100 Jahre Hockey in Würzburg: Jugend entdeckt Hockeysport

100 Jahre Hockey in Würzburg feiert der Hockey- und Tennis-Club Würzburg in diesem Jahr. Dabei geht es nicht um Eis- hockey, sondern um das olympisch höchst erfolgreiche Feld- und Hallenhockey.
Begeistert: Immer mehr Jungen und Mädchen finden beim Hockey- und Tennis-Club Würzburg Spaß am HockeysportRobert Menschick
Foto: FotoS (3): | Begeistert: Immer mehr Jungen und Mädchen finden beim Hockey- und Tennis-Club Würzburg Spaß am HockeysportRobert Menschick

Fünffacher deutscher Meister im Feldhockey der Damen? Hamburg – Berlin – Braunschweig – Köln. Die wenigsten werden bei dieser Frage an Würzburg denken. Aber in der Tat errangen die Würzburger Kickers in den Jahren 1941 bis 1956 fünfmal den deutschen Frauen-Meistertitel und stellten mit Martha Döllein, Luise Fleck und Anni Lautner drei Nationalspielerinnen. Im kommenden April wird der Hockey- und Tennis-Club Würzburg 100 Jahre Hockey in Würzburg feiern. Dabei wird natürlich auch in den Vereinschroniken gestöbert.

Bereits im Jahr 1909 hatten die Brüder G. und J. Richter den Hockey-Bazillus vom Nürnberger HTC nach Würzburg gebracht. Aus Hockey-Gruppen beim Akademischen Ruder-Club Würzburg und beim Würzburger Sport-Club wurde im Jahr 1911 unter Leitung von Louis Rubach die Hockeyabteilung beim FC Würzburger Kickers gegründet. Schon acht Jahre später bildete sich unter der Führung von Max Wolf, einem erfahrenen Spieler des SC Charlottenburg, eine Hockeyabteilung bei der Turngemeinde 1848 Würzburg. Zwei Hockey-Vereine in einer Stadt: Das sorgte über Jahrzehnte für eine gesunde Rivalität, stimmungsvolle Derbys und für eine gewisse Volkstümlichkeit dieser Sportart.

Kämpferin für den Frauensport

Und dann ist in den Hockey-Archiven noch von einer Barbara Kolbenschlag (gestorben 1992) zu lesen, die 1930 als 17-Jährige bei der Turngemeinde 1848 Würzburg das Hockeyspielen begann. Als Damenwartin des Deutschen Hockey-Bundes (1955 bis 1977) und als Präsidentin des Weltdamenhockeyverbandes (1963 bis 1967) kämpfte sie um die Gleichberechtigung der Frau im Sport und schaffte es, dass Frauenhockey seit 1980 olympisch ist.

1963 und 1992 sind zwei weitere wichtige Jahreszahlen in den Annalen des Würzburger Hockeysports. 1963 machte sich die Hockeyabteilung des FC Würzburger Kickers im besten Einvernehmen mit dem Hauptverein als HC Würzburger Kickers selbstständig. Der Mehrspartenverein hatte nicht mehr ausreichend Trainings- und Spielzeiten für das Hockey auf seinem Sportgelände bereit stellen können. 29 Jahre später schlossen sich HC Kickers und TGW-Hockeyabteilung zum Hockey- und Tennis-Club Würzburg (HTCW) zusammen, um gemeinsam stärker zu werden und um bessere Chancen auf einen Hockey-Kunstrasen zu haben. Beim Bundestag des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) 1995 auf der Würzburger Festung Marienberg bekam der neue Verein als Gastgeber viel Lob. Auch der neue DSB-Präsident Manfred von Richthofen sorgte beim DHB-Bundestag dafür, dass die Stadt Würzburg den Blick auf ihre Hockeyspieler lenkte.

