RIEDEN

Ein luftiger Feuerwehreinsatz zum Abschied

Im Hintergrund dampft Grafenrheinfeld: Geradezu winzig erscheint der Korb mit den Passagieren.
| Im Hintergrund dampft Grafenrheinfeld: Geradezu winzig erscheint der Korb mit den Passagieren.

„Wir hatten in Rieden am Samstag Besuch von der Feuerwehr“ teilte Erich Schneider der Main-Post-Redaktion mit und schickte das Foto eines ganz besonderen Heißluftballons in Form eines Feuerwehrautos. Des Rätsels Lösung: An Bord war Bruno Kiesel aus Bergtheim, der diese Ballonfahrt von seinen 29 Feuerwehren im Inspektionsgebiet Nord-Ost des Landkreises Würzburg zum Abschied als Kreisbrandinspektor geschenkt bekommen hatte (wir berichteten).

450 Kilogramm Stoff

Der riesige Schauballon dürfte nicht nur für Schneider faszinierend gewesen sein, sondern auch für andere Riedener oder die Dorfbewohner von Eßleben. Eineinhalb Stunden war „das größte Feuerwehrauto der Welt“ von seinem Start am Gut Ebenroth bei Arnstein rund 13 Kilometer bis zu seiner abenteuerlichen Landung in Eßleben gefahren. Der Ballon ist 25 Meter lang, 20 Meter hoch und 18 Meter breit und hat ein Volumen von 3500 Kubikmetern. Mit seinen 450 Kilogramm Stoff verfügt er über das vierfache Gewicht eines gewöhnlichen Heißluftballons in der bekannten Tropfenform.

Die Ballonsonderform (Special Shapes) gehört der Firma „Siebel Ballooning“ in Freudenberg (Kreis Siegen Wittgenstein). Geschäftsführer Thomas Siebel ist für die Sonderfahrt eigens aus Südwestfalen nach Unterfranken gereist, denn aufgrund seiner verschiedenen Luftkammern ist der Ballon schwierig zu fahren. Ballonfahrer Siebel liebt es, Special Shapes zu bauen, die bei Messen, Festivals oder Events öffentlichkeitswirksam Werbung machen. In seinem Angebot hat er neben dem Feuerwehrauto etwa auch ein riesiges Brandenburger Tor oder einen Orientexpress.

Nicht nur die Ausmaße und Form sind also etwas Besonders, es ist auch sehr ungewöhnlich, dass das himmlische Feuerwehrauto für Privatpersonen abhebt. Kiesels Abschiedsgeschenk hatte der Thüngersheimer Kommandant Sandro Saccavino organisiert, der sich beim „Ballonteam Würzburg“ im Verfolgerteam engagiert.

In den Feuerwehrkreisen der Inspektion sprach es sich ruck-zuck herum, wann und wo die spektakuläre Ballonfahrt beginnt. So hatten sich zum Start viele Schaulustige eingefunden und weil das Wetter optimal war, entschieden sich ein paar andere Ballonfahrer des Würzburger Vereins im Rahmen ihres Trainings auf die Deutsche Meisterschaft spontan dafür, dem Luft-Löschfahrzeug eine Eskorte zu bilden.

„Als wir gegen 20 Uhr in der Abendsonne abhoben, herrschte gerade ein laues Lüftchen, aber auf dem Boden zuckten die Blitze von den Fotoapparaten der begeistert winkenden Zuschauer“, zeigt Kiesel Sinn für Humor.

„Das Wetter war optimal, es hätte nicht besser sein können“, erklärt Martin Wegner, der in einem der Begleitballone Pilot war. Er schwärmt von der „gigantischen Sicht bis nach Schweinfurt, Würzburg und in die Rhön“. „Der ungewöhnliche Anblick am abendlichen fränkischen Himmel lockte viele Menschen aus den Häusern. Vermutlich haben sie noch nie so etwas Tolles gesehen“, ist Kiesel stolz und dankbar.

In den Adelsstand erhoben

Dass er wirklich über Rieden und damit über einen kleinen Teil seines ehemaligen Inspektionsbereichs überfliegen konnte, das sei für ihn besonders super gewesen. „Du kennst jede Straße, jeden Weg. Wir wollen dir die Möglichkeit bieten, deine Inspektion aus der Luft zu betrachten“, mit diesen Worten hatte Kommandant Saccavino Anfang Mai den Geschenkgutschein überreicht.

Am Ortsrand von Eßleben legte Pilot Thomas Siebel eine punktgenaue Landung hin. Auch dort ist das auffällige Luftfahrzeug bestaunt worden. Später, beim Pizzaessen, wurden Bruno Kiesel und seine Familienangehörigen von Martin Wegner in den Adelsstand erhoben. Für die drei Bergtheimer wird ihre erste Ballonfahrt auch deswegen unvergesslich bleiben.

Ungewöhnlicher Anblick: In der Ballonsonderform „Feuerwehrauto“ hob jüngst Bruno Kiesel aus Bergtheim vom Boden ab. Die Fahrt mit dem „größten Feuerwehrauto der Welt“ hatte er zu seinem Abschied als Kreisbrandinspektor von den 29 Feuerwehren seiner Inspektion geschenkt bekommen.
Foto: Fotos (2): Irene Konrad | Ungewöhnlicher Anblick: In der Ballonsonderform „Feuerwehrauto“ hob jüngst Bruno Kiesel aus Bergtheim vom Boden ab.
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