WÜRZBURG

Feuer in Würzburg: Ganzer Wohnblock brannte

Einen Schaden von rund 1,5 Millionen Euro hat ein Großbrand in der Würzburger Peterpfarrgasse in der Nacht zu Donnerstag verursacht. Wie die Polizei mitteilt, konnten sich die Anwohner rechtzeitig ins Freie retten. Eine Bewohnerin und ein Feuerwehrmann wurden leicht verletzt.
Das Feuer war gegen 1:30 Uhr in einem mehrstöckigen Haus ausgebrochen und hatte auf drei weitere Gebäude übergegriffen. Eine ganze Häuserzeile stand so auf über 100 Metern in Flammen.

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So mussten die Einsatzkräfte zunächst am Brandherd (zwischen Fachhochschule und und dem Sitz der Regierung von Unterfranken) mit ansehen, wie der Wind das Feuer weiter anfachte. Schließlich brannte der Dachstuhl des gesamten Wohnblocks nahe dem Sanderring.



Teile des Daches brachen los und stürzten hinunter auf die Gasse. Die Rauchwolke zog durch die Innenstadt. Sie sorgte auch bei Bewohnern in einiger Entfernung für Hustenreiz und tränende Augen.

Die Feuerwehrleute bekämpften den Brand von mehreren Seiten, soweit die engen Gassen dies zuließen. Gegen 6.30 Uhr schlugen auf der Seite, an der die FH angrenzt, noch immer Flammen aus dem Dach.

Noch immer sind die Nachlöscharbeiten in vollem Gange. Diese werden nicht vor den Nachmittagstunden beendet sein. So lange bleibt der nähere Bereich um den Brandort in der Würzburger Innenstadt weiterhin gesperrt.

Video vom Brand (Quelle: YouTube):




Betroffene Gebäude
In den betroffenen Gebäuden in der Peterpfarrgasse und der Straße „Zwinger“ befinden sich folgende Einrichtungen: 
  • der Kindergarten „Heim für Kinder“ des Caritasverbands
  • die Fachakademie für Sozialpädagogik St. Hildegard, in der Erzieher und Kindergärtner ausgebildet werden, ·
  • ein Frauenwohnheim des Klosters Oberzell sowie
  • die Wohnungen „Konvent Nazareth“ für Schwestern des Klosters Oberzell.
Ansonsten sind in den dreistöckigen Gebäuden überwiegend Büros und Räume für den Lehrbetrieb untergebracht. Eigentümer der Gebäude ist das Bischöfliche Ordinariat Würzburg.

Hotline für Angehörige
Der Caritasverband schaltet ab ca. 14 Uhr eine Telefon-Hotline für Schüler und Schülerinnen der Fachakademie für Sozialpädagogik und für Eltern von Kindern im Kinder-Haus St. Hildegard: Telefon (0931) 386-12345.

Dort erhalten die Betroffenen aktuelle Informationen über weitere Unterbringung und wie es mit dem Unterricht weitergeht. Die Nummer bleibt auch am Wochenende geschaltet.





Online-Tipp
Wie es mit der Fachakademie für Sozialpädagogik und dem Kinder-Haus St. Hildegard nun weitergeht - darüber will der Caritas-Verband ab dem frühen Abend auf seiner Homepage informieren: www.caritas-wuerzburg.de

Bewohner in Sicherheit
Die 13 im Frauenwohnheim des Klosters Oberzell untergebrachten Frauen mussten in Sicherheit gebracht werden. Bislang wurde eine Frau mit leichten Verletzungen in ein Würzburger Krankenhaus gebracht, meldete die Polizei. Die anderen Bewohner des Hauses konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen, berichteten Uwe Kinstle, Leiter des Rettungsdienstes und Leitender Branddirektor Franz-Josef Hench, Chef der Würzburger Berufsfeuerwehr.

Bei den Löscharbeiten erlitt außerdem ein Feuerwehrmann leichte Verletzungen. Von herabfallenden Teilen wurden auch geparkte Autos beschädigt.

Im Einsatz waren knapp 100 Mann der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehren aus Stadt und Landkreis Würzburg mit insgesamt 22 Fahrzeugen und vier Drehleitern sowie zahlreiche Rettungskräfte.

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Brandursache nicht klar
Zur Brandursache gibt es noch immer keine Erkenntnisse. Die Gebäude konnten die Brandfahnder bis jetzt (Stand (12.50 Uhr) noch nicht betreten. Angrenzende Nachbarn berichteten davon, sie hätten in der Nacht einen Knall gehört und dann die Flammen gesehen. Dies könnte darauf hinweisen, dass der Brand bereits seit einiger Zeit verborgen vor sich hin schwelte, ehe er sichtbar ausbrach.

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Oberbürgermeister Georg Rosenthal war noch in der Nacht vor Ort, um sich selbst ein Bild von der Situation zu machen.

Am Rande des nächtlichen Einsatzes hat die Würzburger Polizei einen 18-Jährigen vorläufig festgenommen, der ein Fahrzeug des Malteser-Hilfsdienstes entwenden wollte. Dies konnte die Polizei gerade noch verhindern.

Der junge Mann aus Würzburg stand unter Alkoholeinfluss. Ein Test ergab einen Wert von 1,2 Promille. Bei dem Beschuldigten wurde eine Blutentnahme durchgeführt. Nach Abschluss der Maßnahmen kam der 18-Jährige wieder auf freien Fuß.


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