Würzburg

cineamo: Würzburger Startup bietet Kinosäle zum Mieten per App an

Ob für die Wunschfilm-Vorstellung, den Gaming-Abend oder um Hochzeitsvideos anzusehen – das Würzburger Startup "cineamo" vermittelt Kinosäle per App. Wie das funktioniert.
Das Würzburger Unternehmen 'cineamo' will mit einer App das Kino revolutionieren. Hier zu sehen:  Gründer Stefan Farnschläder vor dem Partnerkino Cineworld im Mainfrankenpark (Lkr. Kitzingen).
Foto: Ivana Biscan | Das Würzburger Unternehmen "cineamo" will mit einer App das Kino revolutionieren. Hier zu sehen:  Gründer Stefan Farnschläder vor dem Partnerkino Cineworld im Mainfrankenpark (Lkr. Kitzingen).

Den Lieblingsfilm auf der großen Leinwand sehen, einen Kinofilm nur zu zweit genießen oder ein Gaming-Event mit Freunden im Kinosaal starten – das Würzburger Startup "cineamo" macht all das möglich. Die Idee dahinter: Nutzer können selbst bestimmen, was im Kino laufen soll, und ihre Wünsche und Anfragen per App an die teilnehmenden Kinobetreiber schicken.

Gegründet hat "cineamo" der Würzburger Stefan Farnschläder. Die Idee dazu habe er schon vor einigen Jahren gehabt, erzählt er. "Das war zu der Zeit aber noch nicht realisierbar, da die Kinos noch nicht digitalisiert waren. Damals ratterten noch die großen, bekannten Filmspulen durch die Projektoren", sagt der Unternehmer. Doch Farnschläder hielt an seiner Idee fest. 

Das eigene Kino-Erlebnis mit der App planen

"Man muss heute nicht mehr linear konsumieren", so die Überzeugung des Unternehmers. Das gelte für Filme, Musik, Nachrichten und das Einkaufen. Wenn man seinen eigenen Playlists zusammenstellen und sogar Turnschuhe designen kann, warum dann nicht auch das eigene Kinoerlebnis, fragte sich Farnschläder. Er erstellte einen Prototypen der App und fragte damit bei mehreren Kinos in Deutschland an.

In der App 'cineamo' kann der Nutzer wählen, welche Anfrage er an die Kinos schicken möchte.
Foto: Ivana Biscan | In der App "cineamo" kann der Nutzer wählen, welche Anfrage er an die Kinos schicken möchte.

"Die Resonanz war gut, also entwickelten wir die App weiter", sagt Farnschläder, der neben "cineamo" auch noch in der Unternehmenskommunikation arbeitet. Über eine Gründerplattform fand er Gleichgesinnte, die seine Idee unterstützen wollten. Daraufhin kamen die Arbeiten ins Rollen – und "cineamo" im März 2019 in die App-Stores. 

In der App könne der Nutzer nicht nur das aktuelle Kinoprogramm seines Lieblingskinos sehen und Filmtickets kaufen, sagt Farnschläder, sondern habe direkten Zugang zum Kino, weil er private, betriebliche oder öffentliche Veranstaltungen anfragen kann. "Das Kino entscheidet daraufhin, ob das Event stattfindet und kümmert sich um alles Organisatorische, wie beispielsweise um die Vorführ-Rechte eines Films", erklärt er. 

Filmfans können sich über die App vernetzen

Ob die Veranstaltung genehmigt wird, erfahre der Nutzer nach einigen Tagen per App. Mit "cineamo" sei es außerdem möglich, eigene Filmwünsche anzufragen und diese gleichzeitig per App mit weiteren Nutzern zu teilen. Kinobesucher und Kinobetreiber können sich untereinander austauschen und so Kontakte knüpfen, berichtet der Unternehmer.

Durch "cineamo" soll eine Community mit Filmliebhabern und Kinofans entstehen. In der Region ist das Cineworld im Mainfrankenpark bei Dettelbach (Lkr. Kitzingen), das von Farnschläders Schwiegervater Lothar Michel betrieben wird, Kooperationspartner von "cineamo". Deutschlandweit gibt es 23 weitere Partnerkinos, so Farnschläder.

"Streaming-Dienste stellen keine Konkurrenz zum Kino dar, denn sie haben ein ganz anderes Angebot."
Stefan Farnschläder, Gründer von "cineamo"

Je nach Kino, Film, Termin und Saalgröße unterscheide sich der Preis. Das günstigste Angebot liege bei 149 Euro, so der Unternehmer. Über 300 Kino-Events habe"cineamo" vor dem Lockdown veranstaltet, sagt Farnschläder. In der Regel werde zwar der Wunschfilm angefragt. "Die Leute können aber auch zum Zocken ins Kino", erklärt er. Ob das Kino die Spiele-Konsolen stellt oder der Nutzer diese mitnehmen muss, sei je nach Betrieb unterschiedlich.

Kinos sind wegen Corona aktuell geschlossen

Momentan dürfen die bayerischen Kinos wegen den Corona-Regelungen nicht öffnen. Doch Sorgen, dass das Kino und dadurch auch "cineamo" in Zukunft uninteressant werden könnte, hat Farnschläder nicht. "Der deutsche Kinomarkt bleibt bis auf den Einbruch in der Corona-Pandemie weiterhin stabil", sagt er. Im Durchschnitt würden in Deutschland jährlich zwischen 115 bis 135 Millionen Kinotickets verkauft werden, so der Unternehmer. 

Auch daran, dass dem Kino durch Streaming-Dienste der Rang abgelaufen wird, glaubt Farnschläder nicht. "Streaming-Dienste stellen keine Konkurrenz zum Kino dar, denn sie haben ein ganz anderes Angebot." Gerne ins Kino gehen und ein Streaming-Dienst-Abonnement haben, schließt sich seiner Meinung nach nicht aus.

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