Gerbrunn

Antragsmarathon im Gerbrunner Gemeinderat

Auf der unteren Verbindungsstrecke zwischen Judenpfad und Alter Staatstraße kann es aufgrund des Park- und Suchverkehrs bisweilen brenzlig werden.
Foto: Jörg Rieger | Auf der unteren Verbindungsstrecke zwischen Judenpfad und Alter Staatstraße kann es aufgrund des Park- und Suchverkehrs bisweilen brenzlig werden.

In der jüngsten Gerbrunner Gemeinderatssitzung sind am Montagabend allerhand Anträge behandelt worden. Die Grünen-Fraktion sprach sich für einen gekennzeichneten Fußweg zwischen der Alten Landstraße und dem bestehenden Judenpfadweg unterhalb der Roßsteige aus. Deren Vertreter lobten den oberen Bereich des Weges am Kirschberg, der von Spaziergängern und Sporttreibenden genutzt werde, um ins Grüne zu gelangen.

Als "gefährlich" bezeichneten sie allerdings den Ist-Zustand im Tal, wo viele Fahrzeuge eines dort ansässigen Paketdienstleisters und parkende Pkw für Engstellen sorgten. "Die Situation ist vor allem dann problematisch, wenn das Wetter schlecht ist", sagte Riad Bauch (Grüne). Allen voran für Eltern mit Kinderwägen sei das nicht zufriedenstellend. FWG-Sprecher Reinhard Kies wies darauf hin, dass das Problem alt sei und man einen Weg gemeinsam mit der Firma finden müsse. Schließlich einigte sich das Gremium einstimmig darauf, im Rahmen der nächsten Bau- und Umweltausschusssitzung am 15. März eine Ortsbegehung mit der Niederlassungsleitung zu machen.

Standort des Bürgergarten sorgte für Diskussion

Der SPD-Fraktion schwebt sowohl ein Bürgergarten am oberen Ende der Randersackerer Straße als auch ein Verbot von Schottergärten im Ort vor. Während letzteres die Zustimmung des Gremiums fand, regte sich bei dem Grundstück über den Dächern Gerbrunns wie schon im November Widerstand. Seinerzeit war das SPD-Ansinnen abgelehnt worden, dort Tiny Häuser aufzustellen. "Ich finde den Bürgergarten eine schöne Idee. Die Fläche ist in meinen Augen dafür aber nicht geeignet", erklärte Beatrix Radke (Grünen). Wolfgang Stier (FWG) befand: "Das Gebiet ist zu steil und zu weit entfernt vom Zentrum. Zudem sind zwei Drittel verbuscht." Stattdessen brachte er für den Garten das frühere Gelände des evangelischen Kindergartens am Friedhofsweg ins Spiel. Auch Michael Huttner (CSU) meinte, dass es bessere öffentliche Plätze gäbe.

Die SPD-Fraktion verteidigte hingegen ihren anvisierten Platz auf der Höhe, auch weil die Entfernung zu einem Kindergarten und potenziellen Nutzern aus den Hochhäusern am Happach nicht so weit ist. Schließlich einigte man sich darauf, in einem ersten Schritt einen Interessentenkreis für den Bürgergarten zu gewinnen und sich erst danach der Standortwahl zu widmen.

Schottergärten will man auch in Gerbrunn den Garaus machen. Während sich die Grünen-Vertreter hierfür mehr Fördermaßnahmen wie Pflanzpakete wünschten, gab Kies zu bedenken, dass ein Verbot nur Sinn mache, wenn man es auch kontrolliere und einen Verstoß sanktioniere.

Verbot, Wohnraum in Ferienwohnungen umzuwandeln

Für lebhafte Diskussionen sorgte auch der SPD-Antrag, das Umwandeln von bestehendem Wohnraum in Ferienwohnungen zu untersagen. "Wir wollen damit ein Signal setzen, Wohnraum für die Menschen im Ort zu schützen", sagte Stephan Herbst (SPD). Gabriela Gottwald (CSU) sprach sich gegen das Veränderungsverbot aus: "Wir haben kein Hotel mehr im Ort. Ich fände es aber wichtig, wenn man auswärtigen Besuch weiterhin fußläufig unterbekommt und würde daher die Kultur der Ferienwohnungen hochhalten." Andere Ratsmitglieder wiesen auf die touristische Bedeutung hin.

Dem widersprach Norbert Mauermann (SPD). Die Unterkünfte würden überwiegend von Arbeitern genutzt. "Touristen übernachten eher bei uns, um Würzburg oder umliegende Weinorte zu besuchen." Es gehe auch nicht darum, den Bau neuer Ferienwohnungen zu verbieten, sondern nur um die Umwidmung bestehenden Wohnraums. Nach dem Austausch der Argumente stimmte man mit 11:9-Stimmen denkbar knapp dafür, eine fünf Jahre geltenden Satzung in die Wege zu leiten, um Umwandlungen zu verhindern.

Ein Antrag der FWG verfolgte die Errichtung eines Jugendrates in Gerbrunn sowie eine vorgeschaltete Bedarfsumfrage unter den Heranwachsenden. "Die Jugend ist generell wieder politisch sehr engagiert", sagte Initiatorin Annette Obrusnik (FWG): "Gleichzeitig bedeutet Corona eine harte Zeit für Jugendliche. Mit einem solchen Rat können wir zeigen, dass wir sie sehen und ernst nehmen." Nun soll sich der Jugend-, Kultur- und Familienausschuss des Themas annehmen.

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