Eibelstadt

Der Imbiss an der Mainlände will auch im Winter öffnen

Im April beginnt die Saison an der Mainlände in Eibelstadt. Der Imbiss darf künftig auch im Winter geöffnet haben.
Foto: Antje Roscoe | Im April beginnt die Saison an der Mainlände in Eibelstadt. Der Imbiss darf künftig auch im Winter geöffnet haben.

Dass der Imbiss an der Mainlände in Eibelstadt auch im Winter eine Bereicherung des Angebots wäre, das konnte sich in der jüngsten Sitzung die Mehrheit der Stadträte gut vorstellen. Es gab allerdings auch Bedenken, dass der Betrieb ausufern und die Natur überfordert sein könnte.

Ausgelöst wurde die Überlegung durch die Betreiber Jochen Würtheim und Carina Valtin. Diese hatten beantragt, die zeitliche Befristung von April bis Oktober aufzuheben und den Betrieb eines umgebauten Linienbusses zu einem Foodtruck auf das ganze Jahr zu erweitern. Der acht Meter lange Linienbus der Saison 2020 hatte sich als etwas zu klein erwiesen, so die Begründung. Das bestehende Angebot soll zudem um Kaffee und Kuchen erweitert werden – aus einem dann elf Meter langen Linienbus heraus, der als Küche und Verkaufstheke fungiert.

Außerdem: ein GenussBus mit rund 30 Sitzplätzen

Ein zweiter, so genannter GenussBus von zehn Metern Länge mit rund 30 Sitzplätzen soll temporär in der kalten Jahreszeit aufgestellt werden, für maximal vier Monate. Im bereits genehmigten Biergarten sind Sitzmöglichkeiten für bis zu 50 Gäste vorgesehen. Kühl- und Lagercontainer sowie die Mülltonnen würden mit Holz verkleidet. Alle Elemente bleiben mobil, da sie im Falle von Hochwasser entfernt werden müssen.

Ganzjährigen Betrieb und den zweiten Bus für den Winter da stehen zu haben – "gut vorstellbar" hatte es Katharina Brandl (Grüne) genannt, aber gefordert, die Standzeit des Genussbusses bis maximal Ende Februar zu definieren, "damit er zur Brutzeit weg ist". Es war letztlich der Konsens, dem fast alle Stadträte folgten.

 Von einer Art Massentourismus ist man weit entfernt

"Etwas Bedenken, dass da unten mit dem zweiten Bus eine Wirtschaft entsteht", hatte Michaela Pfeifer (SPD) geäußert. "Glühweinverkauf ja, aber Feiern eher nein", hatte sie formuliert. Und auch die Fraktionskollegen Mathias Herrmann und Brigitte Andraschko-Brigelius teilten die allgemeine Begeisterung nicht. Herrmann sah die vorgelegte Planung als zu dürftig an, immerhin sei der neue Food-Truck um ein Drittel größer und der Platz eine Herausforderung, für die genaue Maße erforderlich seien. Zudem: "Die Leute kommen nicht wegen Heißer Franke, sondern wegen unserem Grundstück", hatte er Edmund Haas (CSU) erwidert, der die Erfolgsgeschichte der Mainlände durch die Erweiterung fortschreiben wollte, mit "diesen Pächtern, die Kompetenz, Ideen und Initiative gezeigt haben". Andraschko-Brigelius wiederum war "nicht der Meinung, dass wir zu viele Leute nach Eibelstadt holen sollten" und verwies auf Volkach, wo gegen den Andrang im Sommer sogar demonstriert worden war. Kritik zum Verfahren der Pächter bei der Antragstellung mit nachgelegten Änderungen und "Halbinformationen" hatte Joachim Zürn (Grüne) geäußert, was bei ihm zu Lasten der Vertrauenswürdigkeit ging.

Ergänzung versus Schaden für die städtische Gastronomie

Die Befürworter allerdings sahen in der neuen Planung eine "absolute Bereicherung" und Ergänzung für die jetzige Jahreszeit. "Gastronomie, Bäcker, alle haben von der Mainlände profitiert", befanden Benedikt Machnig (CSU) und Bürgermeister Markus Schenk, die mehr eine Ergänzung als Schaden für die städtische Gastronomie sehen. Schenk: Das Konzept Mainlände und Mainradweg habe "Publikum wie in 100 Jahren nicht" in die Stadt gebracht. Von Massentourismus sei man weit entfernt.

"Was hätten wir davon, wenn wir es verhindern", fragte Katharina Prozeller (CSU). "Das Publikum entscheidet", so Prozeller: "Gastronomie läuft, wenn es gute Angebote gibt". An ein "Partybus"-Problem wie es "bewusst überspitzt formuliert" in der SPD-Fraktion befürchtet wird, wollten die meisten nicht glauben oder hielten es wie Martin Geißler (CSU) für kontrollierbar. Für Philipp Mapara (FDP) war es eine grundsätzliche, eine Wertefrage, Bürger zu unterstützen, die Kreativität einbringen und etwas wagen.

Das Vorhaben benötigt noch weitere Genehmigungen

Der ganzjährige Betrieb mit dem Biergarten wurde letztlich einstimmig befürwortet. Der Genussbuss ab Oktober bis spätestens 28. Februar, maximal vier Monate, fand bei vier Gegenstimmen ebenfalls Zustimmung. Das Vorhaben benötigt allerdings noch weitere Genehmigungen, unter anderem die des Wasserwirtschaftsamtes.

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