Würzburg

Frankenhalle: Drei Konzepte stehen zur Auswahl   

Brauerei, Markthalle, Gastronomie... An diesem Dienstag zeigen drei Investoren, was sie mit der Frankenhalle vorhaben. Wer neugierig ist, erfährt vorab schon etwas.
Den Vorbau der Frankenhalle zur Veitshöchheimer Straße wollen zwei Investoren abreißen. Dahinter schließt die denkmalgeschützte Halle mit dem gläsernen Oberlicht an.
Foto: Johannes Kiefer | Den Vorbau der Frankenhalle zur Veitshöchheimer Straße wollen zwei Investoren abreißen. Dahinter schließt die denkmalgeschützte Halle mit dem gläsernen Oberlicht an.

Fast zwei Jahrzehnte lang steht die Frankenhalle in der Veitshöchheimer Straße schon leer.  Umsetzbare Ideen sie zu nutzen, fehlten bislang. Jetzt haben drei Würzburger Investoren Konzepte für Halle, Nebengebäude und den Rest des 6000 Quadratmeter großen Grundstücks entwickelt. An diesem Dienstag stellen Beethovengruppe, Maiberg Wohnbau GmbH und W&S Immobilien GmbH ihre Vorschläge im Umwelt- und Planungsausschuss ab 16 Uhr erstmals öffentlich vor.

Bislang wurde die Zukunft der Frankenhalle hinter verschlossenen Türen behandelt, was angesichts des öffentlichen Interesses an diesem Thema kritisiert wurde.  Mitte Oktober hat der Stadtrat, wie berichtet,entschieden, dass man die Öffentlichkeit doch zulässt.  

Tiefgarage unter dem Neubau 

Einig ist allen Konzepten, dass die denkmalgeschützte Halle erhalten und zugänglich werden soll und, dass dahinter ein Neubau mit einer Tiefgarage entsteht. Dort sollen Wohnungen oder Büros Erlöse bringen. Denn mit der Halle, deren Sanierung einiges kosten wird, ist weniger zu verdienen. Knapp zwei Millionen Euro will die Stadt mindestens für das gesamte Areal haben. Wie viel die Interessenten anbieten, wird nicht veröffentlicht. 

Unterschiedlich sind die drei Konzepte im Maß der Erhaltung und in der geplanten Nutzung. "Wir wollen möglichst viel erhalten", sagt Udo Riedelsberger, Geschäftsführer der Maiberg Wohnbau GmbH, die ab 2009 das denkmalgeschützte US-Hospital am Mönchberg  zu Wohnungen umgebaut hat.      

In der Scanzonystraße schließen an die Halle die ehemaligen Viehställe an. Hier sollen Wohnungen oder Büros entstehen.  
Foto: Johannes Kiefer | In der Scanzonystraße schließen an die Halle die ehemaligen Viehställe an. Hier sollen Wohnungen oder Büros entstehen.  

Die Halle will Maiberg halbieren, um den hinteren Teil privat, den vorderen Teil öffentlich zu nutzen. "Gastronomie würde hier gut funktionieren", sagt Riedelberger. Aber auch andere Nutzungen kann er sich vorstellen. "Unser Konzept ist flexibel." Nur die Nutzung der kompletten Halle würde nicht funktionieren, da dazu Parkplätze fehlten und die Lärmbelästigung problematisch werden könnte.  Auf dem Sockelgeschoss der Viehställe hinter der Halle plant die Maiberg GmbH Wohnungen und ein Hotel für behinderte und nicht behinderte Menschen. Partner für das Inklusionshotel soll der Verein Lebenshilfe Würzburg werden.   

"Gastronomie würde hier gut funktionieren."
Udeo Riedelsberger, Geschäftsführer Maiberg GmbH

W&S Immobilien GmbH will den Vorbau zur Veitshöchheimer Straße abreißen und durch einem modernen Neubau ersetzen. Die Halle soll Markthalle für regionale Produkte, Erlebnisgastronomie und Brauerei werden. "Hier will mein Sohn künftig sein Bier brauen", sagt Geschäftsführer Karl Will, dessen Sohn Michael das Wirtshaus Goldene Gans mit Hausbrauerei in der Burkarder Straße betreibt und mehr Platz braucht. Rund 30 000 Hektoliter Bier könnten künftig in der Frankenhalle jährlich gebraut werden. Eine Metzgerei und eine Bäckerei sind ebenfalls geplant. "In Hamburg brummen solche Konzepte", sagt der Würzburger, dessen Geschäftssitz in der Hansestadt ist.

Außergewöhnlich sind die hölzerne Bestuhlung und das Dachgebälk der Halle.
Foto: Johannes Kiefer | Außergewöhnlich sind die hölzerne Bestuhlung und das Dachgebälk der Halle.

Die W&S Immobilien GmbH, die zuletztim Hubland 76 Wohnungen mit insgesamt 7125 Quadratmetern neu gebaut hat, plant hinter der Halle Wohnungen, die unter anderem von den Mitarbeitern der Mainfränkischen Werkstätten genutzt werden könnten. 

Markthalle mit Schraud&Baunach

Mehr als die von der Stadt vorgeschriebene Menge an Sozialwohnungen will die  Würzburger Beethovengruppe in einem U-förmigen Neubau zur Steinstraße unterbringen. "Dafür ist dieses Areal  gut geeignet", sagt Alexander Weigand, Geschäfsführer der Beethovengruppe. Diese hat in Würzburg zum Beispiel die Alte Universitätsdruckerei und das E-Werk in Unterdürrbach saniert und plant, das Post-Areal am Bahnhof zu bebauen

In der Halle stellt sich die Beethovengruppe eine Markthalle vor, die vom Würzburger Gemüse- und Obstgroßhändler Schraud & Baunach  bewirtschaftet werden könnte. Abends sind Gastronomie und kulturelle Veranstaltungen geplant. Den Vorbau will man abreißen, um einen freien Platz mit Bäumen zur Veitshöcheimer Straße zu schaffen.

Nach der Vorstellung im Umwelt- und Planungsausschuss will der Stadtrat Mitte November entscheiden, wer von den drei Investoren den Zuschlag bekommt.         

Frankenhalle
Ursprünglich diente die 1928 erbaute Halle mit ergänzenden Gebäudeteilen als Mehrzweckhalle für landwirtschaftliche Ausstellungen und Viehversteigerungen. Aber auch Boxkämpfe, politische Kundgebungen und Konzerte fanden hier statt. Seit 1999 steht sie leer und die Stadt suchte einen Käufer. 2003 wurde sie wegen ihrer spektakulären Inneneinrichtung - eine stützenfreie Holzbinderkonstruktion überspannt den Innenraum, der von ansteigenden Holztribünen  umschlossen wird - unter Denkmalschutz gestellt.  Als zweite Spielstätte für das Mainfranken Theater kam sie 2008 ins Gespräch. 2013 wurden diese Pläne aufgrund hoher Sanierungskosten fallen gelassen.  
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