Schweinfurt

Technik aus Schweinfurt erspart der Luft 30.000 Tonnen CO2

Technik aus Schweinfurt erspart der Luft 30000 Tonnen CO2       -  DB Regio stattet gut 1000 Dieselfahrzeuge“ mit dem Telematiksystem von GPSoverIP aus und will so „Millionen Liter Diesel und mehr als 30 000 Tonnen Kohlendioxid“ einsparen.
| DB Regio stattet gut 1000 Dieselfahrzeuge“ mit dem Telematiksystem von GPSoverIP aus und will so „Millionen Liter Diesel und mehr als 30 000 Tonnen Kohlendioxid“ einsparen.

Abgesahnt hat mit vier ersten Preisen in vier Kategorien beim Deutschen Telematik Preis 2018 Anfang November in Berlin die Schweinfurter Firma GPSoverIP. Auf die Plätze wurden Unternehmen wie Mercedes oder TomTom verwiesen. Am Donnerstag gab jetzt DB Regio bekannt, dass sie „gut 1000 Dieselfahrzeuge“ mit dem Telematiksystem von GPSoverIP ausstattet und so „Millionen Liter Diesel und mehr als 30.000 Tonnen Kohlendioxid“ einsparen wird, was den Emissionen durch Heizen und Stromverbrauch einer Kleinstadt entspricht.

Zehn Prozent weniger Diesel

Die Entwicklung aus der Hauptbahnhofstraße 2 in Schweinfurt erfasst, wann und wo wieviel Diesel während der Fahrt verbraucht wird. Die Daten werden zu Fahrempfehlungen verarbeitet und auf Displays im Führerstand angezeigt. So kann der Lokführer energiesparender fahren, frühzeitig vom Gas gehen, bergab den Schwung nutzen oder über weite Strecken den Zug rollen lassen. DB Regio gibt eine Reduzierung des Dieselverbrauchs um bis zu zehn Prozent durch die Telematiklösung an.

Das System von GPSoverIP erfasst zudem Daten über den Instandhaltungs- und Betriebszustand sowie die Regelung von Vorheizanlagen und Klimatechnik. Perspektivisch leiste die Investition also auch einen Beitrag zu mehr Effizienz, Pünktlichkeit und Komfort, so DB Regio in einer Pressemeldung.

Sensationelles Abschneiden

Beim gemeinsam vom ETM Verlag (Publikationen im Bereich Nutzfahrzeuge) und der Dekra durchgeführten Telematik Preis trat GPSoverIP in den vier für das Unternehmen relevanten Kategorien an. Die Tests der Fachjury an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (Friedrichshafen) hatten seit März Monate beansprucht, ehe die Preise beim „Zukunftskongress Nutzfahrzeuge“ in Berlin vergeben wurden. Die Sensation des Abends war das Abschneiden des deutschen Marktführers aus Schweinfurt.

Für Geschäftsführer André Jurleit geht der Erfolg auf die „große Kompetenz in den unterschiedlichen Gewerken und auf die innovative Vorreiterrolle“ zurück. GPSoverIP biete Telematik für alle Ansprüche, so der Geschäftsführer gegenüber der Redaktion dieser Zeitung.

Hard- und Software

Das GPSauge von GPSoverIP verbindet zwei Welten: eine robuste Hardware mit einer cloudbasierten Software. Mit dem etwa DINA 5 großen Gerät können Speditionen, Taxiunternehmen, Baufirmen, Kurierdienste, Busunternehmen, der Winterdienst und auch die Schiene Daten aus den Fahrzeugflotten übertragen, darunter: GPS-Positionen, Tankstand, E-Mails, Lenk- und Ruhezeiten, Spritverbrauch, Geschwindigkeit, Fahrtenbuch, CAN-Bus-Daten, Dateien, aber auch die Außentemperatur oder etwa die Gradzahl in Kühlwägen. Die Aufbereitung aus den Datenquellen erledigt das Fahrerassistenzsystem in Echtzeit und unter Einbezug von Life Updates. Beim Winterdienst werden beispielsweise Außentemperatur, Streumenge und Mischung der ausgebrachten Salzlauge dokumentiert; beim Einsatz eines Baggers die Betriebsstunden.

Auftragsmanagement

Zertifikate bestätigen dem Produkt, dass es nicht manipulierbar ist, eine echte Live-Ortung im Sekundentakt ermöglicht, über eine ablenkungsfreie Benutzeroberfläche verfügt, den kompletten CAN-Bus überträgt, den digitalen Tachografen ausliest und überträgt, und man mit dem GPSauge eine Zeiterfassung mit Auftragsmanagement an Bord hat.

Sie und ihr Team holten nicht nur Preise nach Schweinfurt, sondern auch einen Deal mit der Deutschen Bahn: Prokurist Dirk Jurleit (links) und GPSoverIP-Geschäftsführer André Jurleit mit den vier ersten Preisen.
Foto: Gerd Landgraf | Sie und ihr Team holten nicht nur Preise nach Schweinfurt, sondern auch einen Deal mit der Deutschen Bahn: Prokurist Dirk Jurleit (links) und GPSoverIP-Geschäftsführer André Jurleit mit den vier ersten Preisen.

Im fünften und sechsten Geschoss des früheren Avia-Hochhauses sind über 30 Mitarbeiter beschäftigt, zumeist Elektroingenieure und Entwickler. Gegründet wurde die Firma 1996 unter dem Dach von „Netzwerk“. Selbstständig machte man sich 2003. Seither kommen nur noch eigene Entwicklungen zum Einsatz.

Die ersten Preise gab es in Berlin für die Sparten Nachrüst-LKW-Telematik für Komplett-/Teilladungen, Nachrüst-Lkw-Telematik für Tank- und Silotransporte, für Nachrüst-Lkw-Telematik für Stückguttransporte und in der Kategorie Telematik für Entsorgungsfahrzeuge.

Einsatzgebiete

Das Fahrerassistenzsystem zeigt Füllstände in Tanks und Silos, navigiert Schwerlast- und Gefahrenguttransporte, dirigiert den Fahrer bei der Entsorgung von Problemstoffen, notiert das Gewicht der Ladungen – und auch, wann und wie lange bei einer Kanalreinigung die Kamera, die Fräse oder die Spachtel im Einsatz ist. Beim Winterdienst auf einem Flughafen werden die Fahrrouten und der Streusalzeinsatz dokumentiert. Das GPSauge findet im Hamburger Hafen aber auch jeden (gechipten) Container.

Produzieren lässt GPSoverIP bei der Hightech Electronic GmbH in Geldersheim und bei der Brunner GmbH in Euerbach (beide Landkreis Schweinfurt).

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