Ochsenfurt

Bauern-Aktion: Was die Unternehmen den Landwirten antworten

Am 11. November übergaben Landwirte auch in Unterfranken Brandbriefe an die verwertenden Betriebe. Sie fordern höhere Preise. Hatten sie mit ihrer Aktion Erfolg?
Am 11. November übergaben Alfred Greubel aus Elfershausen und Armin Zehner aus Oberschwarzach für die Bauern den Brief an den Werksleiter von Danone. Inzwischen sind die Antworten da.
Foto: Thomas Obermeier | Am 11. November übergaben Alfred Greubel aus Elfershausen und Armin Zehner aus Oberschwarzach für die Bauern den Brief an den Werksleiter von Danone. Inzwischen sind die Antworten da.

Für den 11. November hatten Landwirtschaftsverbände zu einer bundesweiten Aktion aufgerufen. Auch in Unterfranken waren Bauern dem Aufruf gefolgt, in verarbeitenden Betrieben Brandbriefe zu übergeben. Darin sollte auf die niedrigen Erzeugerpreise hingewiesen werden, die seit langer Zeit stagnierten und den Landwirten ein gewinnbringendes Wirtschaften kaum mehr möglich machten, hieß es in dem Aufruf. Die Verarbeiter wurden aufgefordert, Vorschläge zu unterbreiten, wie die Erzeugerpreise angehoben werden könnten. Jetzt liegen die Antworten vor.

In Unterfranken waren Landwirte mit ihren Schleppern vor dem Werkstor von Danone in Goßmannsdorf, dem Südzuckerwerk in Ochsenfurt und dem Schlachthof in Aub vorgefahren und hatten die Schreiben übergeben. Eine Woche später wurden die Antworten abgeholt.

Danone setzt auf Dialog mit den Landwirten

Bei Danone hat sich die Geschäftsführung mit den Forderungen der Bauern auseinandergesetzt. In dem Antwortschreiben, das der Redaktion vorliegt, heißt es unter anderem: "Danone zahlt seinen Milchbauern einen fairen Milchpreis oberhalb des Marktdurchschnitts, der zudem auch Nachhaltigkeitsfaktoren in der Landwirtschaft berücksichtigt." Durch langfristige Verträge, die Danone zusammen mit den Landwirten aufsetze, biete das Unternehmen den Milchbauern eine zuverlässige Lieferbeziehung mit stabilen Einnahmen. Das gebe Planungssicherheit.

Danone verweist in dem Schreiben auf den seit Jahren bestehenden, vertrauensvollen Dialog mit den Landwirten. Diesen engen Austausch wolle das Unternehmen auch weiterhin mit seinen Lieferanten pflegen.

Durch die Branche geht ein Ruck

Die Südzucker AG möchte ihr Antwortschreiben zwar nicht öffentlich machen, legt aber auf Nachfrage der Redaktion ihre Position dar: "Wir begrüßen, dass die Landwirte, die sich in vielen Bereichen ruinösen Preisen ausgesetzt sehen, dies öffentlich machen und die mediale Aufmerksamkeit suchen", heißt es aus der Pressestelle des Unternehmens in Mannheim. "Viele der vorgetragenen Argumente teilen wir und tragen diese auch gemeinsam mit den uns verbundenen Rübenanbauverbänden in die Politik und Öffentlichkeit."

Andreas Bertele, Pressesprecher des Bündnisses "Land schafft Verbindung" in Oberbayern, bezeichnet die Aktion als Erfolg. Es habe etliche Rückmeldungen seitens der Verwerter gegeben, darunter viele positive. "Der Wille ist schon da", sagt Bertele, obwohl die Unternehmen zumeist keine konkreten Zusagen machen konnten. Insbesondere die Schlachthöfe litten derzeit stark unter Corona und seien vielfach nicht ausgelastet. Die Aktion habe aber auch das Ziel verfolgt, die Verarbeiter "aufzuwecken", so Bertele.

Das sei gelungen. "Durch die ganze Branche geht ein Ruck", sagt der Pressesprecher. Den Verarbeitern sei klar geworden, dass die Landwirte es ernst meinten. Die Verwerter seien aufgefordert worden, aus der Komfort-Position herauszukommen und sich Gedanken zu machen. Die meisten verarbeitenden Betriebe wurden von den Landwirten angefahren, daher seien auch alle, nicht nur Einzelne, gezwungen gewesen, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen.

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