Würzburg

Fernwärme für die Modellfabrik des SKZ Würzburg

Verschaffen sich einen Eindruck von der aktuellen Baumaßnahme zur künftigen Fernwärmeversorgung der Modellfabrik (von links):  Polier Wolfgang Holleber, SKZ-Geschäftsführer Thomas Hochrein, ZVAWS-Aufsichtsratsvorsitzende Landrätin Tamara Bischof, ZVAWS Geschäftsführer Alexander Kutscher, WVV-Geschäftsführer Thomas Schäfer, Vertrieb Individualkunden WVV Florian Doktorczyk.
Foto: WVV | Verschaffen sich einen Eindruck von der aktuellen Baumaßnahme zur künftigen Fernwärmeversorgung der Modellfabrik (von links):  Polier Wolfgang Holleber, SKZ-Geschäftsführer Thomas Hochrein, ...

Die Mainfranken Netze GmbH und Stadtwerke Würzburg AG – beides Tochtergesellschaften der Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV) – werden im Auftrag des Zweckverbands Abfallwirtschaft (ZVAWS) eine neue Fernwärmeleitung vom Müllheizkraftwerk (MHKW) in der Gattinger Straße in das Gewerbegebiet Würzburg Ost legen. Darüber informierte die WVV in einer Pressemeldung. Die Erweiterung werde durch den Neubau einer Modellfabrik des Kunststoff-Zentrums SKZ als erster Kunde ermöglicht.

Die Grundsteinlegung für die Modellfabrik des SKZ Würzburg in unmittelbarer Nachbarschaft zum SKZ-Verarbeitungstechnikum und zum SKZ-Technologie-Zentrum fand jüngst statt. Durch diesen Neubau will das SKZ laut Geschäftsführer Thomas Hochrein "die industrielle und die digitale Welt verbinden, um Lösungen zu erproben und Themen wie Industrie 4.0, Nutzung künstlicher Intelligenz und Vieles mehr konkret umzusetzen." Die Modellfabrik sei deutschlandweit die erste ihrer Art, welche sich den spezifischen Herausforderungen der Kunststoffindustrie widme. Im Würzburger Gewerbegebiet Ost entstehe damit ein weltweit einzigartiges Transferzentrum für Forschung und Entwicklung.

Über zwei Kilometer Leitungen werden verlegt

Laut Pressemeldung wollte die SKZ für seinen Neubau eine zuverlässige, ökologisch sinnvolle, umweltschonende und besonders komfortable Energielösung zum Wohle der nachfolgenden Generationen einsetzen. Fernwärme aus dem nahe gelegenen Müllheizkraftwerk des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Raum Würzburg sei umwelt- und ressourcenschonend und sichere die Lebensqualität in der Region. Die Energie wird am SKZ größtenteils zur Kälteproduktion verwendet. Dadurch entstehe gerade in den heißen Sommermonaten ein hoher Wirkungsgrad bei der Nutzung der notwendigerweise durch Müllverbrennung freiwerdenden Energie, hieß es in der Pressemitteilung.

Der Bau der Fernwärmeleitungen beginnt im März 2021. Ohne die Hausanschlussleitungen weisen diese Fernwärmeverteilleitungen (mit Vor- und Rücklauf) eine Länge von zwei Mal einen Kilometer auf. Auch eine Umformstation, in der Dampf aus dem Müllheizkraftwerk auf Heizwasser mit einer Temperatur von 95 auf 60 Grad Celsius gebracht wird, wird parallel zum Leitungsbau neu errichtet. Für den SKZ-Altbau und SKZ-Neubau werden zwei Absorptionskälteanlagen mit einer Leistung von jeweils 200 Kilowatt installiert.

Die Inbetriebnahme des SKZ-Neubaus "Modellfabrik" ist im September 2022 vorgesehen. Bis zu diesem Termin werden die Fernwärmeleitungen spätestens in Betrieb sein.

Fernwärme aus dem Müllheizkraftwerk

Das Müllheizkraftwerk wird laut der Pressemeldung in Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) betrieben. Die dort freigesetzte Energie wird zum Teil in elektrischen Strom umgewandelt. Im Übrigen steht sie als Fernwärme für das Würzburger Netz zur Verfügung, das vom MHKW im Verbund mit dem Heizkraftwerk an der Friedensbrücke bedient wird. Der Anteil des MHKW an der Würzburger Fernwärmeversorgung liegt laut der Pressemitteilung zwischen 15 und 20 Prozent. KWK-Anlagen würden in hohem Maße zur Verbesserung der Energieeffizienz und damit zum Klimaschutz beitragen. Denn für die aus einer KWK-Anlage wie dem Müllheizkraftwerk gewonnene Energie seien keine weiteren Brennstoffe wie beispielsweise fossile Energieträger notwendig, hieß es in der Pressemitteilung.

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