Würzburg

Grippe erreicht Unterfranken: Schutzmaßnahmen an Uniklinik

Bundesweit rollt die Grippewelle. Auch an der Uniklinik in Würzburg steigt die Zahl der Influenza-Patienten deutlich an. Droht eine ähnlich schwere Saison wie 2018?
Begonnen hat die Grippewelle in Deutschland bereits Anfang Januar. Jetzt aber steigen die Fallzahlen auch in der Region deutlich an.
Foto: Maurizio Gambarini, dpa | Begonnen hat die Grippewelle in Deutschland bereits Anfang Januar. Jetzt aber steigen die Fallzahlen auch in der Region deutlich an.

Die Grippewelle 2019 rollt und hat mittlerweile Unterfranken erreicht. "Wir sind mittendrin", sagt Dr. Marc Hagemeister, stellvertretender Leiter der Stabsstelle Krankenhaushygiene an der Uniklinik Würzburg. In den vergangenen zwei Wochen sei die Zahl der Influenza-Fälle deutlich gestiegen. 37 Patienten mit nachgewiesener Infektion zählte die Uniklinik allein in der letzten Woche, 31 wurden stationär behandelt. "Das ist nicht ganz wenig", sagt Hagemeister. Noch reichten die Kapazitäten aber aus.

Bundesweit begonnen hat die Grippewelle laut Robert Koch-Institut (RKI) Anfang Januar. Insgesamt erkrankten in der laufenden Saison – also seit Oktober – fast 60 000 Menschen an der Influenza, 127 starben. In Bayern wurden bislang 16 608 Influenza-Fälle an das Landesamt für Gesundheit übermittelt, 703 davon in Unterfranken.

Ob dieses Jahr noch eine ähnlich schwere Grippewelle wie im Vorjahr droht, sei noch nicht abzusehen, sagt Susanne Glasmacher vom RKI. Blickt man auf die aktuellsten Daten (9. bis 15. Februar), stiegen die Meldezahlen zwar an – die Influenza-bedingten Arztbesuche stagnierten jedoch. "Es kann aber immer sein, dass die Zahlen eine Woche lang stagnieren und dann nochmal ansteigen", sagt Glasmacher. Normalerweise dauere eine Grippewelle drei bis vier Monate.

Nach der schweren Grippewelle im vergangenen Winter bekommen in dieser Saison erstmals auch Kassenpatienten einen besseren Impfschutz bezahlt.
Foto: Fredrik von Erichsen, dpa | Nach der schweren Grippewelle im vergangenen Winter bekommen in dieser Saison erstmals auch Kassenpatienten einen besseren Impfschutz bezahlt.

An der Uniklinik verlaufe die Influenza-Saison bisher "fast identisch wie letztes Jahr", sagt Hagemeister. Die Fallzahlen ähnelten sich stark. Personal habe sich bislang kaum angesteckt. Wohl auch unter dem Eindruck der extrem schweren Grippewelle 2018, hätten sich deutlich mehr Mitarbeiter impfen lassen. Erstmals würden zudem alle Influenza-Patienten auf einer Station der Medizinischen Klinik I gesammelt betreut, um weitere Infektionen zu verhindern.

Und: Wer die Uniklinik besucht, wird momentan zum Selbstschutz aufgefordert. Aufsteller an den Haupteingängen mahnen zur Händedesinfektion und werben für das Tragen eines Mundschutzes. Für Stationen mit beispielsweise onkologischem Schwerpunkt wie in der Medizinischen Klinik II, wo Patienten mit geschwächtem Immunsystem liegen, gelten besondere Vorsichtsmaßnahmen. Dort, so Hagemeister, müssten derzeit alle Besucher Mund- und Nasenschutz tragen.

Warum Grippe-Kranke dieses Jahr besonders leiden
Die Grippe verläuft nach Auskunft des Bayerischen Hausärzteverbandes in diesem Jahr besonders schwer. Die Patienten seien richtig krank, sagte der Münchner Hausarzt Wolfgang Ritter aus dem Landesvorstand des Verbandes. Sie kämen mit 40 Grad Fieber und brennendem Husten und seien wirklich todmüde. Bei rund 20 Prozent der Erkältungskrankheiten handele es sich um die echte Influenza. Weit verbreitet ist laut Ritter in diesem Jahr das Influenza-Virus vom Typ A. Es sei recht aggressiv, führe häufiger zu Komplikationen und die Kranken fühlten sich richtig schlecht. (dpa)
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