Würzburg

Durchfahrtsschleuse soll Afrikanische Schweinepest eindämmen

Die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest soll mit Hilfe einer Durchfahrtsschleuse eingedämmt werden. Dort werden die Fahrzeuge desinfiziert, die zur Bergung der toten Tiere eingesetzt werden.
Foto: Christian Weiß | Die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest soll mit Hilfe einer Durchfahrtsschleuse eingedämmt werden. Dort werden die Fahrzeuge desinfiziert, die zur Bergung der toten Tiere eingesetzt werden.

Während sich Deutschland auf die neuen Coronavirus-Mutationen vorbereitet, hat eine weitere Infektionskrankheit in den neuen Bundesländern Fuß gefasst. Immer mehr Wildschweine entlang der deutsch-polnischen Grenze erkranken an der Afrikanischen Schweinepest, nachgewiesen wurde dies an mittlerweile über 400 toten Tieren.

Die Krankheit ist zwar für den Menschen ungefährlich, führt aber zu enormen wirtschaftlichen Folgen, wenn es nicht gelingt, die Weiterverbreitung zu stoppen. Sprunghafte Verschleppungen über mehrere 100 Kilometer sind keine Seltenheit. Die Stadt Würzburg möchte daher laut ihrer Pressemitteilung  für einen möglichen Ausbruch im Stadtgebiet vorbereitet sein. Bereits im Jahr 2020 wurde entschieden, einen Wildabwehrzaun und eine Durchfahrtschleuse zu beschaffen. Während der Zaun in einem interkommunalen Gemeinschaftsprojekt mit vier weiteren Landkreisen in Angriff genommen wurde, erfolgte die Beschaffung der Durchfahrtschleuse in Eigenregie. Mit Hilfe der Durchfahrtsschleuse werden die Fahrzeuge desinfiziert, die zur Bergung der toten Tiere eingesetzt werden.

Die Vergabe wurde in enger Kooperation zwischen dem Amt für Zivil- und Brandschutz und dem Fachbereich Verbraucherschutz, Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung absolviert, so dass die Schleuse im Dezember in Empfang genommen werden konnte.

Im Krisenfall in kürzester Zeit aufgebaut

Die Schleuse müsste im Krisenfall in kürzester Zeit dort aufgebaut werden, wo die toten Tiere gesammelt werden. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Verschleppungsgefahr durch die zur Bergung der Körper eingesetzten Fahrzeuge minimiert werden kann. Die erforderliche Einweisung durch den Spezialisten der Fachfirma fand Ende Januar an der Feuerwehrwache des Amts für Zivil- und Brandschutz statt.

Unter strenger Einhaltung der Vorgaben aus dem eigens dafür erstellten Hygienekonzept wurden die Spezialmannschaften der Veterinärämter, der Feuerwehr und des THW der Stadt und des Landkreises Würzburg in den einstündigen Aufbau eingewiesen. Getestet wurden auch die Nutzung und die Effektivität. Diverse Düsen und Lanzen verteilen den Desinfektionsschaum auf dem Fahrzeug, das nach einer kurzen Einwirkzeit wieder für die Nutzung zur Verfügung steht.

Fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit

Kommunalreferent Wolfgang Kleiner bedankte sich für die schnelle und erfolgreiche Umsetzung des Projekts, das neben Bergeteamschulungen, Zusammenstellen von Suchtrupps und Tierseuchenübungen vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz als substantiell für die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest gesehen wird. Harald Rehmann, der Leiter des Amtes für Zivil- und Brandschutz, bezeichnete das Projekt „als perfektes Beispiel für eine fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit“.

Der Wunsch des Veterinäramtsleiters, Dr. Lieven Pool lautet: „Dass die Bevölkerung bei Spaziergängen in der freien Natur vorgefundene Wildschweinkadaver lediglich aus der Distanz betrachtet und dem Veterinäramt meldet.“ Die dazu passende App ist die „Tierfund-Kataster“-App.

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