Es brauchte aber noch einiges an Geduld und Einsatz des damaligen Vorsitzenden und heutigen Ehrenvorsitzenden Gerd Drößler, ehe der HTCW im Jahr 2000 auf seinem Gelände an der Zeppelinstraße neben seinem beliebten Clubrestaurant (erbaut 1989) und seinen Tennis-Plätzen den lang ersehnten Hockey-Kunstrasen einweihen konnte. Der Verein und seine Mannschaften wuchsen schnell. Über 200 der rund 450 Mitglieder sind Kinder und Jugendliche. Mehrere bayerische Meister- und Pokaltitel wurden von den Nachwuchsmannschaften in den letzten Jahren errungen. Im Feldhockey haben sich die Frauen in der bayerischen Oberliga etabliert, den Würzburger Männern gelang im letzten Jahr gar der Sprung in die 2. Süddeutsche Regionalliga. Im Hallenhockey schaffte die Männermannschaft erst vor wenigen Tagen den Aufstieg in die Oberliga.

Hockey ist populär geworden

Die Erfolge kommen nicht von ungefähr: Der andauernde Einsatz des Vereins bei Schul-, Spiel-, Stadt- und Stadtteilfesten sowie die intensive Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten haben Hockey in Würzburg populär werden lassen und dem Verein viel Zulauf gebracht. „Anhockey“, das traditionelle Saisoneröffnungsfest des HTCW am 1. Mai, sowie das Kinderturnier „Sonnwend-Cup“ bringen viel Leben auf das Clubgelände. Mit Heino Gövert (2. Vorsitzender), Ehrenmitglied Claus von Andrian-Werbung (früher Jugendwart, heute zuständig für Clubanlage), Marlies Schua, Rainer Schua und Nils Oehler (alle Jugendleitung) sind fünf Mitarbeiter aus dem Elternsport in die Vereinsführung eingestiegen.

Beim HTC Würzburg möchte sich aber niemand auf den Erreichten ausruhen. Angesichts der sinkenden Geburtenraten und des vermehrten Nachmittagsunterrichts werden zusätzliche Anstrengungen nötig, um weiter genügend Kinder für Hockey zu werben. Zwar ist man froh über die Hockeyspieler, vor allem die vielen jungen Leute, die als ehrenamtliche Übungsleiter ihr Wissen an die Jugend weitergeben. Auch weiß man die Arbeit der jungen Leute zu schätzen, die sich in den vergangenen Jahren bei einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) in den Club einbrachten. Die Hockeyleute wissen aber auch, dass der Punkt erreicht ist, an dem nur noch ein hauptamtlicher Trainer den Verein weiterbringt. Im Jubiläumsjahr soll es gelingen, eine geeignete Fachkraft zu finden.

Die Mittel für einen hauptamtlichen Trainer stehen – dank des umsichtigen Wirtschaftens der beiden Finanzverantwortlichen Martin Händel und Inge Meder – bereit. Auch die erforderlichen Rücklagen für den nächsten Kunstrasen sind gebildet. Und dennoch denkt man beim HTCW auch daran, einen Förderverein zu gründen, der mithilft, weitere Wünsche zu erfüllen. So hoffen die Würzburger Hockeyspieler, in naher Zukunft eine Sporthalle der ehemaligen US-Kaserne Leighton Barracks übernehmen zu können, um künftig mehr Zeiten und bessere Bedingungen für den Hallensport vorzufinden.

Dank des Potenzials an jungen und alten Mitarbeitern im Verein, könnten dem Würzburger Hockey auch weitere 100 erfolgreiche Jahre beschieden sein. Text: TK

Das Jubiläums-Programm „100 Jahre Hockey in Würzburg“

Hockey-Kinder- und Jugend-Malwettbewerb, Kulturspeicher, 5. bis 13. März (Faschingsferien). In Zusammenarbeit mit der Museumspädagogik des Kulturspeichers in der Veitshöchheimer Straße 5 gibt es einen Malwettbewerb für Kinder und Jugendliche, Mitglieder und Nicht-Mitglieder. In den Faschingsferien kann im Kulturspeicher an einem Stand im Foyer des Hauses ein Kunstwerk zum Thema Hockey gemalt oder gezeichnet werden. Malstifte und Papier stehen kostenlos zur Verfügung. Auch zu Hause erstellte Werke können im Kulturspeicher an der Kasse abgegeben werden. Die Teilnahme an dem Malwettbewerb ist kostenlos. Zu gewinnen sind Gutscheine für Kino, Sportartikel und Restaurantbesuche in der Club-Pizzeria „La Pineta“ Zeppelinstraße 116, Würzburg. Öffnungszeiten des Kulturspeichers in der Faschingswoche: Rosenmontag und Faschingsdienstag ist das Museum geschlossen, Do. 11-19 Uhr, sonst: 11-18 Uhr. Das Museum im Kulturspeicher zeigt in dieser Zeit die Sonderausstellung „Natürlich Grün!“ – eine Erlebnisausstellung für die ganze Familie.

