Gerolzhofen

Verein "Unser Steigerwald" gibt eigene Umfrage in Auftrag

Zu einer Online-Besprechung haben sich die Vorstandsmitglieder des Vereins "Unser Steigerwald" getroffen. Insbesondere ging es um das Ergebnis einer Analyse der Umfrage von "Bündnis 90 - Die Grünen", aus der ein Meinungsumschwung der Steigerwald-Bevölkerung für einen Nationalpark abgeleitet wurde, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins.

Umfrageergebnis bezweifelt

Im Januar wurde bekannt, dass von der Partei "Bündnis 90 – Die Grünen" das Institut "Brand Support" beauftragt worden war, eine Umfrage zu erstellen, um zum wiederholten Male die Meinung der Steigerwald-Bevölkerung hinsichtlich eines Nationalparks im Steigerwald zu erkunden. Laut der Umfrage sollen mittlerweile 75 Prozent der Befragten für einen Nationalpark im Steigerwald sein. 

Der Vorsitzende des Vereins "Unser Steigerwald", Gerhard Eck, hat nach der Veröffentlichung des Umfrageergebnisses bezweifelt, dass sich die Meinung der Steigerwälder zu einem Nationalpark innerhalb kurzer Zeit so gravierend geändert haben könnte. Der Verein "Unser Steigerwald" hat von einem Institut einen sogenannten "Faktencheck" zu der Umfrage durchführen lassen, wie der Verein in der Pressemitteilung informiert.

Das Ergebnis: Obwohl seitens des Instituts "Brand Support" angegeben worden sei, in der Befragung die Meinung der Menschen im Steigerwald erkunden zu wollen, wohnen 60 Prozent der Befragten in den Städten Schweinfurt und Bamberg, darüber hinaus weitere 17 Prozent in Städten und Gemeinden mit mehr als 5000 Einwohnern außerhalb des Steigerwalds. Das bedeute, dass in der engeren Steigerwaldregion nur wenige Menschen überhaupt befragt wurden und ihre Meinung äußern konnten, heißt es in der Pressemitteilung. Die Bevölkerung im unmittelbar angrenzenden Landkreis Kitzingen sei nicht befragt worden.

Die Menschen in den Städten Bamberg und Schweinfurt erleben den Steigerwald laut der Pressemitteilung vor allem als Erlebnis- und Erholungsraum, während die Steigerwälder auch den Wirtschaftsfaktor und die vielen Arbeitsplätze rund um die Holzwirtschaft sehen.

Kritik an Fragestellung

Das Institut habe auch an der Art der Fragestellung Kritik geübt, heißt es in der Mitteilung weiter. Es sei festgestellt worden, dass den Menschen meist Fragen gestellt worden seien, die komplexe Sachverhalte betreffen oder deren Beantwortung forstliches Fachwissen voraussetze. 

Zudem sei unterschlagen worden, dass es im Steigerwald mit dem europaweit anerkannten "Trittsteinkonzept" des Forstbetriebs Ebrach bereits ein Naturschutzkonzept gebe. In der Befragung sei auch nicht angegeben worden, dass in den letzten Jahren von der Staatsregierung im Steigerwald viele Tourismuseinrichtungen geschaffen wurden, die einen deutlichen Anstieg der Besucher gebracht haben.

Probleme, wie keine Schädlingsbekämpfung in einem Nationalpark oder das Wissen, dass auf großen Flächen in einem Nationalpark ein Betretungsverbot erlassen wird, seien nicht dargestellt worden und können bei den Befragten nicht vorausgesetzt werden. Wirtschaftliche Aspekte, wie der Holzbedarf örtlicher Sägewerke und der Wegfall zahlreicher Arbeitsplätze seien nicht betrachtet worden, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Weitere Umfrage

Um die Meinung der Menschen im Steigerwald wirklich zu erkunden und um einen Beitrag zu mehr Sachlichkeit zu erreichen, habe die Vorstandschaft des Vereins "Unser Steigerwald" entschieden, eine weitere Umfrage in Auftrag zu geben. Mit der Durchführung der Studie soll das Meinungsforschungsinstitut "Forsa" beauftragt werden, so die Pressemitteilung.

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