Waldbüttelbrunn

Agility: Zusammenspiel von Mensch und Hund

Stefan Reinhart (51) trainiert regelmäßig mit seinem einjährigen Briard Rüden, Luis. Es ist bereits sein 3. Hund und er hat schon viel Erfahrung in der Erziehung eines Hundes. Er hat schon die Welpen Schule besucht und möchte jetzt die Schutzhundeprüfung ablegen, um seine Leistungen und die des Hundes beurteilen zu können. FOTO Elfriede StreitenbergerText
Foto: – | Stefan Reinhart (51) trainiert regelmäßig mit seinem einjährigen Briard Rüden, Luis. Es ist bereits sein 3. Hund und er hat schon viel Erfahrung in der Erziehung eines Hundes.

Bis vor einigen Jahren legten die meisten Hundebesitzer keinen Wert auf einen gut erzogenen Hund. Und auf einen zufriedenen Hund schon gar nicht. Das Tier lebte meist ohne große Beachtung im Zwinger oder an der Leine im Hof. Das ist heute die Ausnahme. Vom reinen Schutz- und Wachhund hat er sich zum Begleiter des Menschen entwickelt. Viele Hundebesitzer entscheiden sich bewusst für einen Hund um Bewegung und Ablenkung zu erhalten.

Das ist auch für das Tier gut. Denn was alle alle Hunde brauchen, ist Abwechslung, sagt Volker Müller, der Vorsitzende des Polizei- und Schutzhundesportverein (PSV) Würzburg-Waldbüttelbrunn.

„Im Hundesport ist es wichtig, dass der Hund nicht arbeiten muss. Er muss arbeiten wollen.“
Volker Müller Vorsitzender und Trainer

Um geistig gefordert zu werden, freuen sich Hunde einen neuen Weg zu erkunden und nicht immer dieselbe Runde um den Block zu laufen. Ein gemeinsames Hobby, das dem Hund und seinem Menschen gleichermaßen Spaß macht, ist optimal, um beider Gesundheit zu fördern. Neigungen und Talente des Hundes können dabei ausgelebt werden.

Der Polizei- und Schutzhundesportverein (PSV) Würzburg-Waldbüttelbrunn bietet Hundebesitzern nicht nur Welpen- und Junghundekurse sondern auch verschiedene Hundesportarten die auch im Wettkampf auf Turnieren ausgetragen werden können.

Am 16. und 17.Juli organisiert der PSV das erste Mainfranken Cup-Agility auf dem Gelände am Wasserhaus in Waldbüttelbrunn. Über 90 Teilnehmer haben sich angemeldet.

Agility

Beim Agility (Tätigkeit) gilt es, mit hohem Tempo, aber möglichst fehlerfrei durch einen Parcours zu kommen. In wohl keiner anderen Hundesportart kommt es so sehr auf das Zusammenspiel von Mensch und Hund an. Oft entscheiden Sekundenbruchteile über den Sieg.

Agility verlangt auch von Menschen sehr viel Koordination, Körpergefühl und schnelle Reaktionen. Denn der Hundehalter muss seinen Hund an der unsichtbaren Leine durch den Parcours lenken. Dabei läuft er neben den Hindernissen her und steuert das Tier lediglich durch Körpersprache und Hörzeichen. Bei diesem Sport ist eine gemeinsame Leistung gefragt. Es gewinnt das schnellste Team mit den wenigsten Fehlern.

Der Parcours

Auf der Strecke sind die unterschiedlichsten Hindernisse zu überwinden: Reifen, eine Wand, der Laufsteg, Wippen, Tunnel, verschiedene Sprunggeräte und vieles mehr. Die individuelle Kombination der Elemente macht dabei den speziellen Charakter eines Parcours aus.

Der Schwierigkeitsgrad des Gesamtparcours wird mit drei Leistungsklassen (1-3) bezeichnet. Auch die Höhe der zu überwindenden Geräte wird in drei Klassen eingeteilt (Small, Medium und Large). Die Zuordnung zu den Klassen richtet sich nach der Größe des Hundes.

Volker Müller selbst betreibt Hundesport aus Leidenschaft. Der 55-Jährige hat das Angebot erweitert und übernimmt mit einem Trainerteam auch die Ausbildung. Gudrun Grimmer trainiert die Agility-Gruppe, Birgit Droll die Obedience.

