Würzburg

Diskussion: Wie sich die Werbung in der Stadt verändern soll

Die Konzession für Außenwerbung auf städtischem Grund und Boden wird für 15 Jahre vergeben - was ein externer Berater der Stadt vorschlagen will.
Die Außenwerbung in der Stadt soll neu geplant werden, denn die Konzession der Außenwerbung für die Stadt läuft seit 1984. Jetzt wird sie neu vergeben.
Foto: Thomas Obermeier | Die Außenwerbung in der Stadt soll neu geplant werden, denn die Konzession der Außenwerbung für die Stadt läuft seit 1984. Jetzt wird sie neu vergeben.

Es ist eine Entscheidung, die das Stadtbild verändern wird: Ab 2023 wird die Konzession für die Außenwerbung auf öffentlichen Flächen in Würzburg für die Dauer von 15 Jahren neu vergeben. Die Stadt erhofft sich dadurch steigende Einnahmen, will aber gleichzeitig auf Formate setzen, die stadtbildverträglich sind.

Auch digital bespielte Monitore sollen in der Innenstadt installiert werden

Als das Thema in der letzten Sitzung des Hauptausschusses lange diskutiert wurde, war viel von "Klebeflächen" die Rede. Die bereits seit 1984 gültige Konzession für Außenwerbung auf städtischem Grund und Boden umfasst nämlich bisher nur traditionelle Litfasssäulen und Plakatwände. Sie sollen ab dem 1. Januar 2023 durch moderne Werbeanlagen in Form von Citylight-Boards, -Säulen oder -Vitrinen ergänzt oder ersetzt werden.

"Citylight" bedeutet, dass die Werbeplakate von hinten mit LED-Lampen beleuchtet werden. Auch digital bespielte Monitore sollen in der Innenstadt installiert werden. Zwar gibt es in der Stadt bereits einige so genannte Megalight-Werbetafeln, sie stehen aber fast ausschließlich auf Privateigentum.

"Würzburg hat bisher ein sehr konservatives Werbe-Portfolio"
Wolfgang Weinkauf - Gestocon GmbH

"Würzburg hat bisher ein sehr konservatives Werbe-Portfolio", erklärte Wolfgang Weinkauf von der Berliner Gestocon GmbH, der die Stadtverwaltung auf dem Weg zur Ausschreibung der neuen Konzession als Berater begleitet. Dafür erhält die Firma rund 100 000 Euro – und damit in etwa den Betrag, den die Stadt bisher jedes Jahr von der Wall GmbH für die Nutzung der städtischen Werbeflächen einstreicht. "Diese Einnahmen wollen wir mittel- und langfristig erhöhen", sagt Stadtkämmerer Robert Scheller.

Um die neuen Werbeflächen so attraktiv, aber auch so verträglich für das Stadtbild wie möglich zu gestalten, wird die europaweite Ausschreibung durch eine breit aufgestellte Lenkungsgruppe und verschiedene Arbeitskreise, in denen so gut wie alle städtischen Fachbereiche und auch die WVV vertreten sind, vorbereitet.

Ziel ist es, die Werberechte von Stadt und WVV-Konzern gemeinsam zu vergeben

Die städtische Tochter hat bisher eigene Werbeverträge, unter anderem für die Wartehäuschen an den Haltestellen, die ebenfalls Ende 2022 auslaufen. Ziel ist es, die Werberechte von Stadt und WVV-Konzern gemeinsam zu vergeben. "Es macht Sinn, attraktive Lose zu bilden, um den Wettbewerb anzuheizen", so Weinkauf.

Eine Litfaßsäule am Rennweg, an der Einmündung Husarenstraße. Es soll künftig auch modernere Werbeflächen in der Stadt geben.
Foto: Thomas Obermeier | Eine Litfaßsäule am Rennweg, an der Einmündung Husarenstraße. Es soll künftig auch modernere Werbeflächen in der Stadt geben.

Durch die Bündelung der Verträge sei es außerdem möglich, "eine Einheitlichkeit und Qualität herbeizuführen", sagte Scheller im Hauptausschuss. Weinkaufs Aufgabe ist es, der Lenkungsgruppe ein möglichst attraktives Gesamtpaket vorzuschlagen. Dabei geht es nicht nur um die Art der Werbeträger, sondern auch um geeignete Standorte. "Die Ausschreibung bietet die Chance, neue Standorte zu finden", so Weinkauf. Gerade im stark frequentierten Innenstadtbereich finden sich bisher keine kommerziellen Werbeträger auf städtischem Grund.

"Wir haben zu verhindern, dass wir uns der Werbung schämen müssen."

Dort sind bisher lediglich die blauen Dreiecksständer zu finden, die der Kulturszene für ihre Plakate zur Verfügung stehen. "Sie rufen an vielen Stellen Kritik hervor, weil sie als Radabstellständer missbraucht werden", sagte Scheller. In Weinkaufs Vorschlag sollen die Plakatierungmöglichkeiten erhalten bleiben – in welcher Form, das muss erst noch mit den Vertretern der Kulturszene besprochen werden. Im Hauptausschuss war von einheitlichen kleineren Klebe-Litfasssäulen die Rede.

Die Diskussion drehte sich unter anderem darum, ob die Stadt dem künftigen Konzessionär Werbeinhalte vertraglich vorschreiben kann. Matthias Pilz (Grüne) wollte wissen, ob zum Beispiel Werbung für Alkohol oder sexistische Inhalte verboten werden können: "Wir haben zu verhindern, dass wir uns der Werbung schämen müssen." Weinkauf verwies auf den deutschen Werberat, der auch von der Stadt angerufen werden kann: "Die Außenwerber halten sich bei den Inhalten an Recht und Gesetz und akzeptieren die Entscheidungen des Werberats."

Noch in diesem Jahr will die Verwaltung dem Stadtrat den Inhalt der Ausschreibung mit allen Details und Standorten zur Entscheidung vorlegen. "Darüber werden wir leidenschaftlich diskutieren", vermutet der Kämmerer: Am Ende "soll es einen vernünftigen Konsens geben, der besser ist als das, was wir bisher haben."

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