Würzburg

Clubhouse: Moderator Joko unterstützt Würzburger Flüchtlingshilfe

Über die neue App Clubhouse kam der bekannte Moderator Joko Winterscheidt mit einem Würzburger ins Gespräch. Was nun folgt und was es mit dem Hype um die App auf sich hat.
Clubhouse ist ein neues soziales Netzwerk, das wie ein interaktiver Podcast agiert. 
Foto: Sophia Scheder | Clubhouse ist ein neues soziales Netzwerk, das wie ein interaktiver Podcast agiert. 

Die deutsche Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer spricht über das Klimaabkommen, Fußballer Thomas Müller über seinen Sport oder Bloggerin Louisa Dellert über Frauenpolitik in Deutschland. Die neue App Clubhouse ist momentan in aller Munde. 

Bei Clubhouse wird gesprochen: Miteinander und live. Man kann die App mit einem Podcast vergleichen, der live aufgenommen wird. Datenschutzrechtlich steht die App stark in der Kritik, doch welchen Vorteil sie haben kann, zeigt nun ein Beispiel aus Würzburg. Der deutschlandweit bekannte TV-Moderator Joko Winterscheidt reagierte auf einen Aufruf des Würzburgers Johannes Dörr, wodurch für die Flüchtlingshilfe HERMINE Spenden generiert werden konnten.

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Was die neue App kann

Doch was macht die App besonders? Clubhouse ist ein neues soziales Netzwerk, was auf Gesprächen zwischen den Nutzern basiert. Diese können sogenannte Rooms (englisch Räume) zu bestimmten Themen und Interessen eröffnen. Die Räume können entweder auf privat gestellt werden, oder offen für alle sein. Gastgeber solcher Gesprächsräume können außerdem festlegen, welche Zuhörer dort ausschließlich lauschen dürfen, oder aber selbst sprechen können. Zusätzlich gibt es in der App die Funktion, virtuell die Hand zu heben, wodurch man eine Wortmeldung signalisiert. 

Genau dies hat auch Johannes Dörr am Montagvormittag gemacht: die Hand gehoben. "Ich habe gesehen, dass Joko in diesem Raum ist und gerade als er gehen wollte, habe ich die Chance genutzt", erzählt Dörr in einem Telefongespräch mit dieser Redaktion. Er habe Winterscheidt und den anderen knapp 1500 Zuhörern das Konzept von HERMINE erklärt und den Moderatoren anschließend um einen Spendenaufruf auf dem sozialen Netzwerk Instagram gebeten. "Und er hat tatsächlich Wort gehalten!", freut sich der 24-Jährige. 

Der Post von Joko Winterscheidt.
Foto: Sophia Scheder (Screenshot) | Der Post von Joko Winterscheidt.

"War gerade drei Minuten in einer Clubhouse Gruppe (...). Nachdem wir alle herzlich gelacht haben, wurde ich noch auf HERMINE aufmerksam gemacht. Weil ich mega finde, was sie machen, möchte ich euch jetzt darauf aufmerksam machen", schreibt Winterscheidt in seiner Instagram-Story und animiert darin zu Spenden. "Das Projekt liegt mir am Herzen, da wird genau diese Aufmerksamkeit stark benötigt", erzählt Dörr. Deshalb freue er sich umso mehr, dass der Fernsehmoderator seiner Bitte nachgekommen ist.

Gesprächsräume werden immer größer

Der Student hat erst seit wenigen Tagen die App auf seinem Handy. Da er sich jedoch schon viele Stunden in verschiedenen Räumen der App aufgehalten hat und es "anfangs normal war, dort auch mal mit Prominenten zu quatschen", habe er bei Winterscheidt keine Berührungsängste mehr gehabt. Vor wenigen Tagen hat Clubhouse hierzulande noch kaum jemand gekannt. Doch nun wird die App auch in Deutschland immer populärer und die Gesprächsräume somit immer größer.

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Dass Dörr mit seinem Aufruf an diesem Tag viele Menschen erreicht hat, zeigt ein Blick auf das Konto von HERMINE. Knapp 1500 Euro wurden in den letzten 24 Stunden an die Flüchtlingshilfe gespendet. "Das ist der Wahnsinn und freut uns riesig", sagt Dörr, der an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt Business and Engineering studiert und sich nebenbei für das Flüchtlingsprojekt engagiert. Außerdem habe der HERMINE-Instagram-Account rund 250 Follower hinzugewonnen, was zeitgleich mehr Reichweite für das Projekt bedeutet. 

Wegen des fehlenden Datenschutzes in der Kritik

Dörr sieht somit einen großen Vorteil in Clubhouse: "Die App ist wie eine WG-Party", sagt er. "Man kann nachts um 1 Uhr mit fremden Leuten Gespräche führen." Was wegen der Corona-Pandemie aktuell nicht möglich ist. "Man merkt, dass in dieser Hinsicht vor allem junge Menschen stark ausgehungert sind." 

Momentan ist die Benutzung der App, die vom US-Unternehmen Alpha Exploration bereitgestellt wird, nur auf Einladung und mit iPhone möglich. Und nicht nur deshalb steht sie in der Kritik. Nutzer bemängeln unter anderem den fehlenden Datenschutz: Denn wer die App benutzen will, soll Zugriff auf das Adressbuch des iPhones geben. Ohne diesen lassen sich keine Freunde einladen. Und auch neue Nutzer können nur hinzugefügt werden, wenn ihre Handynummer angegeben wird. Ob sich Clubhouse auch langfristig in Deutschland etablieren wird, bleibt abzuwarten.

Über HERMINE

HERMINE ist eine im Zuge der Fluchtbewegung im Oktober 2015 gegründete Organisation, deren Hauptziel die Unterstützung von Geflüchteten in verschiedenen europäischen Ländern ist. Die rund 40 Mitglieder möchten europaweit Missständen und Versäumnissen im Bereich der Versorgung und Betreuung von Geflüchteten entgegenwirken und zeitnah Hilfe leisten. Der Verein beliefert unter anderem Hilfsorganisationen an den europäischen Außengrenzen sowie innerhalb der Europäischen Union in regelmäßigen Abständen mit Hilfsgütern. Ab dem 7. Februar eröffnet HERMINE in der Randersackerer Straße 62 eine neue Lagerhalle. Sobald es die Corona-Maßnahmen wieder zulassen, werden dort die Mitglieder vor Ort sein und Spenden annehmen.
Quelle: Mobile Flüchtlingshilfe
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