Würzburg

Gutachten zum Faulhaber-Platz liegt vor

Der Kardinal-Faulhaber-Platz im Jahre 1951. Egal wie der Bürgerentscheid am 2. Juli ausgeht, so wird der Platz wohl hoffentlich nie mehr aussehen.
Foto: Sammlung Willi Dürrnagel | Der Kardinal-Faulhaber-Platz im Jahre 1951. Egal wie der Bürgerentscheid am 2. Juli ausgeht, so wird der Platz wohl hoffentlich nie mehr aussehen.

Bei vielen Diskussionen um die zukünftige Gestaltung des Kardinal-Faulhaber-Platzes spielen das Mikroklima sowie die damit zusammenhängenden Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden beim Bürgerentscheid am 2. Juli zur Abstimmung stehenden Vorschläge eine wichtige Rolle. Auf Grundlage eines interfraktionellen Antrages hat der Umwelt- und Planungsausschuss im Mai die Erstellung eines Gutachtens beauftragt. Die Ergebnisse der Analyse liegen nun vor und werden durch den Gutachter am 20. Juni dem Ausschuss vorgestellt, so eine Pressemitteilung der Stadt.

Die drei wesentlichen klimatischen Einflussfaktoren – Durchlüftung, Aufheizung und thermischer Komfort – wurden im nun abgeschlossenen Gutachten für einen typischen, heißen Sommertag berechnet, um eine erste Einschätzung und Planungsempfehlungen zu liefern, heißt es erläuternd.

Vier Varianten wurden betrachtet.

Betrachtet wurden vier Varianten: der Ist-Zustand, die beiden zur Abstimmung stehenden Varianten in Bürgerentscheid 1, also dem Ratsbegehren mit Grün, Wasserfläche, Tiefgarage und maßvoller Bebauung, und dem Bürgerentscheid 2 der Bürgerinitiative mit viel Grün und Wasserfläche ohne Bebauung und Tiefgarage, sowie die Gestaltung mit einer ausladenden Bebauung („Variante 8“), die ursprünglich Grundlage eines städtebaulichen Wettbewerbs werden sollte.

In seiner letzten Sitzung habe der Stadtrat aber wie berichtet bereits anders entschieden und sich dafür ausgesprochen, den Kardinal-Faulhaber-Platz weitgehend zu begrünen, mit mindestens 26 Großbäumen zu bepflanzen, an die Fußgängerzone Eichhornstraße anzuschließen und eine Wasserfläche zu schaffen.

Die Analysen zeigen, dass die beiden zur Abstimmung anstehenden Varianten im Vergleich zum Ist-Zustand mikroklimatisch eine deutliche Verbesserung darstellen, so die Stadt. Die Unterschiede zwischen der Variante des Bürgerentscheids 1 und der Variante des Bürgerentscheids 2 seien in der kleinklimatischen Bewertung jedoch gering. Beide gelten im Gutachten als „aus klimatischer Sicht nachhaltig konzipiert“ mit „Potenzial zur Schaffung eines klimatischen lokalen Ausgleichsbereichs“.

Kaum positive wie negative klimatisch relevante Auswirkungen.

Im Mittel wäre bei Umsetzung des Vorschlags des Aktionsbündnisses „Grüner Platz am Theater“ eine noch etwas effektivere Abkühlung zu erwarten, heißt es weiter: „Der hohe Vegetationsanteil fördert die Verdunstungskühle insbesondere direkt unter den Baumkronen.“ Die Wasserfläche im Vorschlag des Aktionsbündnisses habe jedoch „aufgrund ihrer geringen Größe kaum positive wie negative klimatisch relevante Auswirkungen“.

Hingegen werden beim Vorschlag des Ratsbegehrens die vielfältigeren Nutzungsangebote und die aktiv nutzbare, wesentlich größere Wasserfläche als mikroklimatische Pluspunkte gesehen, betont die Stadt in ihre Mitteilung. Zudem wirke gerade die Verschattung durch das Gebäude, sowie Schattenwurf und Verdunstung der 26 Bäume der Überwärmung effektiv entgegen.

Mikroklimatische und lokale Ausgleichsflächen.

Das Gutachten stellt fest: „Durch die Schaffung kleinklimatisch heterogener Strukturen haben die Nutzer die Möglichkeit, ihren Vorlieben und Bedürfnissen entsprechend, thermisch angenehme Bereiche ohne größeren Aufwand aufzusuchen.“ Die Plätze können in beiden Ausführungen „als mikroklimatische und lokale Ausgleichsflächen genutzt werden, und fördern in ihrer aktuellen planerischen Ausgestaltung die klimatisch wirksame Grünvernetzung“.

Weiter heißt es im Gutachten aber auch: „Trotz der Einbringung von Vegetation ist der klimatisch ausgleichende Effekt ,nur‘ kleinräumig zu erwarten. Die Gesamtfläche von 0,48 Hektar ist für eine weiträumigere Wirkung (setzt erst ab ein bis zwei Hektar ein) zu klein.“

Der Zustand nach mehrjährigem Wachstum der Bäume.

Zudem sei zu beachten, dass die im Gutachten bewerteten Varianten einen Zustand nach mehrjährigem Wachstum der Bäume darstellen. Deutliche, klimatisch relevante Auswirkungen über die eigentliche Fläche hinaus (Mesoklima) sind bei keiner der betrachteten Varianten zu erwarten.

Abrufbar ist das gesamte mikroklimatische Gutachten unter http://www.wuerzburg.sitzung-online.de/BI/si010_e.asp unter den Unterlagen der 32. Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses vom Dienstag, 20. Juni.

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