WÜRZBURG

Bekannte Song-Perlen in neuem Schliff

Electric Country Soul: Das Cover für Dennis Schützes neue CD hat der Würzburger Grafiker Markus Westendorf entworfen.Foto: MP
| Electric Country Soul: Das Cover für Dennis Schützes neue CD hat der Würzburger Grafiker Markus Westendorf entworfen.Foto: MP

(Rö.) In der langen Wikipedia-Liste der verschiedenen Genres der Country-Music kommt „Electric Country Soul“ nicht vor. Und eigentlich ist die gleichnamige neue CD des Würzburger Singer/Songwriters Dennis Schütze und seiner „Electric Combo“ auch gar kein Country-Album. Das darauf versammelte Song-Dutzend deckt vielmehr von Pop, Rock, Folk bis hin zu Country ein breites Spektrum amerikanischer Populärmusik der letzten Jahrzehnte ab.

Auf eigene Songs hat Dennis Schütze diesmal verzichtet, stattdessen hat er zwölf Songperlen, man darf annehmen, dass es sich um persönliche Favoriten handelt, ausgewählt. Aber nicht um sie einfach nachzuspielen, sondern um sie sich und seiner Band in maßgeschneiderten Arrangements anzueignen.

Schütze kennt sich aus im anglo-amerikanischen Songfundus, hat tief darin gebuddelt und einige Nuggets ans Tageslicht gefördert – Bekanntes aus der Rock-Schatulle von The Band, Jim Croce, Bob Dylan oder Jimi Hendrix, aber auch Perlen aus dem Country-Kästchen von Dolly Parton und Hank Williams. Bleiben wir zunächst bei den Rock-Klassikern. Da fragt man sich, ob man Klassikern wie „Up on Cripple Creek“ (Band) oder „City of New Orleans (Arlo Guthrie) überhaupt noch neue Facetten abgewinnen kann.

Die Antwort: Dennis Schütze kann. Der Band-Hit wird kräftig entschlackt und entstaubt und entsteht als luftiger Folk-Rock neu. Gleiches gilt für den Train-Song „City of New Orleans“, den man längst als ausgemustert auf dem musikalischen Abstellgleis wähnte. Hier wie in den anderen Stücken legen Drummer Stefan Schön und Basser Tommi Tucker ein solide groovendes Fundament, auf dem Gitarrist Jochen Volpert in kurzen und prägnanten Soli, ein jedes dem Song dienlich und virtuos gespielt, seine hohe Meisterschaft zeigen kann. Die bestens eingespielte und locker groovende Band legt eine transparentes Instrumental-Fundament für Sänger Schütze, der die Songs ausdrucksstark und authentisch interpretiert.

Aus den Songperlen stechen ein paar ganz besonders heraus: Das nicht so oft zu hörende Dylan-Stück „When I Paint My Masterpiece“ steht prägnant für Schützes Arrangierkunst, wird aber noch getoppt, wenn der Bandleader „Manic Depression“ von Jimi Hendrix seziert und als Akustik-Ballade (!) neu zusammensetzt. Ein wahres „Masterpiece“. Aber auch in den Country-Balladen besticht die Electric Combo durch geschmackvolles Zusammenspiel und umschifft so die drohende Schnulzen-Klippe.

Dennis Schütze und seiner Electric Combo ist mit diesen live im Studio aufgenommenen Songs ein extrem abwechslungsreiches Album gelungen. Wer Cover-Versionen bekannter Songs nicht pauschal ablehnt, sich über anspruchsvolle und überraschende Arrangements freuen kann, Folk und Country nicht grundsätzlich abgeneigt ist, wird an „Electric Country Soul“ seine helle Freude haben – die sich noch steigert, wenn man das Quartett bei einem seiner Live-Auftritte erwischt.

„Electric Country Soul“ kann über die Website www.dennisschuetze.de bezogen werden.

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