Veitshöchheim

Grüne Tipps am Telefon: So funktioniert das  Garten-Telefon

Das Gartentelefon der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau steht kaum mehr still. Viele Menschen haben jetzt Zeit, ausgiebig zu gärtnern.
Wer Fragen zu Gartenthemen hat, kann sich an zwei Tagen in der Woche an das Gartentelefon der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau wenden.
Foto: LWG | Wer Fragen zu Gartenthemen hat, kann sich an zwei Tagen in der Woche an das Gartentelefon der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau wenden.

An manchen Tagen steht das Gartentelefon gar nicht still: Bis zu 100 Anrufe haben Gottfried Röll, Christine Scherer und Isolde Keil-Vierheilig in den Spitzenzeiten pro Tag zu beantworten. "Gerade jetzt rufen viele Leute an, die noch nie etwas mit dem Thema Garten zu tun hatten", sagt Gottfried Röll. Durch die Ausgangsbeschränkungen steht die Arbeit im eigenen Garten oder am Balkon bei den Freizeitbeschäftigungen ganz weit oben. Die Hobbygärtner wollen wissen: "Was brauche ich überhaupt?" und "Was kann man jetzt anpflanzen?" Fragen über Fragen, für die drei Berater der Bayerischen Gartenakademie der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim (Lkr. Würzburg) immer ein offenes Ohr haben.

Mit Gartenarbeit durch die Corona-Krise 

Das Gartentelefon gibt es seit 1990, also seit 30 Jahren. Immer montags und donnerstags können Hobbygärtner bei der LWG anrufen und sich zu allen Themen rund um den Hausgarten beraten lassen. Gärtnern werde seit Jahren immer beliebter, nur das Wissen fehle oft, sagt Isolde Keil-Vierheilig. Und die Probleme wiederholen sich: "Fragen zu Nacktschnecken und Blattläusen sind der Dauerbrenner." . Welche Sorgen haben Freizeitgärtner derzeit? "Gerade erreichen uns viele Anfragen zum Gehölzschnitt bei Obst- und bei Ziergehölzen, zur Staudenpflege (Rückschnitt, Teilen) oder zur Rasenpflege", sagt die Expertin. "Andere Anrufer wollen wissen, wann sie ihre Kübelpflanzen ins Freie bringen können und wann man mit der Düngung beginnt."

Viele Gärtnereien liefern die Pflanzen

Immer wieder tauche die Frage auf, wo man derzeit Pflanzen kaufen kann, nachdem Baumärkte und Gärtnereien geschlossen haben. "Pflanzen und Erde gibt es bei den Supermärkten, Discountern und telefonisch oder online bei den hiesigen Gärtnereien. Viele liefern die Pflanzen auch bis an die Haustür", sagt Gottfried Röll. Alles was man zum Gärtnern baucht sind geeignete Gefäße, Erde oder Substrat und Saatgut. "Schon jetzt kann man Radieschen, Rettich, Mairübchen oder Kohlrabi sähen."  

Bis zu 100 Anrufe bewältigen Gottfried Röll, Christine Scherer und Isolde Keil-Vierheilig (von links) in den sommerlichen Spitzenzeiten pro Tag am Gartentelefon der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau.
Foto: LWG | Bis zu 100 Anrufe bewältigen Gottfried Röll, Christine Scherer und Isolde Keil-Vierheilig (von links) in den sommerlichen Spitzenzeiten pro Tag am Gartentelefon der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau.

Strauch mit viel Wasser abspritzen

Vor einem Jahr habe es sehr viele Anfragen zum Buchsbaumzünsler gegeben. Doch echte Schutzmaßnahmen gegen den ostasiatischen Kleinschmetterling mit dem lateinischen Namen Cydalima perspectalis gebe es kaum: "Das wäre allenfalls durch Einnetzen möglich.“ Besonders betroffen seien Sträucher, die sehr dicht wachsen. Der Zünsler kann einen Buchsbaum vollständig zerstören. Das liegt an den gefräßigen Raupen des Falters, die nicht nur die Blätter, sondern sogar die Rinde an den Ästen fressen. Oberhalb der Fraßstelle sterben alle Pflanzenteile ab. Die Gartenexpertin rät: "Raupen absammeln und den Strauch mit viel Wasser abspritzen.“

Die Experten des Gartentelefons erklären, wie man Obstgehölz richtig zurückschneidet. 
Foto: Thinkstock | Die Experten des Gartentelefons erklären, wie man Obstgehölz richtig zurückschneidet. 

Über 160 Infoschriften zu Gartenthemen

Neben der Beratung am Telefon erstellen die Gartenexperten auch Infoschriften, halten Vorträge und Seminare. Im Internet gibt es eine Sammlung aus 160 Infoschriften zu den wichtigesten Gartenthemen. "Das ist fundiertes Wissen, das sich über die Jahre angesammelt hat“, sagt Keil-Vierheilig. Früher hätte man die Oma oder den Opa gefragt, heute könne man sich an die Gartenakademie wenden. Außerdem gibt es einmal in der Woche einen Gartentipp, einen wöchentlichen Gemüseblog und einmal im Monat einen Gatencast. 

"Ich habe einen Käfer gefunden, den ich nicht kennen?“ Oder: "Wie und zu welcher Jahreszeit schneide ich meine Hecke?“ Neben den Anrufen erhalten die Berater pro Tag etwa 20 bis 30 E-Mails, die sie ebenfalls beantworten. "Viele Leute haben Pflanzen und wissen nicht, wie diese heißen und dementsprechend welche Pflege sie brauchen", sagt Christine Scherer. Meist schicken sie per E-Mail ein Foto und die Experten recherchieren dann und können in den meisten Fällen helfen.

Viele wollen einfach nur plaudern

In den Telefonaten komme man mit den Anrufern immer auf einen grünen Zweig, so Scherer. Über die Jahre führten sie aber auch einige skurrile Gespräche, verrät Gottfried Röll. Das Team gibt aber nicht nur Tipps, sondern hört auch einfach nur zu. "Manchmal komme ich mir ein bisschen vor wie ein Telefonseelsorger", sagt er. So rufen vor allem ältere Leute an und plaudern über ihren Garten. "Die meisten Anrufe kommen von März bis November, dann wird es bei uns etwas ruhiger", sagt Röll.

Gartentelefon
Sie haben Fragen rund um den Garten? Dann rufen Sie die Mitarbeiter des Gartentelefons an! Die Experten der Bayerischen Gartenakademie sind Montag und Donnerstag jeweils von 10 bis 12 Uhr sowie von 13 bis 16 Uhr unter der "Grünen Hotline" Tel. (09 31) 98 01-147 erreichbar. Wenn die Leitungen mal wieder glühen und Sie nicht beim ersten Mal einen Experten ans Ohr bekommen, dann einfach auf der LWG-Homepage stöbern und Tipps & Tricks finden: www.lwg.bayern.de

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