Würzburg

Ausprobieren, experimentieren und aus Fehlern lernen

Um digitale Bildung gibg es beim 5. MINT-Tag Mainfranken . Diese Mal online.

Wie kann virtueller Unterricht gelingen? Dieser Frage gingen 80 pädagogische Fachkräfte aus verschiedenen Landkreisen im Rahmen des Online-MINT-Tages auf den Grund. Dies berichtet die Region Mainfranken GmbH in einer Pressemitteilung. MINT ist eine Abkürzung für die Fächer aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Beim Online-MINT-Tag ging es um die Durchsetzung von Corona-Regeln, Homeschooling und das Unterrichten vor der Webcam.

Digitalisierung mit Mut und Kreativität vorantreiben

Bianca Ely, Projektmanagerin beim Verein Forum Bildung Digitalisierung e.V., berichtete in Ihrem Einführungsvortrag über die Bedingungen, welche zum Gelingen der Digitalisierung in schulischen Einrichtungen beitragen. Neben einer positiven Grundhaltung von Seiten der Lehrkräfte gegenüber digitalen Medien brauche es Mut zum Ausprobieren und auch zum Fehler machen. Regelmäßiger Austausch im Kollegium sei wichtig, ebenso wie eine didaktisch sinnvolle Einbindung der digitalen Lernmaterialen in das Unterrichtskonzept. “Mit der bloßen Anschaffung von technischer Ausstattung ist es noch nicht getan. Wir müssen uns Zeit nehmen, Wissen aufbauen und unsere Fachkräfte befähigen, neue Technik geeignet einzusetzen”, sagte sie. “Im Prinzip müsste viel mehr Geld in die Ausweitung personeller Kapazitäten fließen.”

Das Gymnasium Veitshöchheim – ein digitaler Vorreiter

Dieser Meinung sind auch Dieter Brückner, Rektor des Gymnasiums Veitshöchheim sowie Gunnar Leuner, Mathe und Physik-Lehrer und IT-Systembetreuer der Schule. In einem Kurzinterview erklärten beide, wie das Gymnasium zum digitalen Pionier in Mainfranken werden konnte. Bereits im Jahr 2002 führten sie als eine der ersten Schulen bayernweit eine Notebook-Klasse ein. Seitdem war die Bildungseinrichtung bei zahlreichen digitalen Schulversuchen dabei und ist Medienreferenzschule der ersten Stunde. Über den Calliope Mini bis hin zur Sensorik und digitaler Analysesoftware wird im MINT-Unterricht verschiedenste Technik eingesetzt, um den SchülerInnen deren Nutzen und Funktionsweise angewandt näher zu bringen. “Wenn wir davon ausgehen, dass unsere Kinder und Jugendlichen nicht für die Schule, sondern für ihr Leben lernen, dann müssen wir sie im Unterricht darauf vorbereiten. Das Leben funktioniert nicht mehr ohne Smartphone, Internet und Computer”, konstatierte Schulleiter Brückner. Als Vorsitzender der Bundesdirektorenkonferenz Gymnasien hat er Einblicke in deutschlandweite Aktivitäten und stellte fest, dass Corona durchaus zum ungeplanten Motor für digitale Bildung in allen Bundesländern geworden ist. Der Effekt dürfe aber kein Strohfeuer blieben, mahnte er abschließend.

Acht verschiedene Workshops von MINT-Netzwerkpartnern

Danach starteten die TeilnehmerInnen in vier verschiedene Workshop-Pakete, welche jeweils von zwei regionalen MINT-Einrichtungen gestaltet wurden. Im ersten Paket stellte Dr. Dorothee Kleinschrot vom Mineralogischen Museum über die Dokumentenkamera verschiedene Minerale vor; zudem demonstrierten Judith Flurer und Katja Weichbroth vom Rudolf-Virchow-Zentrum Experimente in ihrem Labor und strahlten diese über den Livestream aus. Andre Greubel vom Lehrstuhl Didiaktik der Mathematik der Uni Würzburg bewies im zweiten Workshopraum, dass Modellierungsversuche im Matheunterricht ganz und gar nicht kompliziert und langweilig sind – und zwar am Beispiel der Evakuierung. Ferner zeigten Dr. Markus Elsholz und weitere MitarbeiterInnen des M!ND-Centers, welche digitalen Angebote und Lernmanagement-Systeme die Hochschuleinrichtung in der aktuellen Situation unterstützend zur Verfügung stellt. Im Workshopraum drei lernten die Lehrkräfte gemeinsam mit Markus Dietz von der Wissenswerkstatt Schweinfurt die Programmier-Plattform Open Roberta kennen, während Shawn Kennedy, Referent der Initiative Junge Forscherinnen und Forscher e.V. das kostenfreie e-Schooling Angebot “Gesundheitstechnologien digital erleben” präsentierte. Schließlich diskutierte Prof. Ansgar Jaeger von der Fakultät Kunststofftechnik und Vermessung der FHWS im vierten Workshopraum, ob Kunststoffe Fluch oder Segen für unseren Planeten sind und wie das Thema mit SchülerInnen behandelt werden kann. Anschließend stellte Roland Mai vom BayernLab Bad Neustadt an der Saale den pädagogischen Fachkräften vor, welche verschiedenen Funktionen der Online-Kartenviewer “BayernAtlas” bereithält und wie diese im MINT-Unterricht Einsatz finden können.

Mehrwert für das eigene Klassenzimmer

Insgesamt wurde der 5. MINT-Tag Mainfranken zu einer erfolgreichen Kooperationsveranstaltung, dank der engagierten Zusammenarbeit verschiedenster Partner und der intensiven Vorbereitung der Region Mainfranken GmbH. Laut dem Feedback der TeilnehmerInnen bot der MINT-Tag einen großen Mehrwert für den eigenen beruflichen Alltag. "Sehr gute Organisation, spannende Inhalte und eine angenehme Arbeitsatmosphäre“, resümmierte eine Lehrkraft in ihrer anonymen Bewertung.

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