Würzburg

Faire Preise für hochwertige Produkte

Krischan Cords, Geschäftsführer der Main-Streuobst-Bienen.
Foto: Wolf | Krischan Cords, Geschäftsführer der Main-Streuobst-Bienen.

Vor gut zwei Jahren wurde die Main-Streuobst-Bienen eG gegründet. Wir sprachen mit Krischan Cords, dem Geschäftsführer der Main-Streuobst-Bienen, über die Ziele der Genossenschaft, faire Preise und naturnahe Pflege der Kulturlandschaft.

Frage: Was darf man sich unter der Main-Streuobst-Bienen eG vorstellen?

Krischan cords: Die Main-Streuobst-Bienen eG ist ein Zusammenschluss von Streuobstbauern, Imkern, Privatleuten, Firmen, Vereinen, Gemeinden und Landkreisen, die gemeinsam den Streuobstbau sowie die Bienenhaltung in Mainfranken erhalten, pflegen und fördern. Mit Sitz in Margetshöchheim erstreckt sich der Tätigkeitsbereich der Genossenschaft über die Landkreise Main-Spessart, Kitzingen und Würzburg.

Welche Ziele verfolgt die Genossenschaft?

Cords: Durch extensive Pflege möchten wir die Streuobstbiotope und Bienenbestände unserer Kulturlandschaft erhalten. Wissensvermittlung, Hilfe bei der Bewirtschaftung und ein fairer Preis für hochwertiges Streuobst sollen die Grundlage dafür bieten und weitere Akteure in der Region aktivieren und vernetzen.

Wie sieht das konkret aus?

Cords: Aus hochwertigem Streuobst möchten wir hochwertige Produkte produzieren: regionale Produkte für Menschen aus der Region. Mit „MainSchmecker“ bauen wir eine Marke auf, die Nachhaltigkeit, guten Geschmack, Fairness und Naturschutz verkörpert.

Was liegt den Verantwortlichen besonders am Herzen?

Cords: Die naturnahe Pflege der Kulturlandschaft, die den Erhalt der zahlreichen Tier- und Pflanzenarten eines vielfältigen Lebensraumes sichert. Auf die Besonderheit von Streuobst in der Kulturlandschaft möchten wir aufmerksam machen, die Zusammenhänge aufzeigen und Jung und Alt dafür begeistern. Deshalb nehmen Ernte- und Pflanzaktionen mit Kindern und Jugendlichen sowie Verkostungen und Führungen in unseren Streuobstbeständen einen großen Raum ein.

Was konnte seit der Gründung umgesetzt werden?

Cords: Die Genossenschaft zählt mittlerweile über 60 Mitglieder. Im Herbst 2015 gab es unsere erste Obstannahme, aus der zahlreiche Produkte wie ein Zwetschgen-Fruchtaufstrich, unsere naturtrübe Apfelsaftschorle und diverse Säfte und Wein hervorgegangen sind. Diese werden erfolgreich unter der Dachmarke MainSchmecker vermarktet.

Die Genossenschaft ist als landwirtschaftlicher Betrieb aktiv und bewirtschaftet knappe 30 Hektar Streuobstflächen in den drei Landkreisen. Zur Pflanzung und Pflege von Streuobstbäumen, der Ernte und Verarbeitung von Streuobst sowie der Unterwuchspflege bieten wir Dienstleistungen an und vernetzen alle Beteiligten.

Was läuft gut und was weniger gut? Wo liegen die Probleme?

Cords: Sehr gut bewertet werden unsere vielfältigen Produkte. Auch das Feedback auf unser breites Kursangebot, allen voran die Ausbildung zum zertifizierten Baumpfleger Streuobst, ist durchweg positiv. Problematisch gestaltete sich die Bio-Zertifizierung der weit verstreuten Flächen der Genossenschaftsmitglieder, so dass aus Kostengründen nur die eigenen Flächen der Genossenschaft die Zertifizierung durchlaufen konnten. Ein weiteres Problem ist, dass viele Menschen den Bezug zu Streuobst und heimischer Imkerei verloren haben. Die Sensibilisierung für diese Themen ist mit viel Anstrengung verbunden.

