Würzburg

Wie Corona auch dem Würzburger Tierheim zu schaffen macht

Rund 1000 Tiere wurden im Jahr 2020 im Würzburger Tierheim abgegeben. Wie kommt man da zurecht, wenn gleichzeitig durch Corona die Spendenbereitschaft der Bürger zurückgeht?
Tierpfleger Maxim Iochim im Würzburger Tierheim im Elferweg mit seinen Hunden (von links) Mozart, Primadonna und Escarda.
Foto: Patty Varasano | Tierpfleger Maxim Iochim im Würzburger Tierheim im Elferweg mit seinen Hunden (von links) Mozart, Primadonna und Escarda.

Durch den Lockdown und die Kontaktbeschränkungen ist die Sehnsucht nach vierbeiniger Begleitung im Alltag bei vielen groß. Dieses Interesse hat man auch im Würzburger Tierheim bemerkt, durch Corona haben sich aber auch dort der Alltag und die Vermittlung der Tiere immens erschwert.

"Ob Corona oder nicht, die Tiere müssen natürlich täglich versorgt werden", erklärt Pfleger Maxim Iochim. Das ist gleich geblieben. Anders geworden ist aufgrund der Beschränkungen aber die Kontaktaufnahme zwischen den Tieren und den potentiellen Herrchen und Frauchen: Schon seit über neun Monaten ist das Tierheim im Elferweg für Besucher geschlossen. Ohne Besuchszeiten findet der erste Kontakt dementsprechend nur per Telefon oder E-Mail statt, vermittelt werden die Tiere so jetzt nur noch mit Termin.

"Ob Corona oder nicht, die Tiere müssen natürlich täglich versorgt werden"
Maxim Iochim - Tierpfleger

Trotzdem fanden im vergangenen Jahr 703 Tiere aus dem Heim ein neues Zuhause, darunter 102 Hunde. Laut Iochim sei das Interesse enorm groß gewesen, gerade was Hunde anging. Was erfreulich klingt, muss aber momentan gut bedacht werden: "Wir wollen in jedem Fall sichergehen, dass die Tiere nicht nur wegen der derzeitigen Umstände interessant sind. Deswegen schauen wir bei der Vermittlung auch besonders darauf, was nach Corona ist".

Die Spenden für das Tierheim sind um 20 bis 30 Prozent zurück gegangen

Ein großes Problem bilden die Tierpatenschaften. Diese seien verglichen mit dem Vorjahr um zwei Drittel weniger geworden, worunter vor allem auch die Spendenlage des Tierheims leide. Dass sich derzeit wohl große Teile der Bevölkerung finanzielle Sorgen machen, schlage sich auch in der Finanzierung des Tierheims nieder: Spenden seien generell sehr stark rückläufig und sind verglichen mit 2019 um 20 bis 30 Prozent eingebrochen.

Tierpfleger Maxim Iochim mit den beiden Katzenbabies Rodriguez und Garcia.
Foto: Patty Varasano | Tierpfleger Maxim Iochim mit den beiden Katzenbabies Rodriguez und Garcia.

Egal ob Tierpate oder nicht, auch das freiwillige Ausführen der Tierheimhunde entfällt. Wo zu Beginn der Pandemie die Nachfrage am Gassigehen mit den Tieren groß war, dürfen Besucher mittlerweile aufgrund gesetzlicher Regelungen nicht mehr mit den Hunden der Einrichtung spazieren gehen. Das bedauert auch der Tierpfleger, schließlich tue das den Tieren gut.

Allein im vergangenen Jahr nahm die Würzburger Einrichtung 974 Tiere auf

Allein im vergangenen Jahr nahm die Würzburger Einrichtung 974 Tiere auf. Darunter waren zwar auch entlaufene Tiere, die wieder von ihren Besitzern abgeholt wurden, trotzdem bleiben die laufenden Kosten. "Unsere größte Sorge ist daher, dass weniger gespendet wurde", so Maxim Iochim. Auch auch gab es nur wenige Möglichkeiten, durch Aktionen die Einnahmen zu erhöhen: Zwar war der alljährliche Christbaumverkauf des Tierheims erfolgreich, ein Tag der offenen Tür wie in den Vorjahren konnte aber nicht stattfinden.

Das Tierheim hofft darauf, so früh wie möglich wieder seine Türen für Besucher öffnen zu können. Gleichzeitig birgt die Zeit nach Corona auch ihre Risiken: "Menschen holen sich natürlich überall Tiere, nicht nur aus dem Tierheim. Wir hoffen also, dass es in Zukunft nicht zu einem Massenansturm vom Leuten gibt, die ihre Tiere wieder loswerden wollen."

Ein Spendenkonto kann helfen

Wer die Würzburger Einrichtung auch in diesen schwierigen Zeiten unterstützen möchte, kann das über das Spendenkonto auf der Website des Tierheims tun. Auch Sachspenden sind möglich, die können, um so viel persönlichen Kontakt wie möglich zu vermeiden, einfach vor der Tür abgelegt werden.

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