Lülsfeld

Zuchtbulle mit mangelhafter Deckfähigkeit

Die Lülsfelder Protokollbücher von Andreas Müssig.
Foto: Matthias Wiener | Die Lülsfelder Protokollbücher von Andreas Müssig.

Vor mehr als 23 Jahren übersetzte der Fuldaer Soziologe Andreas Müssig alte Lülsfelder Gemeindeprotokolle aus dem Alt- ins Neudeutsche. Er wollte damit einen Einblick in das Leben unserer Vorfahren im 19. Jahrhundert geben. Sein erstes Buch betitelte er mit "Kriege, Seuchen und Gefahren". Ein besseres Bild des täglichen Gemeindelebens gibt der Band "Alltagsprobleme, Lülsfeld im 19. Jahrhundert". Über die mangelhafte Deckfähigkeit eines Zuchtbullen oder über die Sitzungen des Amtsarmenausschusses ist dort zu lesen. Die heute noch von den Kindern vorgetragenen Reime zu Neujahr und zu Ostern sind dort ebenfalls festgehalten.

Ob dieser Einblick in die Zeit unserer Vorfahren den Bürgern weiterhin vorenthalten sein sollte, beriet der Lülsfelder Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Da damals natürlich auch die jeweiligen Akteure akribisch protokolliert wurden, hatte man Bedenken, dass Rückschlüsse auf Mitbürger gezogen werden könnten und damit einige Ortsbewohner nicht mit einer Veröffentlichung einverstanden wären.

Die Chroniken als solche zu veröffentlichen schloss das Gremium deshalb aus. Man einigte sich darauf sporadisch einzelne Abschnitte im Amtsblatt oder auf der Gemeindehomepage www.luelsfeld.de zu veröffentlichen. Allerdings ohne die Nennung von Namen der Beteiligten. Gemeinderat Martin Ament und Bürgermeister Thomas Heinrichs erklärten sich bereit, die Organisation zu übernehmen.

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