Estenfeld

Ein Stück der Kürnach fließt wieder im ursprünglichen Lauf

Freuen sich über die Ausbaumaßnahme zur naturnahen Entwicklung der Kürnach, die im nächsten Jahr fertiggestellt wird (von rechts): Bürgermeisterin Rosi Schraud, Bauhofleiter Jürgen Fottner, Kathrin Wanschura (Leiterin Wasserrecht des Landratsamts) und Erhard Heinle (Fachreferent für Naturschutz bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes)
Foto: Aurelian Völker | Freuen sich über die Ausbaumaßnahme zur naturnahen Entwicklung der Kürnach, die im nächsten Jahr fertiggestellt wird (von rechts): Bürgermeisterin Rosi Schraud, Bauhofleiter Jürgen Fottner, Kathrin Wanschura ...

Der Kürnach-Bach fließt vor Estenfeld "am Brühl" wieder in seinem ursprünglichen Lauf. Denn bei den Bauarbeiten zur Renaturierung des Baches fand Bauhofleiter Jürgen Fottner, der das Projekt plante und ausführte, den alten Lauf der Kürnach wieder. "Es ist schön, dass wir dem Gewässer somit den ursprünglichen Lauf zurückgeben können", freute sich Bürgermeisterin Rosi Schraud.

Vorausgegangen war dem ein Gewässerentwicklungskonzept, das die Gemeinden Estenfeld und Kürnach erstellt haben. Ziel des Konzepts ist, die einstmals begradigten Bachläufe wieder mäandern zu lassen. Das heißt, dass Bäche wieder geschwungen durch die Landschaft fließen sollen und somit eine gewässerökologische Entwicklung erhalten. Im Bereich der Gemeinde Estenfeld ist das nur in eine Richtung möglich, da auf der anderen Seite der Kürnach der gemeinsame Verbandssammler von Estenfeld und Kürnach liegt, der die Abwässer der beiden Gemeinden zum Klärwerk nach Estenfeld transportiert.

Ein naturnaher Gewässerverlauf ist entstanden

Auf einer Länge von 84 Metern ist ein naturnaher Gewässerverlauf entstanden. Hierfür wurden rund 2400 Kubikmeter Erde bewegt, wechselnde Böschungsneigungen ausgebildet und ein Niedrigwassergerinne geschaffen. Drei Jahre hat es gedauert, zweimal waren Mitarbeiter vom Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg vor Ort, bis die Gemeinde den positiven Bescheid für das Projekt bekommen hat.

"Wir haben bei der Umsetzung versucht, jedes Bäumchen stehen zu lassen", so Schraud. "Drei Bäume mussten wir zwar leider trotzdem fällen, aber das war nicht ganz umsonst", sagte Fottner, denn sie werden teilweise wiederverwendet. Die Wurzelstöcke werden in den Bach gesetzt, sie dienen etwa als Laichmöglichkeiten für Fische. Mit Hilfe von einzelnen Störsteinen und der Einbringung von Totholz in das Gewässer soll die Gewässerstruktur aufgewertet sowie die Eigendynamik des Gewässers gefördert werden. Und auch im Unterbereich werden noch Anpflanzungen mit gut verträglichen Pflanzen vorgenommen.

Projekt wird zu 75 Prozent gefördert

Da es sich um eine Ausbaumaßnahme zur naturnahen Entwicklung und Gestaltung von Gewässern handelt, wird die Maßnahme zu 75 Prozent gefördert. "Wir sind sehr glücklich, dass die Förderung so hoch ausfällt", so Schraud. Von den 40 076 Euro bekommt die Gemeinde voraussichtlich Zuweisungen in Höhe von 30 057 Euro. Die Arbeiten wurden durch den Bauhof in Eigenregie durchgeführt. "Unser Jürgen war dann der Baggerchef und durfte sich austoben", scherzte Schraud. Nur neun Tage hat er gebraucht, bis die Arbeiten abgeschlossen waren, fünf weitere wird er noch brauchen, bis alles endgültig fertig ist. Denn erst im Frühjahr wird die Wasserführung umgeleitet, der sogenannte Umschluss ist im April geplant. Trotzdem ist der Bachlauf bereits mit Wasser gefüllt, obwohl noch kein Durchlauf da ist. Es kommt wohl von unten und durch den Regen der vergangenen Tage.

"Wir haben diese Initiative gerne mitgetragen", sagte Erhard Heinle, Fachreferent für Naturschutz bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes. Er sei um jede Ecke froh, in der Feuchtbiotope Platz haben und für sich sein können, gerade hier im trockenen Würzburger Norden. "Das Vorhaben ist im wasserwirtschaftlichen Interesse und somit sinnvoll, zweckmäßig und notwendig", heißt es auch aus dem Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg. "Hier haben wir mehr Fläche, mehr Wasser und mehr Qualität", sagte Kathrin Wanschura, die Leiterin Wasserrecht des Landratsamts. "Und gerade auch für Kleinstlebewesen ist diese Stelle ideal, auch bei geringem Wasserstand", ergänzte Schraud.

Jetzt hat die Kürnach viel Platz – auch bei Hochwasser

Ein weiterer Vorteil: Jetzt hat die Kürnach viel Platz, sollte es mal Hochwasser geben. Das Projekt dient also nebenbei auch als Überschwemmungsvorsorge für das unterliegende Dorf. Ziel ist es, so Bürgermeisterin Schraud, "nach und nach weitere solcher naturverträglichen Maßnahmen umzusetzen, soweit dies möglich ist". Oft sei es eine Frage der Eigentumsverhältnisse bei den Grundstücken, beim jetzigen Projekt gehörte die Fläche bereits der Gemeinde.

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