Wo kann man die regionalen Produkte der Genossenschaft kaufen?

Cords: Auf unserer Internetseite finden Sie eine regelmäßig aktualisierte Karte mit Wiederverkäufern und Anbietern aus der Gastronomie. Der erste größere Abnehmer in Würzburg war der Kupsch-Markt Riedmayer mit zwei Filialen im Frauenland. In der alten Obsthalle von Margetshöchheim findet, meist am letzten Donnerstag des Monats, ein Lagerverkauf statt und in wenigen Tagen wird auch über unseren Internetshop die Bestellung der MainSchmecker-Produkte möglich sein. Die Auslieferung im Umkreis von zehn Kilometern um Würzburg wird in Zusammenarbeit mit dem Fahrradkurier Radius realisiert, die auch einige Kästen Saft in ihren Lastenrädern transportieren können.

Sortenreine Apfelsäfte sind etwas ganz Besonderes. Wie kommen die beim Verbraucher an?

Cords: Für die Mainfrankenmesse zur Demonstration der geschmacklichen Vielfalt auf der Streuobstwiese produziert, war die Resonanz so überwältigend, dass es mittlerweile über 15 sortenreine Streuobst-Säfte gibt. Sie unterscheiden sich stark in der Farbe, dem Zucker-Säure-Verhältnis und tragen alle ihr individuelles Aroma.

Wo sieht sich die Genossenschaft in weiteren zwei Jahren?

Cords: In zwei Jahren haben wir uns weiter in den Landkreisen Kitzingen und Main-Spessart etabliert und bieten für viele weitere Streuobstbauern und Imker Unterstützung bei der Bewirtschaftung und Pflege unserer Kulturlandschaft. Die meisten Flächen unserer Genossenschaftsmitglieder werden dann biologisch zertifiziert sein und wir halten einen hohen Preis für hochwertiges Streuobst und heimischen Honig aus Mainfranken. Durch unsere fachmännische Ausbildung besitzen wir viel Personal, um der Aufgabe von vergreisenden Baumbeständen entgegen zu wirken.

Informationen rund um das Thema Streuobst

Streuobsttag in Würzburg: Am Unteren Markt dreht sich an diesem Freitag, 30. September, alles um Streuobst, vor allem um Äpfel. Von 9 bis 17 Uhr finden dort der Würzburger Streuobsttag und die Apfelbörse statt. Eine Sortenschau zeigt alte Apfel- und Birnensorten. Wer Äpfel oder Birnen im Garten hat, die er nicht kennt, kein Problem. Pomologen vor Ort bestimmen unbekannte Sorten. Mindestens drei Früchte sollten zur Bestimmung mitgebracht werden. Auch für den Gaumen ist etwas geboten: alte und neue Obstsorten sowie frisch gepresster Süßmost stehen zur Verkostung bereit. Die Besucher können sich mit gesunden, regionalen Tafeläpfeln versorgen, denn es gibt viele alte Apfel- und Birnensorten zu kaufen, heißt es in einer Pressemitteilung. Ratschläge und Tipps vom Pflanzendoktor sowie weitere Informationen zum Lebensraum Streuobst und zur Streuobst-Genossenschaft runden die Veranstaltung ab.

Veranstalter des Streuobsttages und der Apfelbörse sind das Landratsamt und die Stadt Würzburg, der Landschaftspflegeverband Würzburg, der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Würzburg und die Main-Streuobst-Bienen eG. Die „Main-Streuobst-Bienen eG“ wurde am 21. Februar 2014 in Margetshöchheim gegründet. In der Genossenschaft organisieren sich Streuobstbauern und Imker der Landkreise Würzburg, Kitzingen und Main-Spessart. Geschäftsführer ist Krischan Cords. Ziel der Genossenschaft ist es, durch diese regionale Zusammenarbeit die Bewirtschaftung von Streuobst und die Haltung von Honigbienen zu erleichtern sowie qualitativ hochwertige Produkte herzustellen und zu vermarkten. Weitere Informationen zur Main-Streuobst-Bienen eG unter: Tel. (09 31) 46 862-50 oder E-Mail an: info@streuobst-bienen.de sowie im Internet: www.streuobst-bienen.de.

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