Würzburg

Heizkraftwerk an der Friedensbrücke wird modernisiert

Das Innenleben der Standzarge des Wärmespeichers mit dem unteren Halbkugelboden.
Foto: Rolf Nachbar | Das Innenleben der Standzarge des Wärmespeichers mit dem unteren Halbkugelboden.

Das Heizkraftwerk an der Friedensbrücke wird derzeit umfangreich modernisiert. Das stellt laut einer Pressemitteilung der Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV) einen weiteren Meilenstein zur Reduzierung von CO2-Emissionen und damit zum Klimaschutz in Würzburg dar. Seit dem 8. September wird der Wärmespeicher als das Herzstück des Modernisierungsprojektes in das Innere des Heizkraftwerks gehoben.

Umweltfreundliches Prinzip

Das Heizkraftwerk an der Friedensbrücke übernimmt bei der Integration der erneuerbaren Energien in Würzburg und der Region laut der Pressemitteilung eine wichtige Aufgabe: Die Gas- und Dampfturbinen-Anlagen, die nach dem umweltfreundlichen Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten, leisten seit vielen Jahren einen Beitrag zur Reduzierung von CO2-Emissionen.

Bis 2021 steht eine umfassende Modernisierung der Turbinen- und Kesselanlagen sowie der Einbau eines großen Wärmespeichers im Kraftwerk an. Geplant ist dabei unter anderem eine Modernisierung der Gasturbine GT I, der Einbau einer Entnahme-Gegendruck-Dampfturbine sowie die Integration eines Wärmespeichers, mit dem sich Fernwärme zwischenspeichern lässt.

Aufstellung im Gebäude

Als ein Meilenstein im Projekt wird der Wärmespeicher als Herzstück des Projektes per Schwerlastkran in das Heizkraftwerk eingehoben. Der Wärmespeicher hat eine Höhe von 46 Metern. Die Aufstellung des Speichers im Gebäudeinneren ist außergewöhnlich, da Wärmespeicher dieser Größe in der Regel neben dem Kraftwerk errichtet werden.

Zur Berücksichtigung städtebaulicher Belange, wurde in enger Abstimmung mit der Stadt Würzburg und dem Architekten eine Lösung gefunden, um den Speicher in das Stadtbild zu integrieren, heißt es in der Mitteilung. Durch die Aufstellung im Inneren ragt er nur 13 Meter aus dem Heizkraftwerk heraus.

Leergewicht von 549 Tonnen

Der Wärmespeicher ist als Druckspeicher ausgelegt und besteht aus 13 Ringen, die eine Höhe von je 2,8 Metern und einen Durchmesser von 10,3 Meter aufweisen. Er besitzt ein Fassungsvermögen von 2869 Kubikmetern mit einem Wärmeinhalt von 175 000 Kilowattstunden und hat ein Leergewicht von 549 Tonnen. Befüllt mit 130 Grad heißem Wasser wiegt er inklusive einer begehbaren Dachplattform und Wendeltreppe 3437 Tonnen.

Funktionsweise: Die Einbringung des Speichers führt dazu, dass trotz Energieerzeugung nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung die Produktion von Fernwärme unabhängig vom Wärmebedarf erfolgt. Überschüssige Wärme wird dem Speicher zugeführt, fehlende Wärme wird dem Speicher entnommen.

Speicherteile werden eingehoben

Anfang September wurde ein 450-Tonnen-Autokran, mithilfe dessen die Speicherteile eingehoben werden sollen, aufgestellt. Danach wurde die Standzarge eingehoben, die der Aufnahme des halbrunden Speicherbodens dient, der anschließend eingehoben wurde. Einige Tage später wurde der erste Ring durch das Dach in das Heizkraftwerk gehoben.

Die Speicherteile werden im Betriebshof zwischen Heizkraftwerk und ehemaligem Zollamt vorgefertigt.
Foto: Rolf Nachbar | Die Speicherteile werden im Betriebshof zwischen Heizkraftwerk und ehemaligem Zollamt vorgefertigt.

Bis etwa Mitte Dezember soll jeweils wöchentlich ein ringförmiges Speicherteil eingehoben werden. Während das Speicherteil im Heizkraftwerk verschweißt wird, wird im Betriebshof ein weiterer Ring vorgefertigt. Die Druckprobe ist für Ende Januar 2021 und die Fertigstellung bis Ende März 2021 geplant, so die Pressemitteilung.

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