"Bahnhof ist Denkmal des Wiederaufbaus"

Würzburg (Rö.) Der Initiativkreis zur Erhaltung historischer Denkmäler und die Bürgerinitiative "Lebenswerte Pleich" haben in Erklärungen ihre Bedenken gegen die geplante Überbauung des Ringparks im Bereich des Busbahnhofs sowie die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes angemeldet.

Bei den bisher vorliegenden Planungen sieht der Initiativkreis massiv Belange des Denkmalschutzes tangiert. Der Ringpark stehe als Einzeldenkmal seit 1985 unter Schutz, heißt es in einer Pressemitteilung. Außerdem sei in den Kaufbedingungen mit dem Freistaat Bayern vor 150 Jahren vereinbart worden, dass die Ringpark-Anlagen nicht überbaut werden dürften.

Zu überraschenden Erkenntnissen kommt der Initiativkreis in seiner Bewertung des Bahnhofsplatzes. Das 1955 errichtete Bahnhofsgebäude sei, so heißt es, "zweifelsfrei als Denkmal der Wiederaufbauzeit zu bewerten", auch wenn es noch nicht förmlich in die Denkmalliste eingetragen sei. Wenn bei der geplanten Bebauung die westliche Pavillonreihe wegfallen würde, werde die Symmetrie der Platzanlage zerstört. Die Pavillons werden in der Erklärung als "zarte und durchaus elegante Stahl-Glas-Holzkonstruktionen der frühen Nachkriegszeit" beschrieben. Den Bahnhofsplatz sieht der Initiativkreis nicht nur als "bedeutende städtebauliche und urbanistische Nachkriegslösung an, sondern in seiner architektonischen Gestaltung auch als qualitätsvollen Beitrag der nachgeholten frühen Moderne in Würzburg".

Aus den erwähnten Gründen lehnt der Initiativkreis eine Überbauung des Ringparks und die Bebauung des Bahnhofsplatzes ab. Damit würden zwei bedeutende Denkmäler unterschiedlicher Zeitepochen unwiederbringlich zerstört.

Diese Bedenken teilt im Wesentlichen auch die BI Lebenswerte Pleich, die einem offenen Brief an OB Pia Beckmann und den Stadtrat appelliert, zunächst einen Rahmenplan mit allen Aspekten zu erstellen und diesen öffentlich mit den Bürgerinnen und Bürgern zu diskutieren. Die BI hat einen umfangreichen Fragenkatalog zusammengestellt, in dem es um Themen geht wie:

Ist es richtig, das mühsam verkehrsberuhigte Wohnen in der äußeren Pleich durch Zustrom von 1000 Parkplätzen und 6000 Veranstaltungsplätzen wieder zu gefährden?

Ist es richtig, eine Straßenbahn durch die Bismarckstraße zu führen, anstatt über den Röntgenring, der keinen Durchgangsverkehr mehr haben soll?

Lässt sich die gewaltige Baumasse der Veranstaltungshalle städtebaulich verträglich in die Nachbarschaft mit ihren Wohnhäusern und dem Ringpark einfügen?

Gehört die Veranstaltungshalle als als starker Verkehrsmagnet nicht an einen weniger empfindlichen Standort, zum Beispiel auf die Nordseite der Bahngleise?

Welche Folgekosten sind von der Veranstaltungshalle zu erwarten und wer trägt das Risiko am Ende?

All diese Fragen sollten in einem Forum zur Entwicklung des Bahnhofsareals besprochen werden, in dem die Bürgerinitiative bereit wäre, mitzuarbeiten.

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