Estenfeld

Größtes Bauprojekt in Estenfeld ist auf dem Weg

So wie in diesem Modell soll die Grundschule (vorne links) und der Kindergarten mit Hort in Estenfeld ausschauen.
Foto: hjp Architekten | So wie in diesem Modell soll die Grundschule (vorne links) und der Kindergarten mit Hort in Estenfeld ausschauen.

Mit der Entscheidung, eine gänzlich neue Grundschule und eine neue Kindertagesstätte zu bauen und dafür bestehende Gebäude in der Riemenschneiderstraße abzureißen, plant der Gemeinderat Estenfeld das bisher teuerste Bauprojekt in der Geschichte des Dorfes. Im Frühjahr lagen die geschätzten Kosten dafür bei 19,5 Millionen Euro. Nun beträgt die Kostenberechnung 23,5 Millionen Euro.

Architekt Herbert Osel, einer der Inhaber des beauftragten Planungsbüros hjp Architekten PGmbh in Würzburg, stellte dem Gemeinderat die aktuelle Entwurfsplanung mit Kostenberechnung sowie eine "grobe Terminplanung" zum Bau der gemeindeeigenen Gebäude vor.

Seit der Erklärung im Frühjahr habe sich am Baukörper und der Einteilung der Räume nicht viel geändert. Aber die Ergebnisse der Fachplaner wurden eingearbeitet. Und es gibt nun Entwürfe zur Baustelleneinrichtung auf einem Nachbargrundstück, zum Aufstellen der Bauzäune und zur Gestaltung der Außenanlage.

Größte Kostensteigerung ist inflationären Baupreissteigerung

Architekt Osel bat um Entscheidungen zum Ausbau der Küche in der Kita und erläuterte, warum die Statiker und Bodengutachter für das Schulgebäude eine vollständige Unterkellerung empfehlen und die bisher geplante Teilunterkellerung nicht sinnvoll sei. Weil die Gründungsverhältnisse im Lößlehmboden schlecht sind, müssten beide Gebäude "sauber in sich stehen". Dicke Schottertragschichten und Bodenplatten sind nötig.

Die "jetzt vollständig geplante Unterkellerung der Grundschule" bringt zwar 512 Quadratmeter mehr Kellerfläche, aber die "schlechten Gründungsverhältnisse" allein kosten 500 000 Euro mehr als es die Schätzkosten vorsahen. Ein Trafo müsse umgesetzt und aufgerüstet werden. Die Außenanlage kommt erheblich teurer als geplant. Und im hinteren Bereich der Schule wird der Schallschutz zu den Nachbarn erhöht.

Die größte Steigerung der Beträge zwischen der Kostenschätzung im Februar und der aktuellen Kostenrechnung ergibt sich laut Architekt Osel aus der derzeitig inflationären Baupreissteigerung. Die höheren Material- und Handwerkerkosten schlagen in der neuen Berechnung mit 900 000 Euro Mehrkosten zu Buche.

Kosten werden auf 23,5 Millionen Euro geschätzt

Die 23,5 Millionen in der Kostenrechnung setzen sich zusammen aus 13,9 Millionen Euro für die dreigeschossige Grundschule mit elf Klassen, den nötigen Nebenräumen, der aus Schul- und Gemeindebücherei zusammengefassten Bibliothek, "Marktplätzen" in jedem Stockwerk, dem Lehrerzimmer, sanitären Anlagen, Verwaltungsräumen und einem Musikraum. Der zweistöckige Kindergarten mit Hort wird voraussichtlich 9,6 Millionen Euro kosten.

Angesichts der hohen Zahlen stellte CSU-Gemeinderat Peter Pospiech den Antrag, doch noch einmal prüfen zu lassen, wie eine mögliche Sanierung der jetzigen Gebäude den Ausgaben für den Abriss und die Neubauten gegenüber steht. Eine Vergleichsberechnung sei "man den Steuerzahlern schuldig". Dieser Antrag wurde jedoch vom Ratsgremium nur mit seiner Gegenstimme abgelehnt.

Bei der Frage zur Ausgestaltung der Küche im Kindergarten und Hort entschied sich der Gemeinderat mit 18:2 Stimmen dafür, eine Kochküche zu bauen, sie aber zunächst nur als Ausgabeküche einzurichten. Eine reine Ausgabeküche hätte die Kosten um 143 000 Euro reduziert und der Kindergartenverein möchte sowieso weiterhin das Essen geliefert bekommen. Falls irgendwann einmal vor Ort gekocht werden soll, wäre nun das Konzept dafür jedoch da.

Im Sommer 2022 sollen die Bauarbeiten beginnen

Alle Gruppierungen im Gemeinderat, ob CSU, SPD/UWG, Grüne oder EinS (Estenfeld in Schwung) leisteten engagierte Wortbeiträge und stellten den hohen Wert der Bildung und Betreuung der Kinder sowie die Verantwortung der Gemeinde dafür heraus. Etliche Fragen zu Förderungen und Einsparmöglichkeiten wurden gestellt. Es ging um größtmögliche Flexibilität, um Containerlösungen und auch darum, ob das Bauamt für diese große Aufgabe gut genug gerüstet sei.

Letztendlich entschied das Ratsgremium, dass das Architekturbüro die Entwurfsplanung und den Kostenrahmenplan bei der Regierung von Unterfranken einreicht und damit die zugesagten Fördergelder beantragt. Außerdem wird der Bauantrag für "dieses Großprojekt" beim Landratsamt Würzburg zur Genehmigung eingereicht.

Im Sommer 2022 soll mit dem Abriss und Neubau der Grundschule der erste Bauabschnitt beginnen. Er wird 15 Monate dauern und soll Ende 2023 bezugsfertig sein. In den Jahren 2024 und 2025 wird es beim zweiten Bauabschnitt um den neuen Kindergarten und Hort gehen.

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