Gerolzhofen

Zuckerrüben-Ernte: Am 4. Januar ist alles abtransportiert

Bei günstigen Wetterbedingungen läuft derzeit die Abfuhr der Zuckerrüben planmäßig. Bis zum 4. Januar 2021 wollen die Landwirte ihre Arbeit beendet haben.
Die 'Lademäuse' der Zuckerrüben-Abfuhr biegen allmählich auf die Zielgerade ein. Bis zum 4. Januar werden dann 259 000 Tonnen Zuckerrüben auf Lkw verladen und nach Ochsenfurt transportiert sein.
Foto: Maschinenring Gerolzhofen | Die "Lademäuse" der Zuckerrüben-Abfuhr biegen allmählich auf die Zielgerade ein. Bis zum 4. Januar werden dann 259 000 Tonnen Zuckerrüben auf Lkw verladen und nach Ochsenfurt transportiert sein.

Das Rübenjahr 2020 hatte mit der Aussaat im März begonnen. Der Zeitpunkt der Aussaat war heuer von entscheidender Bedeutung. Da von Tag zu Tag die Böden immer mehr austrockneten, war die frühe Aussaat von Vorteil. Wegen fehlender Frostgare und ergiebigen Niederschlägen im Februar war die Saatbettbereitung und Aussaat für die Landwirte eine besondere Herausforderung. Überall dort, wo die Aussaat nicht gut geglückt war, konnte man so genannte "Etagenrüben" sehen, also Pflanzen in deutlich unterschiedlicher Größe. Einige Rüben hatten schneller Anschluss an das Bodenwasser gefunden und wuchsen ihren Nachbarn schnell davon.

Im weiteren Verlauf des Jahres wurden die Zuckerrübenbestände je nach Entwicklung, Schädlingsbefall und Beikraut-Bewuchs mit chemischem Pflanzenschutz und Hackgeräten gepflegt. Hier werde sich in Zukunft das Problem des Schädlingsbefalls noch verstärken, sagt Michael Mikus, Geschäftsführer des Maschinenrings Gerolzhofen. Die so genannten neonicotinoiden Wirkstoffe – das sind hochwirksame Insektizide – sind dann nicht mehr zugelassen. Der Rübensamen wird bislang vor der Aussaat mit entsprechenden Mitteln gebeizt, um sich später den chemischen Pflanzenschutz mit der Pflanzenschutzspritze zu sparen. Obwohl die Zuckerrübe keine blühende Pflanze ist und somit auch keine Bienenarten anzieht, sind die Insektizide künftig nicht mehr zur Beize der Samen zugelassen. Die Zuckerrübenpflanzen werden dann den Schädlingen mehr ausgesetzt sein, befürchtet Mikus.

Es fehlten die Niederschläge

Ausbleibende Niederschläge im Frühjahr, sowie nur punktuelle Niederschläge im Sommer führten laut Maschinenring zu einer nur mäßigen Bestandsentwicklung. Dies war auch der Grund für den späten Ernte-Beginn in den Landkreisen Kitzingen, Schweinfurt und Haßberge. Die Bio-Rüben wurden bereits in der Zeit von 15. bis 24. September in die Zuckerfabrik nach Rain am Lech transportiert. Die Kampagne für die Bio-Rüben läuft getrennt von der konventionellen Rübenernte, um eine Durchmischung der Rüben und des Zuckers in der Zuckerfabrik zu verhindern. Alle Bio-Rüben im Einzugsbereich der Südzucker AG wurden in diesem Jahr zentral in Rain am Lech verarbeitet. Die Landwirtschaftlichen Maschinengemeinschaft der Zuckerrübenanbauer (LMZ) Zeil Ost transportierte in diesem Jahr  5780 Tonnen Rüben nach Rain.

Seit dem 26. September läuft nun die Abfuhr der konventionell erzeugten Zuckerrüben ins Werk nach Ochsenfurt. Die LMZ Zeil Ost verlädt die Zuckerrüben am Feldrand, wo die Rüben nach der Ernte in sogenannten Mieten gelagert werden. Der Transport erfolgt mittels Lkw in die Südzucker-Fabrik, wo die Rüben zu Zucker und die übrigen Bestandteile zu Futtermittel verarbeitet werden. Da die Rüben noch vor dem ersten einsetzenden Frost geerntet wurden, die Rübenkampagne aber bis zum 4. Januar 2021 laufen wird, hat die Fabrik Ende November die Landwirte zur so genannten Mietenpflege aufgerufen. Die Rübenhaufen mussten dann mit einem Vlies zugedeckt werden, damit sie vor Frost und starken Temperaturschwankungen geschützt sind. Würden die Rüben nämlich erfrieren und dann wieder auftauen, wären die Zellen zerstört. Die Rüben würden matschig, faulen und wären dann nicht mehr verarbeitbar.

Maschinenring koordiniert die Abfuhr

Der Maschinenring Gerolzhofen mit Michael Mikus an der Spitze koordiniert auch in diesem Jahr die beiden Verlade-Maschinen (die "Lademäuse") und die 17 eingesetzten Lkw zum Transport der Rüben und Futtermittel-Rückfrachten. Geplant wird außerdem auch der Einsatz des Mietenpflegegeräts, das die Rübenmieten mit einem auf einem Sattelauflieger aufgebauten Kran mit Vlies zudeckt.

Das Einsatzgebiet der LMZ Zeil Ost erstreckt sich von Hörblach entlang des Mains in Richtung Norden bis Schweinfurt, dann über Coburg, Bayreuth, Erlangen, Rüdenhausen und entlang der Autobahn A3 bis Hörblach. Die Grenze der beiden Einsatzgebiete der "Lademäuse" liegt entlang einer West-Ost-Linie zwischen Alitzheim und Gerolzhofen. Die "Südmaus" arbeitet sich aktuell aus Volkach über Gerolzhofen nach Wonfurt vor und die "Nordmaus" aus Treinfeld über Bamberg und Zeil nach Herlheim. Insgesamt werden heuer aus dem Gebiet der LMZ rund 259 000 Tonnen Zuckerrüben ins Werk nach Ochsenfurt transportiert.

Ertrag liegt unter Durchschnitt

Der durchschnittliche Ertrag pro Hektar liegt im Abfuhrgebiet der LMZ in diesem Jahr bei nur 60 Tonnen. Die Fabrik in Ochsenfurt wird von zwei weiteren bäuerlichen Abfuhrgemeinschaften beliefert. Der Werksdurchschnitt liegt bei etwa 70 Tonnen je Hektar.

Die bereits geernteten Zuckerrüben sind am Feldrand auf große Mieten aufgeschüttet und warten auf die 'Lademaus'. 
Foto: Stefan Polster | Die bereits geernteten Zuckerrüben sind am Feldrand auf große Mieten aufgeschüttet und warten auf die "Lademaus". 
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