Heidingsfeld

Heidingsfelder hoffen auf Dank-Wallfahrt nach der Corona-Krise

Seit 410 Jahren pilgern die Heidingsfelder an Fronleichnam nach Walldürn im Odenwald. Heuer droht das Coronavirus, die Wallfahrer auszubremsen.
Rund 120 Pilger machen sich jedes Jahr auf den Weg von Heidingsfeld nach Walldürn. Ob die Wallfahrt heuer stattfinden kann, ist völlig ungewiss.
Foto: Peter Neubert | Rund 120 Pilger machen sich jedes Jahr auf den Weg von Heidingsfeld nach Walldürn. Ob die Wallfahrt heuer stattfinden kann, ist völlig ungewiss.

Seit 410 Jahren pilgern Frauen und Männer aus Heidingsfeld und Umgebung alljährlich an Fronleichnam nach Walldürn im Odenwald. Heuer droht die Wallfahrt erstmals auszufallen – wegen Corona. Peter Neubert mag sich das noch gar nicht ausmalen. "Selbst im Zweiten Weltkrieg sind einige Heidingsfelder trotz offizieller Verbote in kleinen Gruppen nach Walldürn gepilgert", weiß der Pilgerführer aus der Chronik.

Spätestens Anfang Mai wollen Neubert und seine Mitstreiter entscheiden, ob die viertägige Wallfahrt heuer stattfindet. Die Vorbereitungen laufen bis jetzt wie gewohnt. "Übernachtungsorte, Gasthäuser und Pfarrheime für die Pausen sind reserviert, der Gepäckservice ist organisiert", so Neubert. Laut Planung starten die erwarteten 120 Pilger am Fronleichnamstag, am Donnerstag, 11. Juni. Nach einer Übernachtung in Tauberbischofsheim wird am Freitag die Wallfahrtsbasilika "Zum Heiligen Blut" erreicht. Samstag und Sonntag geht es auf dem gleichen Weg zurück nach St. Laurentius.

"Wallfahrt besser als zwei Wochen Urlaub" 

Insgesamt legen die Wallfahrer 120 Kilometer Fußmarsch zurück. Vier Gottesdienste feiert Pfarrer Klaus Hösterey mit den Pilgern, hinzu kommen "14 Kniefälle", Gebete an den Stationen unterwegs.  "Viel Zeit, um Gott und die Natur wieder mal zu erfahren, vom Alltag abzuschalten und seinen Gedanken, freien Lauf zu lassen. Oder einfach mal für ein persönliches Anliegen zu bitten oder zu danken." So beschreibt Neubert seine Motivation, seit 45 Jahren immer wieder mit dabei zu sein. Nur einmal, erinnert sich der 65-Jährige, habe er wegen Problemen mit der Bandscheibe nicht mitlaufen können. "Beim Wallfahren", sagt er, "bin ich von Beginn an in einer anderen Welt, da komme ich besser runter als in zwei Wochen Urlaub".

Umso trauriger wäre Neubert, wenn er die Wallfahrt wegen Corona heuer absagen müsste. Lieber wäre ihm eine Wallfahrt zum Dank dafür, dass die Corona-Krise weitestgehend gut überstanden ist. Das würde auch historisch passen. Schließlich hält sich im Städtle die Legende, dass das Pilgern nach Walldürn auf ein Pestgelübde im frühen 17. Jahrhundert zurückgeht. 

Weitere Informationen gibt es bei Pilgerführer Peter Neubert, Telefon (09 31) 66 11 23 oder auf der Facebook-Seite des Wallfahrervereins Würzburg-Heidingsfeld.  

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