählt auch die Jugendhilfe. Schulen sollen einen direkten Draht zu Horten, der Jugendarbeit oder der Erziehungsberatung einrichten.

Eine weitere Säule des Prinzips „Bildungsregion“ ist die Unterstützung junger Menschen in besonderen Lebenslagen. Das bedeutet, dass Kindern mit Migrationshintergrund oder einer Behinderung gezielt geholfen werden soll. Neben Integration und Inklusion spielt auch ein offenes Auge seitens der Lehrer eine große Rolle. Schüler, die in besonderen Krisen stecken sollen künftig aufgefangen werden. Dabei soll verstärkte Jugendsozialarbeit benachteiligte Kinder für die Zukunft stärken.

Außerdem sollen Jugendliche stärker und früher in die Gesellschaft integriert werden, zum Beispiel durch ehrenamtliche Jugendarbeit oder ein Freiwilliges Soziales Jahr. Durch spezielle Unterstützungsangebote soll ein generationsübergreifender Dialog entstehen, der den jungen Erwachsenen Gehör verschafft.

Als besondere Herausforderung gilt der demographische Wandel. Um eine Bildungsregion zu schaffen, muss der Landkreis Bildung als Standortfaktor begreifen: Bestehende Bildungsangebote müssen gesichert und Schulgebäude nachhaltig gemanagt werden. Zusätzlich müssen Schulen und Ausbildungsstätten in Wohnortnähe bleiben.

Die Verwaltung des Landratsamtes ergänzte das Konzept um den Bereich „Familie“. „Wir müssen gutes Personal in die Familien schicken“, betonte Ewald Öftring von den Freien Wählern, denn die ersten drei Jahre im Elternhaus prägten ein Kind entscheidend. Vorgeschlagen wurde die Unterstützung bei der frühkindlichen Erziehung, den Basiskompetenzen und dem Übergang in Kindertageseinrichtungen.

Ein weiter Weg

In Unterfranken nehmen an der Initiative bereits die kreisfreien Städte Aschaffenburg, Schweinfurt und Würzburg teil. Auch mit dabei sind die Landkreise Aschaffenburg, Miltenberg, Haßberge, Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen. Sie alle verbessern bereits die Betreuung ihrer Kinder und vernetzen Schulen mit der Wirtschaft.

Bei der Verwirklichung will der Landkreis eng mit der Stadt Schweinfurt zusammenarbeiten. Darüber wird der Stadtrat am 25. Juli entscheiden.

Bis zur tatsächlichen Umsetzung müssen allerdings noch viele Schritte gegangen werden. Ein erstes Dialogforum würde dann über die Voraussetzungen für eine Bildungsregion informieren. Im Anschluss entscheiden die Teilnehmer, darunter Schulleiter, Eltern- und Schülervertretungen und viele mehr, ob sich der Landkreis auf dem Weg zu einer Bildungsregion befindet.

Es folgen Arbeitskreise und ein weiteres Dialogforum. Erst dann wird eine Bewerbungsmappe erstellt. Ist diese bewertet und das Schulsystem der Region auf seine Qualität geprüft, könnten Stadt und Landkreis Schweinfurt das Qualitätssiegel „Bildungsregion“ erhalten.

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