Würzburg

Escape Boat: Spannendes Rätselknacken mitten auf dem Main

Sogenannte Escape Rooms boomen. Nun haben sich zwei Brüder etwas besonderes für Würzburg ausgedacht: Rätselraten auf einem Hausboot auf dem Main. Was das genau bedeutet.
Wolfgang Schöll (rechts) betreibt gemeinsam mit seinem Bruder Michael seit einigen Wochen Deutschlands erstes Escape Hausboot. Während einer gemütlichen Fahrt auf dem Main, gilt es für die Gäste verschiedene Rätsel zu lösen. Immer mit dabei: ein Kapitän. Hier Ba Thevaranjith (links).
Foto: Daniel Peter | Wolfgang Schöll (rechts) betreibt gemeinsam mit seinem Bruder Michael seit einigen Wochen Deutschlands erstes Escape Hausboot.

Ein Hausboot direkt am Ufer des Mains in Würzburg. Doch irgendetwas stimmt nicht, die Türen sind offen, aber es ist verwaist. Später wird klar, am Vorabend hat ein Pärchen seinen Hochzeitstag gefeiert. Der Ehemann vermisst seine Frau, er weiß nicht was geschehen ist, außerdem fehlen sein Handy und sein Sportgewehr. Was ist passiert? Das gilt es herauszufinden, auf Deutschlands erstem Escape Boat mitten auf dem Main, das man seit kurzem für Gruppen buchen kann.

Heute ist das Hausboot aber nicht verwaist. Mit buntem Hemd und einem Grinsen im Gesicht sitzt Wolfgang Schöll auf einem Stuhl im Außenbereich des Bootes. Der 28-Jährige und sein Bruder Michael betreiben seit 2016 die Schwarzlichtfabrik und das Pit-Pat Wonderland in der Würzburger Posthalle. "Wir schimpfen uns einen 'Indoor Adventure Park', in dem man 3D-Minigolf, PoolBall und vieles mehr spielen kann", sagt Schöll. "Und da Würzburg das Glück hat, über eine wunderschöne Ufergestaltung des Mains zu verfügen, haben wir uns im Frühjahr dazu entschlossen, ein Escape Game auf dem Main zu entwickeln." Gesagt, getan. Seit knapp einem Monat liegt das etwas andere Hausboot nun auf dem Main und erste Rätselfans konnten bereits versuchen, die spannenden Aufgaben zu knacken.

"Wir wollen, dass die Leute auf dem Boot einfach eine gute Zeit miteinander haben."
Wolfgang Schöll, Betreiber des Escape Boats

Doch bis es soweit kommen konnte, gab es einiges vorzubereiten: von der Entwicklung der Story, über die Organisation eines geeigneten Bootes, bis hin zu behördlichen Genehmigungen. Ein Boot zu bekommen war hierbei das geringste Problem. "Mit dem Hausboot-Bauer aus Wiesentheid stehen wir schon sehr lange in Kontakt", erzählt Schöll. Denn für die Hindernisse und Bahnen beim Pit-Pat Wonderland seien viele Elemente aus stark gepressten Styropor, überzogen mit Harz, und diese haben die Betreiber beim Bootsbauer machen lassen. "Eigentlich wird so etwas in der Raumfahrt oder Automotive Branche genutzt", weiß Schöll. "Da kannst du draufhauen wie du willst, da geht nichts kaputt." Für das Hausboot wurden diese Materialien ebenfalls verwendet. "Wir sitzen also gerade auf Styropor und nicht auf Holz."

Auch die Geschichte hinter dem Escape Game stand relativ schnell fest. "Meinem Bruder ging es an einem Abend gesundheitlich nicht gut, da konnte er nicht schlafen und hat sich die Story ausgedacht." Er lacht. Man merkt ihm den Spaß an seiner Arbeit sichtlich an. "Wir wollen, dass die Leute auf dem Boot einfach eine gute Zeit miteinander haben." Das "Miteinander" spiele hierbei eine besonders große Rolle, denn ohne richtige Zusammenarbeit ist es schier unmöglich, die Rätsel zu lösen.

