Würzburg

Fehlende Kirchensteuer: Diözese Würzburg verhängt Baustopp

Bau-Moratorium im Bistum Würzburg: Ab 1. August genehmigt die Diözese nur noch Notmaßnahmen an ihren Gebäuden. Zum "Aufschub" sieht sie sich aus konkretem Grund gezwungen.
Blick von unten: Der Kiliansdom in Würzburg.
Foto: Daniel Peter | Blick von unten: Der Kiliansdom in Würzburg.

Bereits im Februar bei der Vorstellung des Haushaltsplanes hatte das Bistum den Plan angekündigt. Jetzt gibt es Gewissheit: In der Diözese Würzburg tritt zum 1. August ein Bau-Moratorium für die kommenden drei Jahre in Kraft. In dieser Zeit würden "nur noch Notmaßnahmen an Bauten der Diözese Würzburg und der rund 1550 katholischen Kirchen- und Pfründestiftungen genehmigt", heißt es in einer Pressemitteilung des Bistums Würzburg. "Wir brauchen dieses Moratorium, um alle Immobilien der Diözese und der Kirchenstiftungen zu erfassen und Kategorien zuzuordnen", so Generalvikar Thomas Keßler in der Mitteilung. Es wurde nun entschieden, welche Immobilien saniert, welche instand gehalten und welche mittelfristig veräußert werden sollen.

Prognose: Zu wenige Einnahmen aus der Kirchensteuer

Das Bistum begründet den dreijährigen Bau-Aufschub mit den finanziellen Perspektiven:  "Hintergrund ist der prognostizierte Rückgang von Einnahmen aus der Kirchensteuer in den kommenden Jahren", heißt es in der Mitteilung. Der Rückgang "zwinge" die Diözese "zur Priorisierung der kirchlichen Gebäude sowie der daraus resultierenden notwendigen Bauinvestitionen". Vor allem Pfarrhäuser, Pfarrheime und Gotteshäuser sollen davon betroffen sein.

Bereits im Vorfeld hatte sich der kommissarische Finanzdirektor Andreas Hammer zum Moratorium geäußert und darauf hingewiesen, sich nur noch absolut notwendiger Baumaßnahmen widmen zu wollen. Dies könne bedeuten, dass ein Pfarrhaus, in dem kein Pfarrer mehr wohnt, nicht mehr zur "Gebäudelandschaft" der Diözese gehöre.

Nach dem Dekret zur Einführung des Bau-Moratoriums, das Bischof Franz Jung unterzeichnete, sind laut Diözese bis zum Jahr 2022 Baumaßnahmen "grundsätzlich" nur in Ausnahmefällen möglich. Maßnahmen würden nur genehmigt, wenn sie "zur Abwehr von Gefahren für Leib und Leben erforderlich" seien. Für alle notwendigen Baumaßnahmen der Diözese sowie der katholischen Kirchen- und Pfründestiftungen gelte in der Zeit des Moratoriums eine Kostenobergrenze von 15 000 Euro.

Bereits begonnene Baumaßnahmen werden fertiggestellt

Bei "zwingend erforderlichen" Baumaßnahmen könne laut Diözese "nach einer umfassenden fachlichen Einzelfallprüfung" von der Kostenobergrenze abgesehen werden. Dies gelte für Maßnahmen, die aufgrund von staatlichen oder behördlichen Auflagen für Betriebserlaubnis oder Nutzung unumgänglich sind. Bauarbeiten, die bereits begonnen wurden, sollen fertiggestellt werden, so die Mitteilung.

In der Zeit des Moratoriums rechnet die Diözese Würzburg mit einer Reduzierung des Bauhaushalts um insgesamt rund sechs Millionen Euro. Für bereits genehmigte und begonnene Projekte seien bis 2022 rund 65,6 Millionen Euro im Bauhaushalt eingeplant. Wegen laufender Bauprojekte wie das Matthias-Ehrenfried-Haus in Würzburg oder das Egbert-Gymnasium der Benediktiner in Münsterschwarzach werde die Maßnahme "erst ab 2021 greifen". Die drei Jahre sollen "auch genutzt werden, um im Bischöflichen Ordinariat die Prozesse und Abläufe im Bau- und Immobilienbereich neu zu strukturieren".

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