Gerbrunn

Die Kunst AG bringt Farbe in die alten Schultoiletten

Die von Schülern der Kunst-AG renovierte Mädchenschultoilette im Erdgeschoss (Neubau) der Eichendorff-Schule Gerbrunn kann sich jetzt sehen lassen.
Foto: Andria Monzingo-Sonnauer | Die von Schülern der Kunst-AG renovierte Mädchenschultoilette im Erdgeschoss (Neubau) der Eichendorff-Schule Gerbrunn kann sich jetzt sehen lassen.

Alte Schulklos sind oft abgenutzt, düster und schlichtweg hässlich. So war das auch in der Gerbrunner Mittelschule. Doch das ändert sich seit 2018 schrittweise - dank des Einsatzes der Kunst AG der Eichendorff-Schule Gerbrunn. Gemeinsam mit acht Schülern bringt Andria Monzingo-Sonnauer, Fachlehrerin für Kunst und Technik, ein wenig mehr Farbe ins Schulgebäude.

Der Vorschlag, sich als erstes Projekt die Schultoiletten vorzunehmen, kam vom vorhergehenden Rektor Alfred Schäffer, heißt es in einer Pressemitteilung. Seitdem ist die Gestaltung der „stillen Örtchen“ die Hauptaufgabe der Kunst AG, die inzwischen scherzhaft des Öfteren auch „Klo AG“ genannt wird. Zunächst wurden die Mängel und Macken erörtert: fehlende Klobrillen, defekte Klorollenhalter, zu wenige Spiegel und Mülleimer. Die häufigste Feststellung aber war laut Pressemitteilung: Die Schultoiletten sind langweilig und unansehnlich.

Daraufhin wurde in einer gemeinsamen Konferenz mit der Kunst AG und den Klassensprechern ein Konzept zur Gestaltung erstellt, Briefe mit der Bitte zur Unterstützung des Projekts an die Gemeinde geschrieben, der Auftrag an den Maler weitergegeben, die Toiletten weiß zu grundieren und diverse Techniken zur Umsetzung des Vorhabens erprobt.

Türen mit knallroter Klebefolie gepimpt

Und so machte sich die Kunst AG nach intensiver Vorbereitung - die Toilettenwände wurden vorab von einem Maler weiß grundiert - ans Werk. In der ersten Phase sah man Schüler mit ausgehängten Toilettentüren zwischen Mädchentoilette (Erdgeschoss – Neubau) quer durchs Schulhaus Richtung Kunstraum laufen. Hier wurden die Kabinentüren mit einer knallroten Klebefolie gepimpt.

Phase 2 konnte erst im darauffolgende Schuljahr erfolgen und befasste sich mit dem Bemalen der Wände. Hierzu wurden die Fliesen abgeklebt, verschiedene Grau- und Rottöne gemischt und die  Wände in der sogenannten „Abklebetechnik“ angemalt. Der spannendste Moment sei das Abziehen der Klebebänder gewesen, heißt es in dem Presseschreiben. Doch das Ergebnis gefiel.

Zwangspause durch die Corona-Pandemie

Mit Corona kam es zur Vollbremsung des Projekts. Das bereits bestellte Material stand ein halbes Jahr unangetastet im Kunstraum herum. Im neuen Schuljahr ging es dann mit Phase 3 weiter – unter erschwerten Bedingungen, denn jetzt konnte alles nur noch auf Abstand, mit Maske und fester Zuteilung der benötigten Arbeitswerkzeuge durchgeführt werden.

Grundlegende Hygieneregeln im PopArt-Stil

Auf alten, vergilbten Fliesen wurden mit einer speziellen Fliesenfolie knallig rote Highlights gesetzt. Auch wurden speziell für die Schultoiletten erstellte Kunstwerke im PopArt-Stil aufgehängt, welche im Vorjahr das Ergebnis der Jahresarbeiten der neunten Klasse im Kunstunterricht waren und "auf witzige Weise auf grundlegende Hygieneregeln in öffentlichen Toiletten hinweisen" sollen, so die Pressemitteilung.

Der letzte Schritt – Phase 4 – war dann das Schablonen-Graffiti. Hierbei durften die Kunst AG-Schüler ganz offiziell Schuleigentum mit Sprühdosen bearbeiten. Der Plan war, Portraits berühmter Persönlichkeiten an den einzelnen Trenntüren zu verewigen. Dabei bezog sich die Kunst AG auf Persönlichkeiten, die stellvertretend für die einzelnen Fachbereich der Mittelschule stehen: Mathematik, Natur und Technik (NuT), Geschichte-Politik-Geographie (GPG), Sprache, Kunst, Technik, Sport. In einer Versammlung hatten alle Klassenvertreter die Möglichkeit mitzubestimmen, wen sie zukünftig an der Außenseite ihrer Toilettentür begrüßen wollten. So wurde entschieden, dass Anne Frank, Frida Kahlo, Marie Curie und Malala ein Teil des Projektes werden sollten. Auf den Innenseiten der Trenntüren wurden inspirierende Sprüche der ausgewählten Personen angesprüht; ein kleiner Denkanstoß, der einen beim Klogang zum Sinnieren anregen soll, heißt es in dem Presseschreiben. Dann endlich, nach zweieinhalb Jahren konnte das Türschild an die Eingangstür zur Mädchentoilette angeklebt werden.

Nun widmet man sich dem danebenliegenden Jungenklo

Doch das Projekt geht weiter - mit dem danebenliegenden Jungenklo. Phasen 1 bis 4 werden von vorne beginnen. Ob dann nach und nach die weiteren Schultoiletten gestaltet werden, hängt davon ab, wie es mit der gesamten Mittelschule weitergehen wird, heißt es abschließend in der Pressemitteilung.

Die alten Fliesen der Toilettenwände erhielten mit einer „Abklebetechnik“ Farbe und ein frisches Aussehen.
Foto: Andria Monzingo-Sonnauer | Die alten Fliesen der Toilettenwände erhielten mit einer „Abklebetechnik“ Farbe und ein frisches Aussehen.
Dieses moderne Schild ziert nun die Mädchentoilette im Erdgeschoss (Neubau) der Eichendorff-Schule Gerbrunn.
Foto: Andria Monzingo-Sonnauer | Dieses moderne Schild ziert nun die Mädchentoilette im Erdgeschoss (Neubau) der Eichendorff-Schule Gerbrunn.
Einige der an dem Projekt 'Renovierung der Schultoiletten' beteiligten Schüler der Kunst AG.
Foto: Andria Monzingo-Sonnauer | Einige der an dem Projekt "Renovierung der Schultoiletten" beteiligten Schüler der Kunst AG.
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