Würzburg

Aktion für Abrüstung und Entspannungspolitik

Friedensaktivisten von Ökopax trafen sich am Samstag vor dem Dom zum Aktionstag für Abrüstung und eine neue Entspannungspolitik
Foto: Patrick Wötzel | Friedensaktivisten von Ökopax trafen sich am Samstag vor dem Dom zum Aktionstag für Abrüstung und eine neue Entspannungspolitik

Am Aktionstag für Abrüstung haben sich auch in Würzburg knapp 40 Menschen versammelt, um für eine neue Entspannungspolitik zu demonstrieren. Auf dem Weg zum Frieden in der Welt müsse "das Verbot der völkerrechtswidrigen Atomwaffen an allererster Stelle stehen", betonte Uta Deitert von Ökopax.

Zu den bundesweiten Aktionen aufgerufen hatte die Initiative "Abrüsten statt Aufrüsten", zentrale Veranstaltung war eine Menschenkette in Berlin zwischen Kanzleramt und Bundestag. In Würzburg trafen sich die Friedensaktivisten von Ökopax am Samstag mit Masken und Abstand auf dem Domvorplatz. Unter ihnen war auch Stadträtin Barbara Meyer (Linke), die die steigenden Rüstungsausgaben im Bundeshaushalt kritisierte.

Deutschland habe 2020 mit seinem Verteidigungsetat inklusive der Ausgaben für die Nato erstmals die Schallgrenze von 50 Milliarden Euro durchbrochen. Gemeinsame deutsch-französische Rüstungsprojekte wie der Kampfflugzeug-Verbund FCAS und ein neuer Kampfpanzer seien mit insgesamt 600 Milliarden Euro "Europas teuerstes Waffenprogramm aller Zeiten", sagte Meyer.

"Wenn es um den Wehretat geht, sprechen wir von Kriegsvorbereitung", fügte Helmut Försch, Zeitzeuge der Naziherrschaft und des 2. Weltkriegs, hinzu: "Würden diese zig Billionen […] für Frieden und Verständigung ausgegeben, alle Probleme dieser Welt könnten gelöst und Wohlstand für alle erreicht werden."

Eine der wenigen guten Nachrichten der letzten Zeit war laut Uta Deitert die Ratifizierung des Atomwaffenverbotsvertrags der Vereinten Nationen durch Honduras im Oktober. Damit haben 50 Staaten den Vertrag ratifiziert, der am 22. Januar 2021 offiziell in Kraft tritt. Ziel ist die weltweite Abschaffung aller Atomwaffen.

14 000 Atomwaffen in Alarmbereitschaft

Derzeit seien von den weltweit etwa 14 000 Atomwaffen rund 1800 in ständiger Alarmbereitschaft und könnten jederzeit auf Knopfdruck aktiviert werden, betonte Deitert. Die USA wollen ihr Arsenal mit kleineren Sprengköpfen für begrenzte Atomschläge modernisieren: "Wer glaubt, dass ein beherrschbarer atomarer Einsatz möglich ist, hat die Idee der Abschreckung ausgemustert."

Dabei sei die Mehrheit der Menschen weltweit für die Abschaffung der Atomwaffen, in Deutschland seien es mehr als 90 Prozent der Bevölkerung: "170 Abgeordnete aus allen demokratischen Parteien, alle 16 Landeshauptstädte und vier Landesregierungen drängen die Bundesregierung, dem Vertrag beizutreten", so Deitert. Konsequenz des Beitritts wäre der Abzug der auf deutschem Boden stationierten Atomwaffen der US-amerikanischen Streitkräfte.

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Würzburg und erhalten Sie dreimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Themen & Autoren
Würzburg
Patrick Wötzel
Abrüstung
Atombombenabwürfe
Atomwaffen
Bundeshaushalt
Bundeskanzleramt
Deutscher Bundestag
Entspannungspolitik
Kriegsvorbereitungen
Militärhaushalt
Nato
Regierungseinrichtungen der Bundesrepublik Deutschland
Staaten
UNO
Weltkriege
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!