Funny, die dreijährige Australien Shephard Hündin und ihr Frauchen Brigitte Goldhammer (49) aus Mädelhofen, gehen regelmäßig auf den Hundeplatz um mit ihrer Trainerin Birgit Droll zu lernen. Ziel einer jeden Disziplin ist die „freudige, harmonische, perfekte Zusammenarbeit“ von Hund und Hundeführer. Ohne Druck. „Im Hundesport ist es wichtig, dass der Hund nicht arbeiten muss – er muss arbeiten wollen“, erzählt Müller. Wichtig für ihn: „Wir arbeiten mit Belohnung, ohne Zwang.“

Volker Müller sieht den Hundesport als eine komplexe Freizeitbeschäftigung. Seine Hunde sind ein Teil der Familie. Seit vielen Jahren ist er im Hundesport unterwegs und konnte schon internationale Erfahrungen sammeln.

„In der heutigen Gesellschaft wird erwartet, dass der Hund sich anpasst“, berichtet Müller. Für ihn sind eine konsequente Erziehung und ein guter Grundgehorsam unabdingbar. Die Grundlagen hierzu gibt es im Welpen- und Junghundekurs. Viele Vereinsmitglieder kamen über den Welpenkurs dann zum Hundesport und sind seit Jahren dabei.

So wie Georg Dümler (39) aus Giebelstadt. Primär hatte er den Wunsch für sein Firmengelände in Giebelstadt einen Wachhund auszubilden. Jetzt macht es ihm auch noch Spaß mit dem Hund zu arbeiten. Sein Texas, ein zweijähriger Malinios Rüde ist mit Begeisterung dabei.

Und Stefan Reinhart kann dank der guten Ausbildung seinen Briard-Rüden Luis überall mithinnehmen. Obwohl der erst ein Jahr alt ist. Luis ist ein Mitglied der Familie und da gehört es für Reinhart dazu, dass er sich auch unterordnen kann.

Gravierend haben sich aber auch die Ausbildungsmethoden verändert, berichtet Müller. „Bei der Ausbildung setzen die Trainer auf Konsequenz und Belohnung.“ Früher gab es zumeist nur Gebrauchshundesport, indem häufig mit viel Druck gearbeitet wurde. Dies möchte heutzutage jedoch keiner mehr tun, weiß Müller.

Als Ausgleich zum Arbeitsalltag suchen die Hundebesitzer eine Beschäftigungsmöglichkeit für sich und den Hund. Gemeinsam etwas erarbeiten und Spaß zusammen haben, dies aber ohne Gewalt und Druck.

Der Verein

Volker Müller ist seit 2015 Vorsitzender des 1908 gegründeten Polizei- und Schutzhundesportverein (PSV) Würzburg-Waldbüttelbrunn. Der Verein hatte sich bei seiner Gründung zur Aufgabe gestellt, die Ausbildung von Gebrauchshunden auf breiter Grundlage zu fördern. Es war eine Gemeinschaft, die sich aus Angehörigen der damaligen Stadtpolizei und privaten Hundebesitzer zusammensetzte.

In den Anfangsjahren war der Verein mit seinem Übungsgelände in Würzburg am Festungsgelände, später in Höchberg am Hexenbruch und seit 1972 auf seinem jetzigen Vereinsgelände am Wasserhaus in Waldbüttelbrunn zuhause. Hier bauten sich die Vereinsmitglieder Zug um Zug einen Hundeplatz mit Vereinsheim und abgeschlossenen Innenbereich auf. Heute zählt der Verein 98 Mitglieder und hat sich dem Hundesport geöffnet.

Der Verein bietet Welpen- und Junghundeschule, Begleithundeprüfungen, Sachkundeausbildung, Obedience (Gehorsam), Agility-(Tätigkeit) Training oder Vielseitigkeitsprüfungen (VPG) nach IPO an. Ein breites Spektrum das mit qualifizierten Trainern funktioniert.

Informationen zum 1. Mainfranken Cup-Agility unter: www.psv-wuerzburg.de

Die dreijährige Australien Shepherd Hündin von Brigitte Goldhammer aus Mädelhofen ist clever und will gefordert werden.
Foto: Elfriede Streitenberger | Die dreijährige Australien Shepherd Hündin von Brigitte Goldhammer aus Mädelhofen ist clever und will gefordert werden.
Schäferhündin Lobra mit ihrer Besitzerin Franziska Witterauf.
Foto: Elfriede Streitenberger | Schäferhündin Lobra mit ihrer Besitzerin Franziska Witterauf.
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