Schweinfurt

Sparda-Bank spürt Corona nur leicht

Die Genossenschaftsbank erhebt nun Kontogebühren und Negativzinsen.

Das Geschäft der Sparda-Bank Nürnberg und ihre Filiale in der Schweinfurter Schrammstraße haben wie die gesamte Branche die Pandemie zu spüren bekommen. Den leichten Rückgang bei Mitgliedern und Kunden führt Vorstandsmitglied Markus Lehnemann auf die dreimonatige Schließung während des ersten Lockdowns zurück. In dieser Zeit ist die Zahl der Neukunden niedriger gewesen als in den Vorjahren. Dennoch sei er mit dem Ergebnis insgesamt zufrieden. Jetzt sei er heilfroh, dem normalen Geschäftsbetrieb weiter nachgehen zu können.

In Schweinfurt sank der Bestand der Girokonten um 0,8 Prozent auf 11 920 Konten, das sei eine bessere Entwicklung als bei der Gesamtbank. Das Kundenvolumen stieg um 5,8 Prozent auf 370 Millionen Euro, das Kreditgeschäft um 10,4 Prozent auf 153,8 Millionen Euro. Erfreulich und ein wichtiger Indikator für die Geschäftsentwicklung sei, so Lehnemann, das Einlagengeschäft. Es wuchs um 2,7 Prozent auf 216,2 Millionen Euro. Ungewöhnlich erfolgreich sei die Schweinfurter Filiale beim Investmentgeschäft mit einem Plus von 28,5 Prozent gewesen, sagt Lehnemann. Der hiesige Vertriebsleiter Stephan Kunz führt dies auf langjährige Beziehungen zurück, die zu den Kunden aufgebaut worden seien.

Den Rückgang bei den Baufinanzierungen um 38,3 Prozent erklärt Lehnemann mit einem großvolumigen Geschäft im Vorjahr mit einer Wohnungsbaugenossenschaft. Seit Jahren gibt es einen Rückgang bei den Bausparverträgen. In Zeiten des Niedrigzins bietet Sparda Kredit-Alternativen an. Die Risiken im Kreditgeschäft setzt Lehnemann sehr niedrig an. Bislang habe es keine nennenswerten negativen Auswirkungen durch die Pandemie gegeben. Die weitere Entwicklung müsse man jedoch abwarten.

Der seit Jahren gültige Niedrigzins belastet das Ergebnis, so dass die Sparda-Bank erstmals seit Jahrzehnten Kontogebühren einführen musste, erklärte das Vorstandsmitglied. Sie liegen bei fünf Euro im Monat, und sind nach dem Genossenschaftsprinzip für alle Kunden gleich. Bei Verwahrgeldern werden von Neukunden Negativzinsen (0,5 Prozent) verlangt, Bestandskunden mit einem Volumen von über 250 000 Euro würden, so Lehnemann, Alternativen angeboten, darunter entsteht kein Negativzins.

Sparda baut Wohnungen

Für dieses Jahr, in dem die Genossenschaftsbank ihr 90-jähriges Bestehen feiert, sieht sich die Bank gut aufgestellt. Geplant sei ein weiteres soziales und ökologisches Engagement.

Nachdem sie im letzten Jahr bereits in das Geschäft mit Mietwohnungen eingestiegen ist, will sie diesen Bereich weiter ausbauen.  Im Nürnberger Raum entstehen derzeit 56 Einheiten. In der Region, unweit von Schweinfurt, steht ein Projekt mit einer dreistelligen Anzahl von Wohnungseinheiten kurz vor dem Abschluss. Als Genossenschaft müsse man nicht auf den maximalen Ertrag setzen, sagt Lehnemann, der hier die Stärke des Vorhabens sieht. Man denke auch über eine eigene Wohnungsbaugesellschaft nach. Hauptproblem seien fehlende Grundstücke.

Die Sparda-Bank Nürnberg ist nach eigenen Angaben die größte genossenschaftliche Bank in Nordbayern mit einer Bilanzsumme von 4,7 Milliarden Euro und rund 220 000 Mitgliedern. Sie hat 15 Filialen und neun SB-Center.

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