Rittershausen

Dr. Johann Pfeufer: Gelehrter Geistlicher aus dem Gau

Zur Würdigung von Dr. Johann Pfeufer organisierte der Frankenbund eine gesellige Veranstaltung im Rittershäuser Gasthaus 'Zur Krone.'
Foto: Hannelore Grimm | Zur Würdigung von Dr. Johann Pfeufer organisierte der Frankenbund eine gesellige Veranstaltung im Rittershäuser Gasthaus "Zur Krone."

"Ihr Rittershäuser könnt stolz auf Johann Pfeufer sein." Mit dem Vorsitzenden der Frankenbund Gruppe Marktbreit/Ochsenfurt Peter Wesselowsky zeigten sich die rund 40 Besucher einig. Sie hatten sich zur Würdigung des großen Sohnes der Gemeinde im Gasthaus "Zur Krone" eingefunden.

Wenn man auch, wie Peter Wesselowsky feststellte, "e wenig eng saß", tat das dem Spaß an der vergnüglichen und äußerst unterhaltsamen zweistündigen Veranstaltung keinen Abbruch.

Zu der Heiterkeit, die von Beginn an in der Wirtsstube herrschte, trug nicht zuletzt Kurt Müller aus Sonderhofen bei. Er begleitete mit dem Akkordeon das gemeinsame Singen, an dem die Gäste ebenso ihre Freude hatten wie an den Ausführungen von Peter Wesselowsky. Der ging zunächst auf den Lebensweg, die vielfältigen Begabungen und Interessen von Johann Pfeufer ein. Der Landwirtssohn wurde am 27. Januar 1894 in dem heutigen Gaukönigshöfer Ortsteil Rittershausen geboren. Bereits mit 22 Jahren wurde er 1916 in Würzburg zum Priester geweiht. Nach einigen Kaplanstellen wirkte er von 1926 bis 1936 in Waldberg am Fuße des Kreuzbergs in der Rhön. 1948 wechselte er nach Karlburg. Hier war der Seelsorger bis zu seinem Tode am 25. Juli 1973 tätig.

In Rittershausen begraben

Seine letzte Ruhestätte fand Johann Pfeufer der 1961 zum Geistlichen Rat ernannt worden war, in seinem Geburtsort Rittershausen. Geprägt war er sein Leben lang von einem tiefgläubigen, traditionell eingestellten bäuerlichen Elternhaus, in dem er mit acht Geschwistern aufgewachsen war. Mit kritischem Geist und allen Veränderungen zum Trotz hat Johann Pfeufer stets seine persönliche Meinung in Wort und Schrift vertreten.

Der Rittershäuser promovierte 1933 zum Doktor der Philosophie über das Thema "Die Idee der Selbststtätigkeit in der modernen Arbeitsschulbewegung".  Sein Hauptwerk "Rhönerisch und Fränkisch, eine vergleichende Volkskunde" wurde 1935 herausgeben. Die Auszüge aus diesem 500 Seiten starken Werk, die Peter Wesselow zum Besten gab, ließen erkennen, mit welcher Liebe zum Detail der gelehrte Geistliche die melodische Mundart der Rhöner mit dem tonlosen Gaufränkisch  ebenso verglichen hat wie mit den Charakteren und der Lebensanschauung von  Rhön- und Gaubewohnern. Dabei ließ Peter Wesselowsky in launiger Art die Freuden des Alltags in beiden Gegenden ebenso lebendig werden wie die Volksbräuche und die Feiertage, die Johann Pfeufer treffend beschreibt.

Aquarelle und Trachten-Fotografien

Das "Heiern" (Heiraten), vor dem ein "Schmuser" oft die Hand im Spiel hatte, war ebenso ein Thema wie die Trachten in der Rhön und im Ochsenfurter Gau.  Die Passagen aus Pfeufers Werk, die Elfriede und Bernhard Rhein in besten "Rittershäuserisch" vortrugen, gaben der Veranstaltung ebenso eine weitere Würze wie die von dem Volkacher Maler Peter Geist (1816-1867) stammenden Aquarelle. Neben den Ansichten von fränkischen Trachten erinnerten alte Fotografien an das frühere ländliche Leben.

Bevor sich die gesellige Runde Knackwürst und Kipf schmecken ließ, kam mit dem Lied "s` Baura-Mädla" die gute alte Zeit zurück in die Wirtsstube. Geschrieben hat die bekannten Verse, wie Peter Wesselowsky erklärte, ein Riedenheimer Lehrer Namens Brand nach den Angaben einer Frau Scheuermann aus Oberhausen im Jahre 1935.  Das arme Dorfschulmeisterlein hatte damals sein Werk vervielfältigt und die Kopien für 25 Pfennig verkauft.

Dr. Johann Pfeufer stammte aus Rittershausen.
Foto: Pfarrei Karlburg | Dr. Johann Pfeufer stammte aus Rittershausen.
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