Altes Werk mit neuester Technik

WÜRZBURG Das Wasserwerk Mergentheimer Straße steht zurzeit nur noch als Gerippe. Sanierungsarbeiten für 10,5 Millionen Euro sind im Gange. Nähere Informationen über die Wasserförderung in Würzburg führen allerdings zu der Erkenntnis, dass die Versorgung mit sauberem Trinkwasser keineswegs selbstverständlich ist.
Die Betrachtung geht bis zu den Baumaßnahmen für den Hotelturm in der Schweinfurter Straße.

Die Würzburger werden nämlich in erster Linie aus Quellwasser versorgt, auch aus dem Quellwasser der Bahnhofsquellen (zirka 10 bis 15 Prozent des Verbrauchs) und aus dem Zeller Wasserwerk (zirka 50 Prozent). Wer in einer Tiefe buddelt wie die Bauarbeiter an der Baustelle für den Hotelturm, könnte Eintrübungen und somit Unreinheiten des in der Nähe gewonnenen Quellwassers erzeugen. Dann müssten die Bahnhofsquellen zumindest zeitweise dicht gemacht werden. Darauf haben die Verantwortlichen der Trinkwasserversorgung Würzburg GmbH TWV, einer WVV-Tochtergesellschaft, die Stadtverwaltung hingewiesen, so WVV-Pressesprecher Jürgen Dornberger und die beiden Ingenieure Jens Lüke und Wilhelm Schils.

Das Wasserwerk Mergentheimer Straße galt bisher als stille Reserve, ist im Moment aber auch nicht als Wassergewinnungsanlage verfügbar. Früher in Spitzenzeiten zuständig, läuft hier zurzeit nichts - außer Bauarbeiten. Von hier aus wurden im Schnitt knapp fünf Prozent der gesamten Würzburger Wassermenge gewonnen, in Ausnahmefällen tageweise sogar bis zu 40 Prozent.

Die Fachleute weisen auf derzeit allgemein gute Quellschüttungen hin: Aufgrund von langjährigen Berechnungen ist klar, dass bis in die nächsten Monate noch "locker" mit viel Grundwasser aus natürlichen Quellen zu rechnen ist. Deshalb sollten kleinere Einschränkungen wie das vorübergehende Stilllegen des Wasserwerks Mergentheimer Straße kein Problem sein. Gleichzeitig sollten aber alle anderen Quellen ohne Einschränkungen verfügbar sein.

18 kleinere und teils sehr große Hochbehälter hat Würzburg. Sie sind die eigentlichen Wasserspeicher, der größte mit 25 000 Kubikmetern Inhalt der Hochbehälter Galgenberg.

Gut 40 000 Kubikmeter Speichervolumen stehen im gesamten Netz im Würzburger Stadtgebiet zur Verfügung. In die Speicher (Hochbehälter) fließt immer wieder Quellwasser nach; von hier wird für den täglichen Verbrauch Wasser entnommen. Vorige Woche waren es bei viel Hitze knapp 40 000 Kubikmeter Verbrauch, in dieser Woche werden es rund 32 000 Kubik.

Das Wasserwerk Mergentheimer Straße hat - wenn es denn am Netz ist - zwei Reinwasserbehälter mit insgesamt 800 Kubikmetern reinem aufgearbeitetem Trinkwasser auf Vorrat - kurze Zwischenspeicher, von denen aus das Wasser in die Hauptleitung und am Ende in den Hochbehälter am Galgenberg gepumpt wird. Das Werk in der Mergentheimer Straße fördert Grundwasser, außerdem filtriertes - extrem gereinigtes - Mainwasser und Uferfiltrat (Mainwasser, welches in den Grund läuft und sich dadurch selbst filtert). Das Gemisch wird im Wasserwerk weiter aufbereitet. Zusätzlich durch die Filter aus Aktivkohle, Kies und Sand durchfließt das Wasser künftig eine Ozonbehandlung: Keime und chemische Substanzen wie Pflanzenschutzmittel können damit entfernt werden.

Das alte denkmalgeschützte Wasserwerk, gebaut 1894, muss an den neuesten Stand der Trinkwasserverordnung angepasst werden und kommt technisch auf den modernsten Stand. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Mitte 2004. Bezahlt wird der Aufwand zunächst vom Betreiber, der Trinkwasserversorgungsgesellschaft Würzburg, einem Unternehmen der WVV - letztendlich aber freilich vom Verbraucher.

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