WÜRZBURG

Daten-Turbo für Stadt und Umland

Die Ausbau-Pläne: Die Telekom-Grafik zeigt die verschiedenen Bereiche, hellrosa verfügt bereits über bis zu 50 Mbit/s, die dunkleren Bereiche sollen bis Ende 2015 mit bis zu 100 Mbit/s versorgt werden.
Foto: Grafik: Telekom | Die Ausbau-Pläne: Die Telekom-Grafik zeigt die verschiedenen Bereiche, hellrosa verfügt bereits über bis zu 50 Mbit/s, die dunkleren Bereiche sollen bis Ende 2015 mit bis zu 100 Mbit/s versorgt werden.

Aufgemerkt! Das, was Alexander Vogler von der Telekom gestern überraschend im Stadtrat verkündete, wird viele aufhorchen lassen: Die Telekom will ihr Datennetz ausbauen, bis Ende des Jahres soll der gesamte Vorwahlbereich 0931 mit wenigen Ausnahmen mit einer Internetanbindung von bis zu 100 Mbit/s versorgt sein.

Möglich mache dies die sogenannte Vectoringtechnik, erläuterte Vogler. Dabei werden die grauen Telekom-Verteilerkästen in der Stadt und den Umlandgemeinden mittels Glasfaserkabel an das weltweite Datennetz angeschlossen, die Anwender selbst über das Kupferkabel verbunden. Die Telekom reagiere damit auf den steten Ausbauwunsch der Stadt Würzburg, wovon auch die Landkreisgemeinden mit der 0931-Vorwahl Nutzen ziehen würden, sagte Vogler. Bis 2017, so der Telekom-Mann weiter, sei in diesem Bereich auch der Ausbau bis auf 300 Mbit/s ins Auge gefasst. „Im Labor ist das schon durch“, so der Fachmann.

Allerdings gebe es auch Einschränkungen. Bei etwa 100 Haushalten im Ausbaugebiet lohne sich der Ausbau schlichtweg wirtschaftlich nicht, hier müsse sich die Stadt um Mittel aus der Breitbandförderung bemühen. Dies betreffe zum Teil das Hafengebiet, wo viele ansässige Firmen bereits auf andere Weise schnelle Datenverbindungen erhalten hätten und unter anderem Randbereiche Heidingsfelds, wie zum Beispiel die Autobahnraststätte. Ein Karte mit den genauen Bereichen liege beim Ingenieurbüro, das den Ausbau des Breitbandsnetzes für die Stadt Würzburg fachlich begleite, vor.

Ausgenommen sind ebenfalls die Stadtteile Ober- und Unterdürrbach, die bereits durch einen andere Anbieter auf bis zu 50 Mbit/s ausgebaut worden seien. Da dürfen wir mittels Vectoring nicht ausbauen“, so Vogler. Ob dort stattdessen „normales“ VDSL angeboten werde, steh noch nicht fest.

Auch die Stadtgebiete, die von der Telekom bereits mit 50 Mbit/s versorgt worden seien, bleiben bis 2018 beim weiteren Ausbau außen vor. Denn dieser Ausbau sei im Rahmen eines Pilotprojektes zwischen der Telekom und Vodafone geschehen, für das die Städte Würzburg und Heilbronn ausgewählt worden waren. Dabei hat jeweils einer der beiden das Netz ausgebaut und beide aus den Verteilerkästen ihre Anschlüsse zu den Kunden gelegt.

„So gehören Glasfaserkabel und Verteilerkästen in Würzburg jetzt zwar der Telekom, aber weil parallel auch Technik von Vodafone in den Kästen ist, können wir kein Vectoring anbieten“, erläuterte Vogler. Diese Herausnahme aus dem Vectoring-Projekt gelte bis 2018.

Profitieren würden von dem Ausbau rund 26 000 Haushalte in der Stadt, im gesamten 0931-Gebiet seien es sogar 45 000. Rund 100 Kilometer Glasfaserkabel müssten neu verlegt werden und 165 der grauen Verteilerkästen würden aufgestellt. Insgesamt investiere die Telekom in diesen Ausbau rund acht Millionen Euro, sagte Vogler.

Das Vectoring

Vectoring ist technisch das gleiche wie VDSL. Nur dass beim Verctoring ein schneller Prozessor die Fehlersignale im Kupferkabel ausgleicht und damit die Bandbreite erhöht. Dieser schnelle Rechner kann das aber nur, wenn nur eine Technikschnittstelle im Verteilerkasten steht. Vectoring ist eine Art „Datenturbo“ auf dem Kupferkabel. Dadurch verdoppelt sich das maximale DSL-Tempo beim Herunterladen auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s). Beim Heraufladen vervierfacht sich das Tempo sogar auf bis zu 40 MBit/s.

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