Schweinfurt

Wie ein Kino durch die Krise kommt

Das Kino KuK von Diana Schmeltzer wurde in der Krise gut unterstützt und hofft auf eine Öffnungsperspektive in den nächsten Wochen.
Foto: Helmut Glauch | Das Kino KuK von Diana Schmeltzer wurde in der Krise gut unterstützt und hofft auf eine Öffnungsperspektive in den nächsten Wochen.

Winter, Lockdown, Minustemperaturen. Streaming-Dienste haben Hochkonjunktur, Film- oder Serienliebhaber holen sogar DVDs aus dem Schrank, doch viel schöner wäre es natürlich, man könnte mal wieder ins Kino, mit großer Leinwand und tollem Sound, mit Popcorn und allem, was dazu gehört. Doch die Kinos haben weiter zu, sind auf staatliche Unterstützung angewiesen, damit sie überleben, und – wenn es die Infektionslage wieder zulässt – wieder ihre Türen öffnen können. „Die Kinos in Schweinfurt haben bisher staatliche Anlaufhilfen in Höhe von insgesamt über 118 000 Euro erhalten“, teilt das Bayerische Staatsministerium für Digitales dazu mit.

So unterstütze man die Filmtheater während der Corona-Pandemie und sichere vielen Betrieben das wirtschaftliche Überleben. Die für die Film- und Kinowirtschaft zuständige Digitalministerin Judith Gerlach betont: „Wir greifen unseren Kinos auch in schwieriger Zeit unter die Arme“. Nicht nur weil die bayerische Film- und Kinobranche ein zentraler Bestandteil der bayerischen Kulturszene sei, sondern auch ein wichtiger Wirtschaftszweig.

Wichtig sei allerdings auch, dass der Bund endlich seine zugesagten Hilfen schnell auf den Weg bringe. Dort herrsche ein Wirrwarr verschiedener Hilfsprogramme, das schnell gelöst werden sollte, kommt Kritik aus dem bayerischen Ministerium. Schon im April 2020 habe der Freistaat zur Unterstützung der Kinos eine Sofortprämie auf den Weg gebracht. 155 kleinen und mittelgroßen Filmtheatern wurde seinerzeit mit einem Zuschuss von jeweils 5000 Euro geholfen.

Außerdem seien die Kinoprogrammprämien, die eigentlich im Herbst vergeben werden, 2020 auf 860 000 Euro verdoppelt worden und im Juli ausgezahlt worden. Davon profitierten laut Ministerium 83 bayerische Kinos. Im Mai 2020 hatte die Bayerische Staatsregierung in einem ersten Schritt Kino-Anlaufhilfen in Höhe von 12 Millionen Euro beschlossen. Ende Oktober wurde das Programm bis 30. Juni 2021 verlängert und um weitere 12 Millionen Euro aufgestockt. Erste Anträge auf die verlängerten Kino-Anlaufhilfen seien bereits Anfang Dezember 2020 eingegangen.

Das klingt alles danach, als ob die Lichtspielhäuser nicht zu den Vergessenen der Pandemie gehören und die Gefahr, dass dort die Lichter aus bleiben, wenn der Corona-Spuk vorbei ist, nicht allzu groß ist. Aber ist das wirklich so? „Ja, absolut“, betont Diana Schmeltzer, Betreiberin des KuK (Kino und Kneipe) in Schweinfurt. Bei den Kinos handele es sich um eine kleine Branche mit eingespielten Wegen zum zuständigen Ministerium. Für die Soforthilfe im April 2020 seien alle Häuser mit bis zu sieben Sälen angeschrieben worden. „Ein zweiseitiges Formular, auf denen einige wenige Zeilen auszufüllen waren, was in wenigen Minuten erledigt war“, erinnert sich Schmeltzer. Wenige Tage später sei das Geld auch schon auf dem Konto gewesen. Ein gutes Beispiel für schnelle und unbürokratische Hilfe.

Kinoprogrammpreis für das KuK

Auch die eingangs erwähnte Anlaufhilfe, von der 118 000 Euro nach Schweinfurt flossen, sei eine Hilfe, so Schmeltzer. Für jeden Besucher, der 2019 in einem der Kinos gezählt wurde, wurden 70 Cent gezahlt. An der Fördersumme von 118 000 Euro könne man ablesen, dass knapp 170 000 Menschen 2019 in einem Schweinfurter Kino waren. Zwischen 20- und 30 000 sind es im KuK. 70 Cent pro Besucher, das decke zwar nicht alle Kosten, sei aber eine ordentliche Summe, bei deren Auszahlung es auch keine nennenswerten bürokratischen Hürden gegeben habe.

Und wie sind die Perspektiven für die Kinos? Vielleicht ist eine Öffnung nach Ostern möglich. Ein Problem könnte sein, dass auch der Nachschub an neuen Filmen etwas ins Stocken geraten ist. Corona sei eine miserable Zeit für Dreharbeiten, viele Filmprojekte wurden verschoben. Doch sie ist optimistisch. „Der Staat hat uns Kinos mit Geld unterstützt, die Kinos überstehen so die Umsatzrückgänge“, die sie auf etwa 80 Prozent schätzt. Aber vielleicht, so die Hoffnung, gehen die Menschen nach einem Jahr auf der Couch und nach Corona „einfach doppelt so oft ins Kino und schon spült allein die Umsatzsteuer das Geld zurück an den Staat“. Eine zuversichtliche und idealisierte Zukunftsperspektive, wie sie mit einem Augenzwinkern anmerkt. Aber was wäre Kino ohne die Hoffnung auf ein Happy End.

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