(oki) Auf Anregung des Bürgervereins und seiner Vorsitzenden Christiane Kerner haben Jugendliche des Heuchelhöfer Jugendzentrums (Juze) rechtzeitig zum Maifeiertag, der am Heuchelhof als Fest der Fantasie gefeiert wurde, ein tolles Kunstwerk geschaffen.
Die riesige Fläche der Unterführung zwischen der Römerstraße und dem Straßburger Ring wurde mit Graffiti und Wandmalereien in verschiedener Farben und durch unterschiedliche Themen ausgestaltet.
Die Vorbereitungen dazu hatten schon einige Zeit vorher im Juze unter Leitung der Sozialpädagogen Johannes Diegruber und Annie Mündlein begonnen. Immer dabei war auch die Kunstlehrerin Inna Kopp, die Jugendlichen Anregungen für die Gestaltung der Unterführung gab und die Malaktionen über mehrere Tage leitete.
In einem dreitägigen Vorbereitungsworkshop mit je zwei Stunden wurden die Jugendlichen von den bekannten Graffitikünstlern Andreas Glos und Dominique Tebbe in Geschichte und die gesetzlichen Grenzen der Spraykunst eingeführt. Nach einigen praktischen Vorübungen auf Papier sprühten die Jugendlichen zum Abschluss die Anfangsbuchstaben ihrer Namen nach Graffiti-Art auf Leinwand. Die Ergebnisse sind im Jugendzentrum zu sehen.
Glos und Tebbe gestalteten die große Wand in der Unterführung, die Jugendlichen die Gegenseite und die Ränder zu den Aufgängen. Ihr Thema war die Großstadt mit der Silhouette von Hochhäusern und Antennen – eine Annäherung an das Zentrum des Heuchelhofs, aber kein Abbild.
Fantasie-Silhouette
Das Stadtmotiv wird an der Römerstraße mit der Fantasie-Silhouette einer orientalischen Stadt, die sich im Wasser spiegelt, aufgegriffen. Die Szenerie haben sich die Studentinnen Sofia Korcinskaja und Alexandra Zurenkow ausgedacht und mit Helfern ausgestaltet. Das Stadtmotiv wird weitergeführt zu Hochhäuser zwischen blühenden Wiesen, Bäumen und Regenbogen, einer Stadt im Grünen.
Eine andere Seite des Zugangs ist den Streichen der Comic-Figur Sponge Bob gewidmet, den schon Vorschulkinder kennen. Der zwölfjährige Vlad Budarin hat die Szenen entworfen.
An der Ostseite der Unterführung fügte Anastasia Domme Gestalten aus der russischen Märchenwelt zu einem Wandbild. Hexe und Krokodil, Winni Puh und seine Freunde und der Kater Leopold, dessen Lebensmotto lautet: „Lasst uns wie Freunde miteinander leben.“
Voraussetzung für die Neugestaltung der Unterführung war eine frische Grundierung. Die arbeitslosen Jugendlichen des Projektes A.L.E: „Arbeiten Lernen Erfahrung sammeln“ übernahmen mit ihrem Meister Kirchberger diese Aufgabe.
Inna Kopp hatte darauf geachtet, dass die Wandmalereien mit einfachen Formen entworfen wurden, so dass viele Kinder mitmalen konnten. Tatsächlich kamen Kinder aus Schulen und Nachbarschaft zum Malen. Sogar eine Mutter mit Baby im Kinderwagen griff spontan zum Pinsel. Viele Bürger, die sonst nie die dunkle Unterführung benutzen, freuten sich über die helle und fröhliche Neuerung. Manche wollen die Künstler für eine private Malaktion gewinnen. Das ganze Projekt konnte nur mit Hilfe von Bürgerverein, Raiffeisenbank und Sparkasse am Heuchelhof sowie Stadtbau GmbH und Stadt als Sponsoren durchgeführt werden.