Würzburg

Alltagshelden: Medikamente und Blumen kommen mit dem Rad

Sie sind Helden des Alltags: Wir stellen Menschen vor, die das öffentliche Leben noch aufrecht erhalten. Zum Abschluss heute: Fahrradkurierin Karolin Zientarski.
Karolin Zientarski ist als Fahrradkurierin bis zu zehn Stunden täglich draußen unterwegs.
Foto: Anna-Lena Behnke | Karolin Zientarski ist als Fahrradkurierin bis zu zehn Stunden täglich draußen unterwegs.

Bis zu zehn Stunden tritt Karolin Zientarski täglich in die Pedale. Mit ihrem Mann hat die 34-jährige Würzburgerin vor zweieinhalb Jahren den Fahrradkurierdienst "Radboten" gegründet. Gemeinsam mit neun weiteren Kurieren fährt Zientarski auch während der Corona-Krise die unterschiedlichsten Lieferungen – Arzneimittel, Blumen, Hygieneartikel – im Würzburger Stadtgebiet aus.

"Wir sind zum Glück relativ flexibel, weil wir nicht von einer Branche abhängig sind", sagt die Radbotin. "Trotzdem ist Corona eine Ausnahmesituation für uns. Einige Kunden sind abgesprungen, andere kamen dazu. Wie es die nächsten Wochen und Monate weitergeht, weiß keiner so recht.

Vor der Corona-Krise war unser B2B-Business, also die Belieferung von Geschäftskunden, unser Hauptgeschäft. Auch öffentliche Einrichtungen und Büros haben wir viel beliefert. Da gibt es jetzt nichts mehr oder sehr viel weniger zu tun. Die Belieferung von privaten Kunden hat dafür zugenommen. Zum Beispiel Essens- oder Blumenlieferungen haben wir jetzt viel mehr. Auch technische Sachen wie Computer und Smartphones fahren wir gerade sehr oft.

Dadurch hat sich auch unser Radius vergrößert. Büros liegen hauptsächlich in der Innenstadt, Privatleute wohnen aber überall. Es ist für uns normal geworden auch den Heuchelhof mehrmals täglich anzufahren.

Vor gut zwei Jahren hat Karolin Zientarski mit ihrem Mann den Fahrradkurierdienstes Radboten gegründet.
Foto: Anna-Lena Behnke | Vor gut zwei Jahren hat Karolin Zientarski mit ihrem Mann den Fahrradkurierdienstes Radboten gegründet.

Was mir Sorgen macht, ist dass trotzdem so viele Leute draußen unterwegs sind. Ich vermeide zum Beispiel die Main-Seite in der Sanderau, weil dort so viel los ist, und fahre lieber auf der anderen Seite Richtung stadtauswärts. Wir sind jeden Tag draußen unterwegs und setzen uns da einem größeren Risiko aus. Deswegen ärgert es mich, wenn irgendwo so viele Menschen beieinander stehen, dass ich nicht genügend Abstand halten kann.

Im Büro haben wir Desinfektionsmittelspender für die Hände, auch die Funkgeräte und Handys desinfizieren wir nach jedem Nutzer. Außerdem achten wir darauf Abstand zu halten und verzichten momentan auf die Unterschrift, wenn wir eine Lieferung abgegeben haben. Unterwegs haben wir Halstücher, die wir über Mund und Nase ziehen. Masken kommen für uns leider nicht in Frage. Wir machen schließlich Sport und würden da nicht genug Luft bekommen."

In unserer Serie "Alltagshelden" stellen wir Menschen aus der Region vor, die täglich ihr Bestes geben, um das öffentliche Leben trotz der Coronakrise aufrecht zu erhalten. Viele können nicht von Zuhause aus arbeiten und müssen sich deswegen täglich neuen Herausforderungen stellen. Ein großes Dankeschön dafür!

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