Würzburg

Corona-Quarantäne: Was ist erlaubt, was ist verboten?

Das Coronavirus ist in Unterfranken angekommen. Infizierte und enge Kontaktpersonen stehen auf Anordnung der Gesundheitsämter unter Quarantäne. Welche Regeln dabei gelten.
Ein Handlauf im Stadion von Borussia Mönchengladbach in Nordrhein-Westfalen wird von einer Reinigungskraft desinfiziert. Wegen des Coronavirus ergreift der Verein besondere Maßnahmen.
Foto: Roland Weihrauch, dpa | Ein Handlauf im Stadion von Borussia Mönchengladbach in Nordrhein-Westfalen wird von einer Reinigungskraft desinfiziert. Wegen des Coronavirus ergreift der Verein besondere Maßnahmen.

Am Samstag stieg die Zahl der Infizierten in Würzburg auf acht. Unterfrankenweit ist aktuell noch ein Fall im Landkreis Bad Kissingen bestätigt. Bayernweit kamen bis Samstagnachmittag weitere 31 Infektionen hinzu, seit Donnerstag vergangener Woche wurden insgesamt 133 Fälle verzeichnet. Täglich werden es mehr. Darunter waren auch vier Personen, bei denen das Coronavirus noch nicht nachgewiesen wurde, die sich aber sicherheitshalber in häuslicher Isolierung aufhalten sollen. Welche Regeln in Quarantäne gelten und was passiert, wenn jemand dagegen verstößt.

Wer entscheidet über eine Quarantäne?

Das örtliche Gesundheitsamt entscheidet, wer unter häusliche Quarantäne gestellt wird. Laut Robert-Koch-Institut dauert eine Quarantäne 14 Tage. Dies entspricht der maximalen Dauer der Inkubationszeit des Virus.

Wer muss in Quarantäne?

"Man steckt sich nicht bei jeder flüchtigen Begegnung an. Auch der Faktor Zeit spielt eine Rolle", sagt der Leiter des Würzburger Gesundheitsamtes Johann Löw. Große Besorgnis sei nicht angebracht. Nur Kontaktpersonen der Kategorie I haben ein höheres Infektionsrisiko. Nur sie werden konkret von den Experten der Gesundheitsämter befragt. Zur Kategorie I gehört, wer zum Beispiel 15 Minuten mit einem Infizierten Sprechkontakt oder direkten Kontakt zu Sekreten oder Körperflüssigkeiten hatte und darüber hinaus Symptome einer Coronavirus-Infektion zeigt. Die Gesundheitsexperten entscheiden, wer sich in häusliche Quarantäne begeben muss.

Welche Regeln gelten in Quarantäne?

Wer unter häuslicher Quarantäne steht, darf nomalerweise 14 Tage seine Wohnung nicht verlassen. Familie, Freunde oder Nachbarn sollten Einkäufe erledigen und vor die Tür stellen. Körperkontakt sollte vermieden werden. Auch innerhalb eines Haushaltes sollte sich eine infizierte Person von den anderen isolieren, also allein im Raum bleiben, Mahlzeiten getrennt von der Familie einnehmen und mit den Experten der Gesundheitsämter regelmäßig telefonieren. Der Rest der Familie darf das Haus verlassen.

Lebensmittel, Geschirr, Wäsche: Was gilt es in Quarantäne zu beachten? 

Lebensmittel und Desinfektionsmittel zu horten, macht laut Bundesgesundheitsministerium keinen Sinn. Allerdings empfehlen die Experten, unabhängig vom Coronavirus einen Zehntages-Vorrat an Lebensmitteln pro Person für den Notfall anzulegen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt, Küche und Bad regelmäßig mit den üblichen Haushaltsreinigern sauber zu halten, Putzlappen nach Gebrauch gut zu trocknen und häufig auszuwechseln. Spüllappen, Putztücher, Handtücher, Waschlappen, Bettwäsche und Unterwäsche sollten bei mindestens 60 Grad gewaschen, Lebensmittel gründlich gewaschen und gekühlt und Räume mehrmals täglich mehrere Minuten lang gelüftet werden.

Was passiert, wenn jemand gegen die Quarantäne verstößt?

Die Durchsetzung der Quarantäne-Anordnungen erfolgt durch die örtlichen Polizeibehörden, heißt es im Infektionsschutzgesetz. Gemäß Paragraf 74 droht jemandem, der Krankheitserreger vorsätzlich verbreitet, eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe. Allerdings wird die Einhaltung der Quarantäne in der Praxis nur durch regelmäßige Telefonate mit den Gesundheitsämtern überprüft. Die unterfränkische Polizei greift nur dann ein, sollten die Gesundheitsbehörden sie zur Amts- oder Vollzugshilfe anfordern. Dazu stehen die Dienststellen in engem Austausch mit den regionalen Gesundheitsämtern, so ein Polizeisprecher.

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Würzburg und erhalten Sie dreimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Weitere Artikel
Themen & Autoren
Würzburg
Angelika Kleinhenz
Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Coronavirus
Desinfektionsmittel
Gesundheitsbehörden
Handtücher
Infektionsgefahr
Infektionskrankheiten
Infektionspatienten
Infektionsschutzgesetz
Krankheitserreger
Patienten
Polizeibehörden
Robert-Koch-Institut
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (15)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!