Schweinfurt

Über das Internet zum Einkauf auf den Bauernhof

Regionale Direktvermarkter müssen über Plattformen und eigene Webseiten sichtbar werden um ihre Kunden besser zu erreichen. Wer macht mit und wie wird das umgesetzt?
Auf Wochen- und Bauernmärkten, wie hier beim Regionalmarkt in Werneck, verkaufen Direktvermarkter ihre Produkte.
Foto: Silvia Eidel | Auf Wochen- und Bauernmärkten, wie hier beim Regionalmarkt in Werneck, verkaufen Direktvermarkter ihre Produkte.

Es wird mehr zuhause gekocht, in diesen Lockdown-Zeiten mit geschlossenen Restaurants und Kantinen. Und es wird mehr regional und auch mehr biologisch eingekauft. Eine Chance also für die vielen Direktvermarkter in der Region, die einer potentiellen Kundschaft nur noch klar machen müssen, wo und wie man sie findet.

Es gibt Hofläden, Bauernläden, Verkaufshütten an den Straßen, den Schweinfurter Wochenmarkt und den monatlichen Bauernmarkt sowie gelegentliche Regionalmärkte, etwa im Oberen Werntal in Werneck, oder im Schweinfurter Mainbogen zuletzt in Gochsheim. Viele Verbraucher wollen gerade jetzt die heimischen Betriebe unterstützen. Sie müssen allerdings auch erfahren, wo und wann man welche Produkte bekommt.

Wie in anderen Branchen auch spielt dabei das Online-Angebot eine immer größere Rolle. Denn wer nicht gleich nebenan oder im Nachbarort einen Hofladen kennt, sucht über das Internet. Wobei dort aber etliche Direktvermarkter aus der Region nicht zu finden sind.

Direktvermarktung ist bei vielen Betrieben der kleinere Erwerbszweig 

"Wir haben hier viele Betriebe, bei denen die Direktvermarktung nur einen kleinen Erwerbszweig ausmacht", weiß Klaudia Schwarz, Leiterin des Amtes für Ernährung Landwirtschaft und Forsten (AELF) für die Landkreise Schweinfurt und Haßberge. Weil Zeit und Kapazität fehlen, mangelt es bei etlichen Bauernhöfen auch an der Professionalisierung der Direktvermarktung: etwa in Form der Darstellung auf einer eigenen Homepage oder wenigstens auf einschlägigen Plattformen.

"Wenn ich an einem Direktvermarkter-Schild vor einem Hof vorbeifahre, schaue ich im Internet nach, was dort angeboten wird", erklärt Schwarz. Wenn der Betrieb dann nicht wenigstens über eine eigene Homepage zu finden ist, "dann ist er nicht sichtbar".

Wer nicht im Internet zu finden ist, ist für viele Verbraucher nicht sichtbar 

Das Landwirtschaftsamt wirbt daher auch auf seiner eigenen Homepage www.aelf-sw.bayern.de für das bayernweite Verbraucherportal "Regionales Bayern" www.regionales-bayern.de. 2014 hat der Freistaat Bayern diese Plattform für Käufer und Anbieter von selbst erzeugten landwirtschaftlichen Produkten geschaffen.

Für die Direktvermarkter ist der Eintrag dort – im Gegensatz zu vielen anderen Portalen – kostenlos. Der Kunde sucht und findet sie sowohl über ihre Standorte als auch über ihre Produkte oder Dienstleistungen. Weitergeleitet wird zudem auf die hofeigene Webseite.

"Wir haben viel dafür geworben und auch eine Einführung gegeben, wie man seinen Betrieb und seine Produkte selber eintragen kann", sagt Schwarz. 39 Anbieter aus dem Landkreis sind derzeit dort verzeichnet. Aber nicht alle Direktvermarkter haben das Angebot angenommen, bedauert sie.

Zwar gibt es nach wie vor auch gesammelte, gedruckte Informationen über diese Produzenten, wie sie etwa der Landkreis Haßberge im Februar 2020 in Form der Broschüre "Regional gut" neu herausgegeben hat. 52 Direktvermarkter sind dort aufgeführt, darüber hinaus Wochen- und Bauernmärkte sowie Dorf- und Regionalläden. Eingestellt ist das Verzeichnis auf der Webseite des dortigen Landratsamtes www.hassberge.de/topmenue/startseite/direktvermarkterverzeichnis.

Keine neuen gedruckten Verzeichnisse

Aber beim Landkreis Schweinfurt verzichtet man auf neue gedruckte Verzeichnisse. Das letzte wurde 2011 mit 124 Direktanbietern aktualisiert. Auch in dieser Branche ändert sich ständig etwas, der Aktualisierungsaufwand für Print-Produkte ist hoch, teilt das Landratsamt mit. Weil das gedruckte Medium nicht praktikabel und zeitgemäß erschien, entschied sich das Landratsamt 2014 gemeinsam mit dem AELF für den aktuelleren, schnelleren und kostengünstigeren digitalen Weg als Pilotprojekt beim Portal www.regionales-bayern.de.

Einbezogen in die digitalen Überlegungen waren auch die Gemeinde-Allianzen im Kreis, die auf ihren Homepages auf ihre Direktvermarkter hinweisen. Im Oberen Werntal wird auf der Seite der Ökomodellregion unter www.oekomodellregionen.bayern/oberes-werntal/infomaterial aufs Bio-Einkaufen bei 17 Erzeugern aufmerksam gemacht. Im Schweinfurter Mainbogen wird unter www.schweinfurter-mainbogen.de auf 26 Direktvermarkter und deren Websites verwiesen. Im Schweinfurter Oberland sind auf der Homepage www.schweinfurter-oberland.de fünf Direktvermarkter zu finden.

Regionale Spezialitäten und Einkaufsmöglichkeiten ab Hof findet man auch auf der Seite der Tourist-Info Schweinfurt 360 Grad. Unter www.tourismus.schweinfurt.de sind dort 66 Betriebe aufgelistet, etliche davon zu Spargel und Wein.

Aufstellschilder an der Straßen weisen oft auf Hofläden hin.
Foto: Silvia Eidel | Aufstellschilder an der Straßen weisen oft auf Hofläden hin.

Viele Landwirte sind auch auf dem überregionalen Portal der Fördergemeinschaft www.einkaufen-auf-dem-Bauernhof.com präsent, wo Bauernhöfe und Bauernmärkte nach Orten und Umkreis zu finden sind oder wo auch nach Produkten gefiltert wird. Der Landwirt muss für die Mitgliedschaft dort eine Gebühr entrichten.

Auch mit Hilfe der RegioApp – www.regioapp.org – kann man eine Umkreissuche nach regionalen Lebensmitteln und regionalem Essen starten. Angezeigt werden Direktvermarkter und Gastronomie, aber auch Verkaufsstellen.

Ganz ohne Internet: Bauernmarkt am Samstag auf dem Marktplatz

In der Stadt Schweinfurt präsentieren sich die Direktvermarkter aus der Region zusätzlich zum üblichen Wochenmarkt auch einmal im Monat beim Schweinfurter Bauernmarkt, dessen Veranstalter die Stadt ist. Nach der Winterpause sind die regionalen Erzeugnisse wieder am kommenden Samstag, 27. Februar, von 8.30 bis 14 Uhr auf dem Marktplatz zu finden.

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