Schweinfurt

Sparkassen Schweinfurt und Ostunterfranken fusionieren

Die Sparkassen Schweinfurt und Ostunterfranken wollen fusionieren. Was wird das für Auswirkungen haben?
Gespräche über Fusion der Sparkassen Schweinfurt und Ostunterfranken:  (von links) Landrat Florian Töpper, OB Sebastian Remelé, Vorstandsvorsitzender Johannes Rieger, Vorstandsvorsitzender Peter Schleich, Landrat Wilhelm Schneider, Königsbergs Bürgermeister Claus Bittenbrünn.
Foto: Sandra Bernadett Grätsch | Gespräche über Fusion der Sparkassen Schweinfurt und Ostunterfranken: (von links) Landrat Florian Töpper, OB Sebastian Remelé, Vorstandsvorsitzender Johannes Rieger, Vorstandsvorsitzender Peter Schleich, Landrat ...

Am 1. Januar 2018 soll es eine neue Bank in der Region geben: Die Sparkasse Schweinfurt-Haßberge, entstanden aus dem  Zusammenschluss der  Sparkassen Schweinfurt und Ostunterfranken. 800 Mitarbeiter wird sie haben. Vorstandssitz: Schweinfurt.

Bis dorthin ist noch einiges zu tun, die Gespräche beginnen jetzt erst, informierten Banker (Schweinfurts Vorstandsvorsitzender Johannes Rieger und sein Haßfurter Kollege Peter Schleich) und Kommunalpolitiker.  Die geplante Fusion und ihre Ziele und Auswirkungen stellten vor: die Schweinfurter Verwaltungsratsvorsitzenden Landrat Florian Töpper, sein Stellvertreter OB Sebastian Remelé, ihr Kollege, der Hassberge-Landrat  Wilhelm Schneider und Königsbergs Bürgermeister Claus Bittenbrünn. Königsberg ist mit 17 Prozent an der Sparkasse Ostunterfranken beteiligt.  

Kein Zwang zur Fusion

Ganz wichtig ist allen Beteiligten: Beide Sparkassen sind wirtschaftlich gesund, müssen nicht fusionieren, sagt Landrat Florian Töpper, im Moment turnusgemäß Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse Schweinfurt. „Zwei leistungsstarke Partner gehen zusammen zum Vorteil der Region“. „Wir wollen nicht das Erreichte verteidigen, sondern aktiv das Marktgeschehen mitgestalten“, so OB Sebastian Remelé.  Und die neue Sparkasse bleibt regional verwurzelt, das ist allen wichtig.  

Wie bei jedem Zusammenschluss  fällt das Zauberwort Synergie. Gehen die beiden Institute zusammen, entsteht ein Gebilde, dass sich weitaus besser auf dem Markt behaupten kann, sich an Herausforderungen wie Digitalisierung, Niedrigzinsumfeld, Regulatorik anpassen kann. Im Ranking der 68 Bayerischen Sparkassen käme  die Fusionssparkasse Schweinfurt-Haßberge mit einer Bilanzsumme von knapp vier Milliarden auf Rang 14. Was bringt jeder mit in die Ehe? Schweinfurt eine Bilanzsumme von 2,7 Milliarden Euro , 46 Filialen/SB-Einrichtungen, 570  Mitarbeiter. Ostunterfranken: 1,2 Milliarden Bilanzsumme, 16 Filialen/SB-Einrichtungen und 283 Mitarbeiter.

Mittelfristig Personalabbau durch Altersteilzeit

Wie bei jedem Zusammenschluss fällt die Frage nach den Mitarbeitern, eventuellen Entlassungen. Betriebsbedingte Kündigungen wird es keine geben, so Rieger und Schleich. Allerdings planen beide Sparkassen mittelfristig einen Personallabbau von drei Prozent, der sich im Rahmen der natürlichen Fluktuation einschließlich Altersteilzeit bewegen wird. Ganz wichtig ist es beiden Häusern, auch weiter jungen Leuten Ausbildung und Perspektiven zu bieten.  Dazu eine Anmerkung von Johannes Rieger: „Größere Sparkassen bieten auch interessantere Stellen.“

Stichwort Filialen: Schließungen seien keine geplant, es bestehen ja auch keine Doppelstrukturen. „Wir brauchen unsere Infrastrukturen, um für unsere Kunden da zu sein“, so Schleich. Dazu werden seiner Meinung nach auch Synergien beitragen, die die Fusion mit sich bringt.

Peter Schleich verspricht sich von der Fusion auch positive Auswirkungen auf die Mitarbeiter. Alleine hätte die Sparkasse Unterfranken sicher darüber nachdenken müssen, sogenannte Marktfolgebereiche (Zahlungsverkehr, Kontenanlage) auszulagern. Nach Nürnberg, zum Beispiel, was sicher hart für Mitarbeiter gewesen wäre.  So könne man gemeinsam im Bereich Schweinfurt-Haßberge etwas aufbauen.  Auch könne man laut Rieger gemeinsam mehr Spezialisten vorhalten, für Privatkunden oder Auslandsgeschäfte, zum Beispiel.  

Wenig Änderungen für die Kunden
Für die Kunden soll sich möglichst wenig ändern, so Rieger und Schleich. Jede Bank habe Spezialitäten, die erhalten bleiben sollen. Rieger, der schon an der Fusion der Sparkassen Stadt Schweinfurt und Landkreis Schweinfurt 2006 beteiligt war, hat aus Fusionen dies mitgenommen: die Strukturen beider Partner werden untersucht, das beste jeweils mitgenommen. Das Endprodukt ist seiner Erfahrung nach stärker als beide Partner alleine.
„Ich bin begeistert, das machen zu können“, sagt Rieger, der wie die Landräte Töpper und Schneider die gute Chemie anspricht, die die Vorgespräche begleitet haben. Die gute Chemie zeigt wohl auch die Tatsache, dass schon einmal ein Name gefunden ist für die neue Bank. Wer sich erinnert: beim Zusammenschluss der Sparkassen Stadt und Landkreis Schweinfurt ging es auch bei der Namensfindung etwas holpriger zu.       

Schneider: Verhandlungen auf Augenhöhe

Auf Augenhöhe, als gleichberechtigte Partner, bringen die beiden Partner den Zusammenschluss auf den Weg, betont Landrat Wilhelm Schneider. Claus Bittenbrünn ist mit Königsbergs 17 Prozent an der Sparkasse Ostunterfranken der kleinste Partner. Auch er sieht die Fusion als Chance, verspricht sich viel von einem Zusammenwachsen der Region.

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