WALLMERSBACH

Bürgersolarkraftwerk in Betrieb genommen

Bürgersolarpark       -  Über drei Millionen Euro investiert: Mit einem kräftigen Druck auf den Buzzer nahmen (von links) Geschäftsführer Dietmar Rückert, Gerhard Dettelbacher (Dettelbacher Energiesysteme), Tanja Stömer von der Sparkasse, stellvertretende Landrätin Gisela Keller und Bürgermeister Wolfgang Lampe das Bürgersolarkraftwerk Wallmersbach offiziell in Betrieb.
Foto: GERHARD KRÄMER | Über drei Millionen Euro investiert: Mit einem kräftigen Druck auf den Buzzer nahmen (von links) Geschäftsführer Dietmar Rückert, Gerhard Dettelbacher (Dettelbacher Energiesysteme), Tanja Stömer von der Sparkasse, ...

Das Bürgersolarkraftwerk neben der A7 ist nun offiziell in Betrieb. Vielleicht eines der letzten seiner Art, denn Geschäftsführer Dietmar Rückert malte düstere Aussichten für kleinere Freiflächenanlagen in Bürgerhand.

Das künftig notwendige Ausschreibungsverfahren lasse Bürgergenossenschaften und -gesellschaften nicht mehr zu, die Investitionskosten und Risiken beim Ausschreibungsverfahren seien für Bürgeranlagen nicht machbar, ärgerte sich Dietmar Rückert. Vielleicht einige wenige größere Bürgerenergiegesellschaften, aber vor allem große Energiekonzerne hätten eine Chance.

Das Bürgersolarkraftwerk Wallmersbach ist neben der Autobahn zwischen den beiden Uffenheimer Ortsteilen Welbhausen und Wallmersbach in 63 Arbeitstagen von Mai und Juli auf 2,35 Hektar bebauter Fläche errichtet worden. Die Anlage umfasst 10 848 Module mit 60 Wechselrichtern. 90 000 Meter Kabel wurden verlegt und 40 000 Kabelbinder angebracht.

Die Betreiber rechnen mit 2,6 Millionen Kilowattstunden pro Jahr, womit 700 Haushalte versorgt werden können. 46 Personen aus der Gemeinde und der Region, davon über 60 Prozent aus der Landwirtschaft, haben sich an dem rund drei Millionen Euro teuren Projekt beteiligt.

Uffenheims Bürgermeister Wolfgang Lampe sieht in der hier erzeugten Öko-Energie die Zukunft in der Energieversorgung. Vor allem auch deshalb, weil hier die Bürger mitgenommen würden. Lampe erinnerte, dass auch die Stadt mit einem eigenen Windrad hier vorbildlich gehandelt habe.

Stellvertretende Landrätin Gisela Keller wies auf den Weg des Landkreises hin, der energieautark werden möchte. Der Platz für die Anlage sei gut gewählt und der Acker bringe nun einen anderen, aber wichtigen Ertrag.

Grünen-Bundestagsabgeordneter Uwe Kekeritz, erinnerte an die Zeit, als Bund Naturschutz und Grüne bei der Präsentation von Solarzellen noch als Spinner verschrien worden seien. Er plädierte für eine Demokratisierung des Strommarkts, was mit erneuerbaren Energien geschafft worden sei, jetzt aber durch „unsinnige Ausschreibungsverfahren“ wieder blockiert werde.

Gerhard Dettelbacher hat mit seiner Firma aus Kitzingen die Anlage errichtet, bei der die „Wertschöpfung in der Region bleibt“.

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