Schweinfurt

Theater Kuckucksheim verzauberte große und kleine Erwachsene

Die Akteure schickten ihre Puppen im Rahmen der Schweinfurter Puppenspieltage nach "Bamberch" und klärten die Frage "Wann sammer die Grössdn?"
Die Akteure vom Theater Kuckucksheim Heppstädt.
Foto: Fotografie Andreas Riedel | Die Akteure vom Theater Kuckucksheim Heppstädt.

Ein Arbeitsloser – da mag der ein oder andere denken, heutzutage, da findet doch jeder was, wenn er will. Aber wenn der Traum vom eigenen Häusle platzt und die Schulden plötzlich nicht mehr bezahlbar sind, da beschleicht einen schon eher die leise Angst, oh, das könnte mir auch passieren. Und die jungen Leute, die aus der Alkoholfalle nicht mehr herauskommen, auch die kennt man. Die Drei vom Heppstädter Theater Kuckucksheim, die bei den Puppenspieltagen diese Rollen verkörpern, spielen dennoch im Stück: We Are the Champions – wir sinn die Größdn.

Auf 20 Quadratmetern der Studiobühne des Theaters haben sich Stefan Kügel, Benjamin und Nando Seeberger einen weitläufigen Raum geschaffen, vor dem ausverkauften Saal, das Publikum ist schnell in den Bann des Spiels gezogen.

In bestem Mittelfränkisch heißt es gleich zu Beginn: "Wos wissn mir Menschn scho, wos es alles gibt und ned gibt." Dann singen sie den Song: "I am just a poor boy," aber auch ins Fränkische übersetzt und zwischendrin verwandeln sie sich immer wieder in vier Tiere, die sich wie in einem alten Grimms Märchen aufmachen, was Besseres als den Tod zu suchen.

Das Publikum singt mit

Der alte Esel schlägt vor, dass sie "nach Bamberch" gehen, Stadtmusikanten werden. Es jault der Hund Backes gekonnt herzzerreißend: "Jeder brauchd irgendjemand"  und die alte Katze, die ersäuft werden sollte, singt: "Ich geh mein Weg allah, die Straß entlang und ganz am Rand geh ich allah" und spätestens beim bekannten Beatles-Song Yesterday, der auf Fränkisch "Letztes Johr" heißt, singt das Publikum mit.

Das Gelächter will kaum enden, als der Hahn auftaucht und einen Wetterbericht herauskräht, der sich gewaschen hat. Aber es nützt ihm nichts, er soll in das Ofenrohr für den Erzbischof. Der Pfarrer von Betzenwindheim macht sich nämlich Hoffnung auf eine theologische Karriere. Und seine Haushälterin verwickelt sich derweil mit der Telefonschnur um den Leib des Pfarrers. Mit viel Wortwitz, Situationskomik und voller Zärtlichkeit fürs Spiel und für die unterschiedlichen Lebenssituationen schlüpfen die drei, nein, zusammen mit den Tieren sind sie zu siebt, in die unterschiedlichsten Rollen. Und der Gockel schreit: "Helfts ma!", in Anlehnung an ein weiteres Beatleslied.

So machen sie sich auf den Weg, "hopp etz, auf die Mopedz!" Und nachdem sie im finsteren Wald die Räuber aus ihrem Haus verjagen und sich deren Festmahl aneignen und sich genussvoll  "die Bäuch" vollschlagen, können sie voller Stolz und Würde singen; "We are the champions, mier san die Grössdn." Das Haus im Wald wird zu einem Ort, an dem es sich leben lässt. Und das Publikum singt erneut mit, mitten im Gelächter stellt man fest, dass man Tränen gelacht und geweint hat, echte Tränen. Wie schön. Soo schee!!!

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