Was sich wohl in den verschlossenen Schränken verbirgt? Und wie kommt man bloß an den Zahlencode für die Schlösser? All das gilt es beim Escape Game auf dem Main herauszufinden.
Foto: Daniel Peter | Was sich wohl in den verschlossenen Schränken verbirgt? Und wie kommt man bloß an den Zahlencode für die Schlösser? All das gilt es beim Escape Game auf dem Main herauszufinden.

Das Spiel ist auf 60 Minuten ausgelegt. Mal seien Gruppen jedoch schneller fertig, mal seien sie langsamer. "Es gibt aber keinen Misserfolg. Der Kapitän kann bei einigen Rätseln mithelfen, falls die Gruppe mal nicht weiter weiß", sagt der 28-Jährige. "Wir schauen, dass die Leute immer ihren Erfolg feiern können, einige brauchen halt nur etwas länger."

Auch am Ufer befinden sich rätselrelevante Hinweise

Drei Kapitäne haben die beiden Geschäftsführer für das Escape Boat gewinnen können. Zwei haben sogar extra einen Sportbootführerschein dafür gemacht. Einer von ihnen ist Ba Thevaranjith, er steuert auch am heutigen Tag das Boot über den Main. Leise tuckert es an der Mainpromenade entlang, vorbei am Stadtstrand und dann in Richtung Randersacker. "Das ist schon ein schöner Arbeitsplatz muss ich sagen", sagt der Kapitän und grinst am Steuer sitzend.

Ba Thevaranjith ist einer von drei Kapitänen, die für das Escape Game auf dem Main zur Verfügung stehen. Der 22-Jährige hat hierfür extra einen Sportbootführerschein gemacht. 
Foto: Daniel Peter | Ba Thevaranjith ist einer von drei Kapitänen, die für das Escape Game auf dem Main zur Verfügung stehen. Der 22-Jährige hat hierfür extra einen Sportbootführerschein gemacht. 

Denn beim Escape Boat steht nicht nur das Rätselraten im Vordergrund, auch das Erlebnis der Bootsfahrt auf dem Main spielt eine große Rolle. Mieten kann man das Boot für 60, 90, 120, 180 oder 240 Minuten. "60 Minuten empfehlen wir aber weniger, da man dann einfach zu wenig vom Boot hat", weiß Schöll.

Die Anlegestelle des Escape Boats ist an der Kurt-Schumacher-Promenade. Die Strecke, wo das Boot genau entlang fährt, werde immer spontan entschieden. Und auch die Gäste haben hierbei ein Mitbestimmungsrecht. Nur ein Stück weit Strecke sei festgelegt, da sich "einige rätselrelevante Hinweise auch am Ufer befinden." Mehr möchte Schöll jedoch nicht verraten, spielt doch Spannung eine wichtige Rolle beim Escape Boat. Nur so viel: "Die Story nimmt eine überraschende Wendung." 

Was sind Escape Games?
Unterhaltung, Rätselraten und Teamwork stehen im Vordergrund von sogenannten Escape Games. Die Spiele selbst finden in einem Raum, manchmal in mehreren kleinen Räumen statt. Das Szenario zum Spiel folgt in den meisten Fällen einem bestimmten Thema und wird durch eine Hintergrundgeschichte erläutert. Die Ausstattung des Raums sowie die Rätsel orientieren sich dabei an dem gespielten Szenario. Die grundlegende Aufgabe besteht jedoch meist darin, sich aus dem Raum, in dem die Spieler meist eingesperrt sind, herauszurätseln.
Das Hausboot hat eine Zulassung für insgesamt zehn Personen. Man mietet das Boot für eine Gruppe, welche durch den Kapitän, der einen Charakter im Escape Game übernimmt, komplettiert wird. Man kann also für insgesamt bis zu neun Personen buchen.
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