Würzburg

Eine Herausforderung für die Planer

Sieger des Architektenwettbewerbs (von links) Jürgen Hauck (hiparchitekten, Würzburg), Juliusspital-Stiftungsleiter Walter Herberth, Friedrich Bär (Bär Stadelmann Stöcker Architekten, Nürnberg), Prof. Wolfgang Fischer, Vorsitzender des Preisgerichts, und Prof. Daniel Halswick (H2M Architekten, München)
Foto: Martina Schneider/Stiftung Juliusspital Würzburg | Sieger des Architektenwettbewerbs (von links) Jürgen Hauck (hiparchitekten, Würzburg), Juliusspital-Stiftungsleiter Walter Herberth, Friedrich Bär (Bär Stadelmann Stöcker Architekten, Nürnberg), Prof.

Die Stiftung Juliusspital Würzburg wird auf dem rund 3000 Quadratmeter großen Grundstück der ehemaligen Poliklinik an der Klinikstraße 8 in Würzburg einen Neubau errichten in dem die Pflege-fachschulen von Stiftung und Klinikum Würzburg Mitte konzentriert werden. Neben den Schulen sollen in dem neuen Gebäudekomplex auch etwa 20 Wohneinheiten für Betreutes Wohnen entstehen sowie eine Tiefgarage untergebracht werden. Die Kosten für das Bauprojekt beziffert das Juliusspital im unteren zweistelligen Millionenbetrag, heißt es in einer Pressemitteilung des Juliusspitals.

Um das beste Planungskonzept zu ermitteln, führte die Stiftung einen Architektenwettbewerb durch an dem sich zehn Architekturbüros aus Würzburg sowie quer durch Deutschland beteiligt hatten. Am 19. November fand die Preisverleihung – unter Corona-Auflagen - in der Zehntscheune des Juli-usspitals statt.

BSS 1. Preis Ansicht Zehntscheune
Foto: Stiftung Juliusspital Würzburg | BSS 1. Preis Ansicht Zehntscheune

Die Preisträger

„Die Aufgabenstellungen war durchaus komplex, trotz des sachlichen Zusammenhangs zwischen der beabsichtigten Nutzung als Pflegebildungszentrum und als Wohnbereich für Betreutes Wohnen“, erklärte Juliusspital-Stiftungsleiter Walter Herberth bei der Preisverleihung. Auch der Zuschnitt des Grundstücks mitten in der Stadt habe mit Blick auf die gebotenen Abstandsflächen zur Bebauung eindeutige Begrenzungen aufgezeigt. „Die drei Siegerentwürfe spiegeln die Komplexität der Aufgabenstellung und die Verschiedenheit der Herangehensweise wider.“

Das Preisgericht kürte die Entwürfe folgender Büros: 1. Preis: BSS Bär Stadelmann Stöcker Architekten und Stadtplaner PartGmbB, Nürnberg; 2. Preis: H2M Architekten + Ingenieure GmbH, MünchenM 3. Preis: hjparchitekten PGmbB, Würzburg.

H2M 2. Preis Zehntscheune
Foto: Stiftung Juliusspital Würzburg | H2M 2. Preis Zehntscheune

2019 begann der Rückbau

Bereits im Jahr 2018 hatte die Stiftung Juliusspital das Gelände der ehemaligen medizinischen Poliklinik im Erbbaurecht von der Universität Würzburg übernommen. Für das Erbbaurecht zahlt die Stiftung Juliusspital der Universität jährlich einen sechsstelligen Betrag als Erbbauzins. Am 16. April 2019 begann der Rückbau der alten Gebäude, Ende August war er abgeschlossen. Aktuell nutzt die Stiftung das Gelände – mit Genehmigung der Stadt Würzburg – vorübergehend als Parkplatz für ihre Mitarbeiter.

HJP 3. Preis Ansicht Zehntscheune
Foto: Stiftung Juliusspital Würzburg | HJP 3. Preis Ansicht Zehntscheune

Das Grundstück liegt im mischgenutzten Bereich der nördlichen Würzburger Innenstadt, unweit des Hauptbahnhofs. Das Gebiet wird durch die besonderen Nutzungen in der Nachbarschaft geprägt.

Die Vorgaben für die Planer

Die Vorgabe für die Planer war, dass sich der dort entstehende Neubau in die innerstädtische Struk-tur zwischen historischer Bebauung, den baulichen Hochpunkten des Juliusspital Seniorenstifts so-wie der Bebauung der Kaiserstraße, durch Setzung, Kubatur, Höhenentwicklung, Gliederung und Gestalt einfügen soll.

Alle zur Beurteilung zugelassenen Arbeiten wurden vom Preisgericht unter Vorsitz des Würzburger Architekten Prof. Wolfgang Fischer unter anderem nach städtebauliche Einbindung und Angemes-senheit, gestalterischer Qualität der Gebäudeplanung, funktionaler Flexibilität, Realisierbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit beurteilt.

„Es war eine schwierige Aufgabenstellung, galt es doch, mit der Pflegeschule und dem Betreuten Wohnen zwei komplett unterschiedliche Einrichtungen zusammenzubringen“, wird Fischer in der Pressemitteilung zitiert.  Das klar umrissene 3000 Quadratmeter große Grundstück inmitten der Bebauung bot auch nicht viel Spielraum, denn die vorgegebenen Abstandsflächen mussten eingehalten werden. „Jeder Kollege geht da an die Kante“, sagte Fischer, der das Preisgericht geleitet hatte und sich zusammen mit den anderen Richtern „intensiv, offen und konstruktiv“ mit den eingereichten Entwürfen auseinandergesetzt hatte. Umso mehr freute es ihn, dass man einen Sieger habe küren können. Die Planung und Realisierung ist direkt im Anschluss an den Wettbewerb vorgesehen.

Weine für die Sieger

„Im Juliusspital gibt es für Sieger keine Pokale, sondern auserlesene Weine“, erklärte Walter Her-berth als er die ausgesuchten Weine an die Preisträger übergab. Passend für den ersten Platz gab es einen Volkacher Kartäuser Weißer Burgunder mit zahlreichen Auszeichnungen.

Da die Planung und Realisierung des Bauprojekts direkt im Anschluss an den Wettbewerb vorgese-hen ist, werden sich die Verantwortlichen der Stiftung nochmals mit allen drei Preisträgern zusam-mensetzen um mit ihnen im Detail über ihre jeweiligen Entwürfe zu sprechen, kündigte der Stif-tungsleiter an.

Alle Wettbewerbsarbeiten sind im Juliusspital ausgestellt und können von Freitag, 20. November, bis Donnerstag, 3. Dezember, im Flur der Direktion des Juliusspitals, Juliuspromenade 19, angesehen werden. Die Ausstellung ist montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr geöffnet. Aus aktuellem Anlass bittet die Stiftung um Terminvereinbarung unter Tel.: (0931) 3931547.

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