Gala „100 Jahre Hockey in Würzburg“, Felix-Fechenbach-Haus, Samstag, 2. April, 19 Uhr.

Höhepunkt des Festjahres ist die Jubiläums-Gala im Felix-Fechenbach-Haus. Geboten werden ein unterhaltsamer Rückblick in Text und Bild, ein mediterranes Buffet durch das Restaurant „La Pineta“ sowie akustische Live-Musik durch das bekannte Trio „RedPack“.

Eintrittskarten gibt es per E-Mail unter 100Jahre@htcw.org

Verbandstag des Bayerischen Hockey-Verbandes, Gasthaus zum Hirschen, Lengfeld, Sonntag, 3. April, 10 Uhr.

Bayerns Hockey-Vereine erweisen dem Jubiläumsverein die Ehre und kommen zu ihrer Tagung nach Würzburg.

HTCW-Mitgliederversammlung, Mittwoch, 13. April, 19.30 Uhr. Der Verein lädt zur turnusgemäßen Mitgliederversammlung ein.

Anhockey mit Ehemaligentreffen, Club- anlage Zeppelinstr. 166, Sonntag, 1. Mai, 11-18 Uhr. Das Vereinsfest zur Saisoneröffnung wartet wieder mit zahlreichen Attraktionen auf: Kinder-Hüpfburg, Mittagessen, Kaffee/Kuchen. Insbesondere auch ehemalige Hockeyspieler sind eingeladen. Wer will, kann bei großen und kleinen Hockey-Spielen mitmachen.

Sonnwend-Cup, Clubanlage Zeppelinstraße 166, Samstag/Sonntag, 2./3. Juli.

Tolle Stimmung herrscht jedes Jahr beim Turnier für Knaben/Mädchen U10 und U8, ganz besonders auch bei der Abendunterhaltung auf dem Clubgelände.

Turnier für Männliche/Weibliche Jugend B,

Clubanlage Zeppelinstraße 166, Samstag/ Sonntag, 10./11. September.

Der HTC Würzburg schreibt ein Feldturnier für Männliche/Weibliche Jugend B aus.

Hockeystand beim Stadtfest, Semmelstraße, Samstag, 17. September, 10 bis 18 Uhr.

Die jährliche Präsentation des Hockey- und Tennis-Club Würzburg beim Stadtfest steht natürlich im Zeichen des Jubiläums.

Familienweihnachtsfeier, Pfarrsaal St. Josef/Grombühl, Sonntag, 11. Dezember, 16.30 Uhr. Jedes Jahr feiert der Verein stimmungsvoll im Advent.

Hockey- und Tennis-Club (HTCW)

Gegründet: 1911, seit 1992 HTCW

Mitglieder: 450, davon 220 Kinder und Jugendliche

Abteilungen: Hockey, Freizeittennis (ohne Medenspiele)

Feldhockey-Teams: 2 Männer, 1 Damen, 7 Großfeld-Jugend, 10 Kleinfeld-Jugend

Clubgelände: Zeppelinstraße 116, 1 Hockey-Kunstrasen, 3 Tennisplätze, Clubhaus mit Gaststätte „Pizzeria La Pineta“

1. Vorsitzender: Robert Menschick

Homepage: www.htcw.org

Schmucke Anlage: Der Hockey- und Tennis-Club in der Zeppelinstraße.
Foto: Foto Hilmar Beck | Schmucke Anlage: Der Hockey- und Tennis-Club in der Zeppelinstraße.
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