Zellerau

Grundstein für neue Umweltstation ist gelegt

Auf einem Teil des früheren oberen Parkplatzes am Nautiland entsteht derzeit die neue Umweltstation der Stadt.
Foto: Thomas Obermeier | Auf einem Teil des früheren oberen Parkplatzes am Nautiland entsteht derzeit die neue Umweltstation der Stadt.

Als zur Landesgartenschau 1990 die erste Umweltstation in Bayern am Nigglweg eröffnet wurde, ahnte noch niemand, dass einst ein Netz von 60 solcher Stationen nach Würzburger Vorbild in Bayern existieren würde. Nun ist die Umweltstation in die Jahre gekommen. Am Dienstagvormittag wurde, nur einen Steinwurf von der alten Station entfernt, der Grundstein für ihre Nachfolgerin gelegt. Bis zur Eröffnung der Landesgartenschau im kommenden Jahr soll die neue Umweltstation fertig sein.

Große Besucherschar bei bestem Wetter.

Gut 60 Männer und Frauen, darunter auch zahlreiche Stadtratsmitglieder, zählte die Besucherschar auf dem ehemaligen oberen Parkplatz des Nautilands, der nun von der Baustelle eingenommen wird und künftig den Vorplatz der neuen Station darstellen wird. Das Umfeld passte auch: Die Sonne schien, die Vögel zwitscherten, und in den Bäumen des ehemaligen Klanggartens auf der Bastion versuchte ein Specht laut hämmernd sein Glück.

Umweltreferent Wolfgang Kleiner zitierte in seiner Begrüßung den ebenfalls anwesenden Architekten Franz Balda aus Fürstenfeldbruck, der zu ihm gesagt habe: „Ich habe vor einem Jahr nicht geglaubt, dass wir heute hier stehen.“ Balda hatte mit seinem Architekturbüro Anfang Februar vergangenen Jahres den Realisierungswettbewerb der Stadt für die neue Umweltstation gewonnen.

In die Jahre gekommen.

Der Grund für die damalige Ausschreibung: Das zwar schöne, aber alte Gebäude war in die Jahre gekommen, entsprach nicht mehr den aktuellen Anforderungen in Statik und Barrierefreiheit. Zudem hätten sich die Themenfelder ausgeweitet und der Platz reiche nicht mehr aus, hieß es. Der rund 4,5 Millionen Euro teure neue Gebäudekomplex wird hingegen komplett barrierefrei sein und sich perfekt in das bestehende Gelände an der Bastion einfügen. Freiflächen und der Zugang zur Bastion eröffnen der Umweltbildungseinrichtung innen wie außen entsprechende Möglichkeiten für Veranstaltungen, Ausstellungen und die tägliche Beratungsarbeit.

Kleiner war nicht nur als Umweltreferent, sondern zugleich auch als Bauherr gekommen. Denn die Umweltstation ist eine Bildungseinrichtung der Stadtreiniger, deren Werkleiter Kleiner ebenfalls ist. Er dankte der Stadt, die das Projekt über Jahre hinweg positiv begleitet habe und auch bei der Standortsuche helfend zur Seite gestanden sei.

Die Station engagiert vorangetrieben.

Den Ball spielte Oberbürgermeister Christian Schuchardt anschließend gleich wieder zurück: „Als Werkleiter der Stadtreiniger haben sie die Station engagiert vorangetrieben, das ist der Grund, warum wir heute hier sind.“ Bei der intensiven Debatte über den geeigneten Standort, habe sich gezeigt, das der alte der beste sei, so Schuchardt weiter. „Gut in das Gelände der Landesgartenschau 1990 eingebunden, zentral gelegen, daher auch mit dem ÖPNV für Schulklassen gut erreichbar und nahe an der Bastion, die damit für Aktionen der Station gut bespielbar ist“, lobte der OB die Auswahl.

Er dankte auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Umweltamtes, die in der Station arbeiten: „Für Sie ist es die Bildungsarbeit, die im Zentrum steht, sie sind diejenigen, die das mit Herzblut weiter tragen.“

Richtungsweisend für eine Umweltstation.

Richtungsweisend für eine Umweltstation ist der Bau zudem auch: So wird erstmalig in Bayern Recyclingbeton im Hochbau verwendet und für die Klimatisierung des Gebäudes die Energie eines Eisspeichers genutzt. Grundlage hierfür war eine enge Zusammenarbeit mit dem Zentrum für angewandte Energieforschung (ZAE) am Hubland und der Brandenburgischen Technischen Universität. Dort war von Dr. Angelika Mettke ein System entwickelt worden, Beton zu recyceln, eine Idee, die nun erstmals in Bayern in der Praxis umgesetzt wurde.

Förderung von der Bundesstiftung Umwelt.

So viel Engagement und Innovation blieben nicht unbemerkt.

Noch vor der Grundsteinlegung überreichte der extra angereiste Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt Heinrich Bottermann dem städtischen Umweltreferenten Wolfgang Kleiner einen Förderbescheid der Stiftung über 210 000 Euro für den Bau und die Ausstattung der neuen Umweltstation.

In der großen Kupferrolle, die Kleiner und Schuchardt anschließend im Boden versenkten, verbergen sich die Baupläne der Station, eine Main-Post vom Tage, verschiedene Symbole der Umweltstation und aktuelle Münzen. Rechtzeitig zur Eröffnung der Landesgartenschau am Hubland am 12. April 2018 soll auch die neue Station ihre Arbeit aufgenommen haben.

OB Christian Schuchardt und Umweltreferent Wolfgang Kleiner versenkten bei der Grundsteinlegung die große Kupferrolle im Boden.
Foto: Thomas Obermeier | OB Christian Schuchardt und Umweltreferent Wolfgang Kleiner versenkten bei der Grundsteinlegung die große Kupferrolle im Boden.
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